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IBM-Supercomputer bei Jeopardy: Watson lässt Quizkönige alt aussehen

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IBM-Supercomputer bei Jeopardy  

Watson lässt Quizkönige alt aussehen

16.02.2011, 13:15 Uhr | Spiegel Online

IBM-Supercomputer bei Jeopardy: Watson lässt Quizkönige alt aussehen. IBM Watson: Supercomputer tritt in Jeopardy gegen Brad Rutter und Ken Jennings an und siegt. (Foto: AP)

IBM Watson: Supercomputer tritt in Jeopardy gegen Brad Rutter und Ken Jennings an. (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa)

Der Menschheit droht eine schwere Schlappe: In der zweiten "Jeopardy"-Quizrunde ließ Superrechner Watson seine Kontrahenten aus Fleisch und Blut weit hinter sich. Seine Gegner haben jetzt eine allerletzte Chance, um den gigantischen Vorsprung der IBM-Maschine aufzuholen.

Diesmal ließ Supercomputer Watson seinen menschlichen Gegnern kaum eine Chance. Das Ergebnis der zweiten Runde "Jeopardy" in der Sonderversion Menschen gegen Maschine könnte klarer kaum sein: 35.754 Dollar hatte der Rechner am Ende der Sendung am Dienstagabend auf seinem Quiz-Konto. Die "Jeopardy"-Champions Brad Rutter und Ken Jennings - beide haben mit Serienauftritten in der Show Millionen Dollar verdient - kamen auf Gesamtsummen von 10.000 und 4800 Dollar.

Watson setzt krumme Beträge

In der zuvor am Montagabend ausgestrahlten ersten Quizrunde hatten sich die Menschen gegen die Künstliche Intelligenz noch gut geschlagen: Zumindest Rutter lag am Ende mit Watson bei 5000 Dollar gleichauf, Jennings kam nur auf 2000. Nun aber ist der Abstand klar und deutlich - und fraglich ist, ob die Vertreter der Menschheit in dieser Quizschlacht in der anstehenden Finalrunde noch ernsthaft Boden gutmachen können. Watson sparte sich einmal mehr jede persönliche Note in seinen Antworten, blieb bei der Sache und unterhielt das Publikum in erster Linie mit seinen seltsam präzise formulierten Geldeinsätzen. Als er auf ein "Daily Double"-Feld kam, das dem Spieler gestattet, eine Summe einzusetzen, die er dann verdoppeln oder verlieren kann, setzte Watson exakt 6435 Dollar. Im Publikum sorgte das für Gelächter.

Watson patzt bei der Flughafenfrage

Aus dem Tritt kam der Rechner indes bei einer Aufgabe, die viele US-Amerikaner aus dem Stand hätten beantworten können. Es ging um Städte in den USA, und die Hinweise betrafen die Flughäfen der gesuchten Stadt: Einer sei nach einem Helden des Zweiten Weltkriegs benannt, einer nach einer Schlacht aus diesem Weltkrieg. Die korrekte Frage - bei "Jeopardy" müssen die Antworten in Frageform formuliert werden - hätte gelautet "Was ist Chicago?". Der Hauptflughafen O'Hare ist nach einem Kampfpiloten benannt, der zweite Airport Midway nach einem Pazifikatoll, um das sich Amerikaner und Japaner 1942 eine erbitterte Schlacht lieferten. Für jeden US-Schüler mit Grundkurs Geschichte wohl eine lösbare Aufgabe. Watson aber verstolperte sich und riet schließlich "Was ist Toronto?" Doch Kanadas größte Stadt war bekanntlich nicht gemeint.

Watson war sich unsicher

IBM-Forscher David Ferrucci interpretierte die zögerliche Falschantwort dennoch positiv: Watson habe sich richtig verhalten da er die richtige Antwort einfach nicht gewusst habe. In dieser Runde müssen die Kandidaten zwangsläufig antworten. Watsons Vertrauen in seinen Tipp habe nur bei 30 Prozent gelegen, er sei also sehr unsicher gewesen - und damit lag er ja durchaus richtig. Jetzt geht es weiter: Der Showdown zwischen Rutter, Jennings und Watson wird am Mittwochabend US-amerikanischer Zeit ausgestrahlt.

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