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Europatastatur: Informatiker plant neue Zeichen für das Keyboard

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Deutscher Informatiker plant neue Zeichen für die Tastatur

14.09.2011, 13:44 Uhr | Sascha Plischke

Europatastatur: Informatiker plant neue Zeichen für das Keyboard. Hat die alte Tastatur vielleicht bald ausgedient? (Quelle: imago)

Hat die alte Tastatur vielleicht bald ausgedient? (Quelle: imago)

Mit neuen Zeichen will der Informatiker Karl Pentzlin die bisher verbreitete Tastatur deutlich erweitern. Der Spezialist für Eingabegeräte und Industrienormen hat sich vorgenommen, mit seiner Europa-Tastatur das Tippen in allen europäischen Sprachen so einfach wie möglich zu machen. Seine Ideen stehen derzeit online zur Diskussion und könnten demnächst als neue DIN verabschiedet werden. Dann könnten die neuen Zeichen auch auf den ab dann verkauften Tastaturen Einzug halten. Doch wie sieht die neue Tastatur eigentlich aus?

Die gegenwärtige Norm für Tastaturen regelt der internationale Standard ISO9241-410. Darin ist geregelt, wie groß die Tasten sein sollen, wo sie liegen, dass es oben Funktionstasten und über den Buchstaben eine Reihe mit Eingabetasten für Zahlen geben soll, und dass es neben dem Haupteingabeblock noch einen so genannten Navigationsblock und einen Ziffernblock gibt. Nicht geregelt ist in der Norm jedoch, wo die Buchstaben exakt liegen sollen. In Deutschland gibt es deshalb die nach den ersten sechs Buchstaben der obersten Reihe benannte "QWERTZ"-Tastatur, während der große Rest der Welt das "Y" und das "Z" vertauschen und auf die "QWERTY"-Tastatur setzen.

Regionale Unterschiede bei Tastaturen

Das hat etwas mit der Häufigkeit der Buchstaben in der Sprache zu tun, in der mit diesen Tastaturen getippt werden soll, und das Deutsche enthält einfach deutlich mehr Worte mit "Z". Zudem besitzt die deutsche Tastatur eigene Tasten für Umlaute. Diese Unterschiede regelt die DIN 2137. Andere Sprachen bleiben dabei jedoch oft außen vor. Große europäische Sprachgruppen wie etwa die Skandinavier oder Sprachen aus Osteuropa verwenden Zeichen, die weder auf deutschen noch auf internationalen Tastaturen ohne Weiteres zu finden sind. Das skandinavische "ø" zum Beispiel ist nur über eine umständliche Tastenkombination zum direkten Aufruf aus dem ASCII-Zeichensatz erreichbar: Alt + 0248. Hier finden Sie eine eine Tabelle der wichtigsten Tastenkürzel für ASCII-Codes.

Der deutsche Informatiker Karl Pentzlin will das nun ändern und schlägt dafür eine einfache Änderung der DIN vor. Denn es ist noch Platz auf der Tastatur. Sie besitzt mit der Taste "Alt Gr", die Abkürzung steht für Alternate Graphics oder alternativen Zeichensatz, eine Funktionstaste, die das Umschalten auf einen Sonderzeichensatz erlaubt. Bisher findet das nur Einsatz bei der Eingabe zum Beispiel des @-Zeichens (Alt Gr + Q) oder des Euro-Symbols € (Alt Gr + E). Pentzlin schlägt nun vor, auch allen anderen Buchstaben ein alternatives Zeichen zuzuordnen: Das "ø" wäre dann zum Beispiel über die Tastenkombination Alt Gr + D ganz einfach aufrufbar. Eine detaillierte Dokumentation des Vorschlags für die Europa-Tastatur im PDF-Format findet sich auf der Internet-Seite Pentzlins.

Keine Änderung an der Position der Tasten

An der generellen Position der Buchstaben will Pentzlin indes nicht rütteln. "Für Blindschreiber darf sich nichts ändern", sagte der Informatiker der Nachrichtenagentur dpa. "Es werden nur leere Plätze gefüllt." Ziel der Europa-Tastatur ist es unter anderem, die korrekte Schreibweise von Orts- und Personennamen zu ermöglichen. Das werde nicht nur von internationalen Vereinbarungen gefordert, "sondern ist auch ein Akt des Respektes von Personen und Kulturen", erläutert Pentzlin in der Fachzeitschrift DIN-Mitteilungen. Pentzlin hat sein Konzept offiziell als Änderung der DIN 2137 eingereicht, der Vorschlag kann derzeit online diskutiert werden. Finden sich keine entscheidenden Einwände, könnte er 2012 verabschiedet werden. Dann wäre er offizielle Norm.

Die Umsetzung ist dann nur noch eine Frage der Software, Hardware-Änderungen oder gar neue Tastaturen sind nicht unbedingt notwendig. Den Schritt hat Pentzlin schon einmal vorweg genommen und einen Tastatur-Treiber geschrieben, der seinen Vorschlag schon jetzt Realität werden lässt. Die Tastenkombinationen funktionieren nach der Installation wie von ihm vorgesehen. Wo die Zeichen zu finden sind müssen die Nutzer dann jedoch der Dokumentation entnehmen – oder die Tastatur nachträglich mit einer eigenen Aufschrift ergänzen. Ob die Hersteller übrigens ihre Tastaturen nach der Verabschiedung von Pentzlins Norm entsprechend mit zusätzlichen Gravuren versehen, bleibt vollkommen ihnen überlassen.

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