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Röhrenfernseher, Plattenspieler, Filmkameras: Analogtechnik im Überblick

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Alt gegen neu  

Comeback für analog?

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Röhrenfernseher, Plattenspieler, Filmkameras: Analogtechnik im Überblick. Nach wie vor gibt es eine große Auswahl an Plattenspielern zu kaufen. (Quelle: Dual Phono GmbH)

Nach wie vor gibt es eine große Auswahl an Plattenspielern zu kaufen. (Quelle: Dual Phono GmbH)

Festplattenrekorder, MP3-Player, Digitalkameras: Bits und Bytes haben längst in allen Bereichen die seit Jahrzehnten bewährte Analog-Technik verdrängt – in allen Bereichen? Nein, Schallplatten zum Beispiel verkaufen sich so gut wie lange nicht mehr, und manch ein Fotograf schwört weiter auf seine Zelluloid-Kamera. Was steckt dahinter – nur Nostalgie oder handfeste rationale Gründe? Kann Analog-Technik tatsächlich mithalten?

Es war schon immer so: Während der eine die Segnungen des Fortschritts preist, ist der andere eher skeptisch gegenüber Neuerungen und bleibt beim Bewährten. Seit der Erfindung der CD Anfang der 80er-Jahre teilt die Digitaltechnik nicht nur Musikliebhaber in zwei getrennte Lager.

Das hat sich bei der Fotografie fortgesetzt, auch hier schwören viele nach wie vor auf altbewährte Technik, während andere schon längst ihren Fotoapparat gegen eine filmlose Digitalkamera getauscht haben.

LP-Verkäufe steigen wieder

Mit der Einführung der CD gehörten Schallplatten plötzlich zum alten Eisen. LPs verschwanden nach und nach aus den Plattenläden, die meisten Titel erschienen nur noch auf CD. Der Musikindustrie bescherte der Silberscheiben-Boom jahrelang Rekordergebnisse, weil die Konsumenten sich nicht nur auf die neuen Alben stürzten, sondern auch bereit waren, ihre vorhandene Schallplattensammlung nach und nach auszutauschen.

Mit "Digital Remastered"-Neuauflagen längst als abverkauft gegoltener Alben bediente die Musikindustrie bereitwillig über viele Jahre dieses Bedürfnis. Die klanglichen Vorteile digitaler Abtastung liegen auf der Hand: kein Rauschen, keine Rumpelgeräusche. Mit der enormen Kratzfestigkeit, mit der die Hersteller anfangs warben, ist es bei der CD allerdings nicht ganz so weit her.

Die Vorteile der CD

Wichtiger für den Siegeszug der Silberscheibe waren aber wohl die praktischen Vorzüge: Eine CD ist wesentlich handlicher und kann auch im Auto gehört werden. Sie fasst wesentlich mehr Musik, die sich zudem komplett auf einer Seite befindet, so dass die Scheibe nicht nach der Hälfte der Spielzeit umgedreht werden muss. Songtitel können sekundengenau ausgewählt oder übersprungen werden.

Erst später, als die CD längst die Platte verdrängt hatte, stellte sich ein weiterer Vorteil heraus: Musikstücke lassen sich problemlos völlig verlustfrei kopieren, via PC auslesen und auf MP3-Player oder das Smartphone übertragen. Zwar verpasste die Musikindustrie der CD eine Zeit lang einen Kopierschutz, musste aber dann den Nutzerprotesten nachgeben – auch, weil viele DVD- und Auto-CD-Player die ehrlich erworbenen Scheiben nicht abspielen wollten. Der Spuk um den digitalen Kopierschutz ist seit einigen Jahren passé.

Vinyl gegen CD

Schallplattenfans konnten der Aufregung um störrische CDs gelassen zusehen. Nicht nur unter DJs haben die Vinylscheiben ihre Fans erhalten. Steigende Verkaufszahlen der letzten Jahre belegen, dass die Langspielplatte nicht totzukriegen ist. Auch Plattenspieler gibt es nach wie vor in einer ansehnlichen Auswahl zu kaufen. Doch im Vergleich zu anderen Tonträgern sind die Gesamtzahlen marginal: 1,4 Millionen LPs wurden 2013 verkauft, dem stehen knapp 88 Millionen CDs und über 18 Millionen Album-Downloads gegenüber.

Was spricht noch für die Vinyl-Scheibe? Die Klangreproduktion auf einem Plattenspieler der Mittelklasse erreicht nicht die Perfektion eines CD-Players – und genau deshalb schwören viele auf die Schallplatte. Die Verfälschungen durch weniger lineare Frequenzgänge oder schlechtere Kanaltrennung führen zu einem veränderten Klang, der für manche Ohren einen weicheren, wärmeren Charakter hat.

Das bedeutet aber nicht, dass perfekte Wiedergabe nur mit CDs möglich ist: Je aufwändiger und hochwertiger Plattenspieler, Tonarm und Tonabnehmer sind, desto weniger verfälschen sie den Klang. High-End-Plattenspieler liegen klanglich auf dem Niveau von hochwertigen CD-Playern. Von der klanglichen Seite abgesehen sieht es dürftig für die Schallplatte aus: Das schöne große Cover und die Ästhetik mancher Edel-Plattenspieler sind allenfalls Randaspekte.

Gute Digitalkameras sind teuer

Bei der Fotografie gibt es nach wie vor Gründe für den Einsatz bewährter analoger Technik. Ein Kleinbildfilm mit geringer Lichtempfindlichkeit löst feiner auf als eine handelsübliche Digitalkamera. Die Möglichkeiten werden allerdings durch die Kamera-Optik begrenzt. Die Entwicklung in einem üblichen Großlabor limitiert mögliche Vorteile des analogen Filmmaterials endgültig, denn dort werden alle Einzelbilder für die Entwicklung digitalisiert.

Professionelle Fotografen, die mit Mittel- oder Großformat-Kameras arbeiten und im Speziallabor entwickeln lassen, bleiben häufig bei ihrem bewährten Material. Die Digitaltechnik hat zwar auch in die Profiszene Einzug gehalten, aber wenn beim Umstieg Qualitätseinbußen vermieden werden sollen, ist großer finanzieller Aufwand nötig.

Aber auch ambitionierte Natur- und Landschaftsfotografen benutzen nach wie vor analoge Spiegelreflexkameras mit Diafilm. DSLR und Beamer wären zwar ein adäquater digitaler Ersatz, stellen aber für viele eine finanzielle Hürde dar. Bei Kompaktkameras ist die digitale Technik dagegen längst kein nennenswerter Kostenfaktor mehr. Die digitalen Modelle dieser Klasse machen mindestens ebenso gute Fotos wie die analogen Vorgänger. Natürlich lässt die Bildqualität vieler preiswerter Kameras zu wünschen übrig, aber das war auch in der Ära der Analogfotografie nicht anders.

Der Praxisnutzen spricht eher für die Digitaltechnik: Bei Digitalkameras ist jedes Bild sofort überprüfbar und kann bei Bedarf direkt wieder gelöscht werden. Ein weiterer Punkt ist die flexible Lichtempfindlichkeit von Bild zu Bild, je nach den Lichtverhältnissen lässt sich die ISO-Zahl fast beliebig einstellen. Darunter kann zwar die Bildqualität leiden, aber bei einer Analogkamera gibt es gar keine derartige Option. Voraussetzung für das Ändern der ISO-Zahl ist hier ein Filmwechsel oder der Einsatz von mehreren Kameras gleichzeitig.

Röhrenfernseher entsorgen?

Ginge es nach den TV-Herstellern, wäre der Wechsel zur Digitaltechnik längst vollzogen. Analoge Röhrenfernseher werden zwar praktisch nicht mehr produziert, verrichten aber immer noch in vielen Haushalten ihre Dienste. Jahrelang waren digitale Flachbildfernseher hochwertigen Röhrengeräten in punkto Bildqualität unterlegen, das hat sich mittlerweile gewandelt. Moderne Flachbildfernseher senden im HD-Betrieb scharfe Bilder und keinen Pixelbrei, und bei Größen jenseits von 80 Zentimetern hat die Röhre nichts entgegenzusetzen. Der Technikvergleich endet eindeutig zugunsten der modernen Digitaltechnik.

Radio: Analog ist noch immer in

Bei Radios ist die analoge Technik noch kein Auslaufmodell. Digitalradios konnten sich auch nach mehreren Jahren nicht durchsetzen, trotz unbestrittener technischer Vorteile. Auch DAB+ hat daran nichts geändert. Analoge Radios sind einfach zu sehr verbreitet, fast jeder Bundesbürger besitzt gleich mehrere Empfänger.

Schlechte Aussichten für VHS und Analog-Sat

VHS-Videorekorder und Audio-Kassettengeräte haben kaum noch eine Daseinsberechtigung. Die Qualität der Aufnahmen ist schlecht und wird mit der Lagerung der Kassetten noch schlechter. Einzigartige Aufnahmen, an denen Ihr Herz hängt, sollten Sie deshalb digitalisieren und auf CD oder DVD überspielen lassen. Es gibt Firmen, die diesen Dienst anbieten.

Fazit: Analog fast nur für Liebhaber

Im Vergleich analog gegen digital verzeichnet die Digitaltechnik fast nur klare Punktsiege. Die unbestreitbaren Vorteile bei Bedienkomfort und Alltagstauglichkeit wischen die letzten Restzweifel an den technischen Vorzügen vom Tisch. Also weg mit den Technik-Dinos? Nicht unbedingt. Bei vielen Produkten wie Schreibmaschinen und Kleinbildfilm-Kameras sorgt zwar der versiegende Nachschub an Verbrauchsmaterialien auf absehbare Zeit für ein natürliches Ende. Radios und Schallplattenspieler aber bleiben sicher auch auf Jahre hinaus gebrauchsfähig.

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