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Internet am TV: Fernseher mit Internet-Anschluss (Anzeige)

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Mit dem Fernseher ins Internet

28.09.2011, 15:00 Uhr | Christian Fenselau

Internet am TV: Fernseher mit Internet-Anschluss. Internet per Fernseher (Quelle: imago/McPHOTO)

Internet per Fernseher (Quelle: McPHOTO/imago)

Immer mehr Fernseher bieten einen Internetanschluss: Jeder zweite in 2011 verkaufte Fernseher wird ein so genanntes "Hybrid-Gerät" sein, schätzt der Branchenverband BITKOM. Das sind etwa 5 Millionen Fernseher – fast eine Verzehnfachung innerhalb von zwei Jahren. Doch lohnt sich schon heute der Kauf eines internetfähigen Fernsehers? Wir zeigen, was aktuelle Internet-Fernseher leisten – und was nicht.

Vom Sofa aus auf Tausende YouTube-Clips zugreifen, ausführliche Programminformationen abrufen oder bei Wikipedia schnell die Antwort zur Quizfrage nachschlagen: Fernseher mit Internetanschluss bieten viele Möglichkeiten, die über den üblichen TV-Konsum hinausgehen. Allerdings variieren die Freiheiten von Modell zu Modell stark. Während sich mit manchen Modellen völlig frei wie mit einem Computer durchs Internet browsen lässt, schränken andere Fernseher den Zugriff auf bestimmte, vordefinierte Dienste wie etwa YouTube ein.

Internet am TV über Widgets

Praktisch jeder internetfähige Fernseher ist mit vordefinierten Widgets ausgerüstet. Diese liefern ganz bestimmte Internetinhalte als Schnellzugriff per Knopfdruck. Der Vorteil: Die Widgets sind auf einfachste Bedienung mit der Fernbedienung ausgelegt, umständliches Eingeben einer Internetadresse entfällt. Besonders gebräuchlich sind Widgets für YouTube, Picasa, Facebook, Flickr, Twitter, Wetter-, Spielfilm-, Sport- und Nachrichtenangebote. Philips Net TV hält eine größere Auswahl an Widgets bereit, darunter etwa das Telekom Mediencenter, womit man Zugriff auf seinen persönlichen Online-Speicher hat und alle Dateien, Fotos, Musik und Videos, einsehen kann. Samsung bietet spezielle Portale, über die sich weitere Widgets herunterladen lassen. Modelle anderer Hersteller wie Panasonic oder Sharp aktualisieren ihr Widgets-Portfolio live. Der Zugriff aufs Internet über Widgets ist in der Regel recht bequem, allerdings auch auf die Dienste eingeschränkt, die der TV-Hersteller zur Verfügung stellt.

Das ganze Internet am TV über Browser

Wer sich frei im Web bewegen will, braucht einen Fernseher mit integriertem Browser, der beliebige Internetseiten darstellen kann. Damit können allerdings nur teurere Modelle aufwarten. Meist lohnt sich die Mehrinvestition nicht. Die TV-Browser können zwar in einigen Fällen auch Flash-Inhalte anzeigen und bieten einen familientauglichen Jugendschutz, allerdings gestaltet sich das Surfen via Fernbedienung oft wenig komfortabel. Häufig lassen sich über die Programmnummern Buchstaben eingeben, vergleichbar mit dem SMS-Tippen bei Handys. Manche Hersteller, etwa Technisat, führen separate Tastaturen, die das Browsen deutlich erleichtern. Trotzdem: Ein Fernseher kann in Sachen Internet kein Notebook oder Tablet-PC ersetzen. Internet-Angebote, die nicht nur gelesen oder angeschaut werden, funktionieren mit einem Fernseher in der Regel nicht, so zum Beispiel Datei-Downloads oder Online-Banking. Auch an den Bedienkomfort eines Notebooks oder Tablet-PC kommen die aktuellen TV-Browser nicht heran.

HbbTV: Nachrichten und Programminfos übers Internet

Der Videotext-Nachfolger HbbTV macht sich ebenfalls das Internet zunutze. Er bietet Text- und Bildinformationen, die deutlich über das hinausgehen, was wir von Videotext gewohnt sind. Unter anderem lassen sich über HbbTV die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aufrufen. So können verpasste Sendungen angeschaut werden. HbbTV ist eine sinnvolle Weiterentwicklung des antiquierten Videotextes, wird allerdings noch von den Geräteherstellern steifmütterlich behandelt. Fernseher, die HbbTV unterstützen, sind noch Mangelware. Derzeit führt der Weg zu HbbTV eher über einen externen Satellitenempfänger wie den Humax ICord HD+.

WLAN oder Kabel?

Wenn das Internet nicht direkt per TV-Anschluss ins Haus kommt, sondern wie meist über die Telefonleitung, muss der Fernseher an den Router angeschlossen werden. Je nach Modell geschieht das über ein Netzwerkkabel oder kabellos via WLAN. Einige Modelle besitzen bereits ein eingebautes WLAN-Modul, andere brauchen zusätzlich ein WLAN-Dongle. Dieser belegt einen USB-Platz und sollte genau zum Fernseher passen, sonst wird er unter Umständen nicht vom Fernseher erkannt. Außerdem ist zu bedenken, dass auf dem TV-Möbel Platz für das angeschlossene Zubehör vorhanden sein muss, denn Kabel und Dongle dürften eine Wandmontage des Fernsehers verunstalten.

Fazit: Markt ist in großer Bewegung

Den Fernseher mit dem Internet zu verbinden, macht zunehmend Sinn. Die meisten TV-Hersteller haben das erkannt und bauen ihr Angebot an Hybrid-Fernsehern schrittweise aus. Zukünftige Modellgenerationen werden daher noch mehr Funktionen bieten als die aktuelle Palette. Dennoch: Wer ohnehin den Kauf eines hochwertigen Flachbildfernsehers plant, sollte sich direkt ein internetfähiges Modell zulegen. Bereits die Standardfunktionen wie der Zugriff auf YouTube-Videos werten den Fernseher deutlich auf. Als vollwertiger Webbrowser machen Fernseher allerdings keine gute Figur, Notebook und Tablet-PC sind auf dem Sofa die besseren Alternativen. Beim Kauf kommt es daher eher auf eine gute Auswahl vordefinierter Widgets an, die sich möglichst einfach aufrufen lassen.

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