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Facebook Graph Search kommt: Mark Zuckerberg ärgert Google

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Facebook Graph Search kommt: Mark Zuckerberg ärgert Google

16.01.2013, 12:05 Uhr | Barbara Ortutay und Michael Liedtke, dapd

Mit einer neuen Suchfunktion will Facebook seinen Nutzern noch gezieltere Recherchen ermöglichen, neue Werbekunden anziehen und den Erzrivalen Google im Kampf um Marktanteile ausbremsen. Die neue Funktion mit dem Namen "Graph Search" wurde am Dienstag von Firmengründer Mark Zuckerberg höchstpersönlich vorgestellt: Sie soll Abfragen zu einzelnen Personen, ihren Interessen, Fotos und anderen nützlichen Informationen erleichtern.

Allerdings steht "Graph Search" zunächst nur einem Bruchteil aller Facebook-Nutzer zur Verfügung - und bloß auf Englisch. Börsenhändler hatten das neue Feature mit Spannung erwartet, reagierten nach der Vorstellung aber eher enttäuscht.

"Graph Search" gibt Tipps von Facebook-Freunden

Die Idee hinter "Graph Search": Wer nach Informationen, Tipps oder bloßer Ablenkung im Internet sucht, soll sich all das lieber im Facebook-Bekanntenkreis als von Fremden holen, wie das zum Beispiel bei Plattformen wie Yelp oder Qype meist der Fall ist. Künftig soll es etwa möglich sein, gezielt nachzuschauen, welche Freunde Fotos aus Berlin hochgeladen haben, ob es im Bekanntenkreis Ärzte gibt und welche Fernsehserien die eigenen Kommilitonen am liebsten schauen. Hat ein Kumpel aus der Heimatstadt schon den neuen "James Bond"-Film gesehen und als sehenswert empfunden? Auch auf diese Frage soll "Graph Search" erstmals Antworten liefern können.

Zugleich beteuerte Zuckerberg bei der Vorstellung am Unternehmenssitz im kalifornischen Menlo Park, dass die neue Funktion nur die Suche nach Inhalten erlauben werde, die von anderen Nutzern auch tatsächlich freigegeben wurden. Zudem sollen in der Startphase nicht gleich alle Datenkategorien erfasst werden. Da Facebook immer wieder wegen des Umgangs mit der Privatsphäre seiner Nutzer kritisiert wird, dürften Datenschützer trotzdem die Ohren spitzen.

Neue Waffe im Kampf um Surfer und Werbeanteile

Zwar soll "Graph Search" nach Zuckerbergs Worten keine allumfassende Suchmaschine werden. Allerdings heizt die jüngste Vorstellung das ohnehin schon heiße Duell mit dem kalifornischen Online-Giganten Google weiter an. Schließlich kämpfen beide Unternehmen mit harten Bandagen um die Aufmerksamkeit von Surfern im Netz und um Einnahmen aus der Internet-Werbung.

"Das könnte ein weiterer Grund sein, auf Google zu verzichten und mehr Zeit mit Facebook zu verbringen", sagte der Branchenanalyst Brian Blau vom Marktforschungsinstitut Gartner. Google werde wohl nicht das Suchgeschäft an sich verlieren, aber mit "Graph Search" möglicherweise empfindliche Konkurrenz bei der allgemeinen Recherche nach Informationen erwachsen - zumal Facebook seinen Datenpool bislang gegenüber der Suchmaschine des Rivalen abgeriegelt habe und stattdessen mit dem Suchdienst Bing von Microsoft kooperiere.

Zuckerberg kündigte "Graph Search" bereits indirekt an

Zuckerberg hatte bereits im Herbst angedeutet, dass es womöglich bald eine neue Facebook-Suchfunktion geben würde. "Graph Search", das stellte er am Dienstag klar, werde aber zunächst nur einem Bruchteil aller Nutzer und erst nach und nach auch anderen zur Verfügung gestellt. Vorerst soll der Dienst ausschließlich über die Webseite von Facebook selbst zu nutzen sein.

Die Presseveranstaltung am Dienstag war die erste von Facebook in Menlo Park seit dem Börsengang des Unternehmens im Mai 2012. Die Facebook-Aktie verlor nach der Präsentation der neuen Suchfunktion 85 US-Cent und sank auf 30,10 Dollar. Googles Aktienkurs legte um 1,68 Dollar auf 724,93 Dollar zu

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