06.08.2013, 14:37 Uhr | dpa
Der Triumph der Smartphones ist auch in Deutschland zum Greifen nah. Simple Handys gehören inzwischen immer mehr zum alten Eisen und landen in den Schubladen der Verbraucher. Im ersten Quartal 2013 machten Smartphones 62 Prozent aller Handys hierzulande aus, wie eine repräsentative Studie der Marktforscher von Nielsen herausfand. Ein halbes Jahr zuvor waren es nur 54 Prozent. Smartphones sind Mobiltelefone, die als Mini-Computer auch Programme (Apps) laufen lassen können und über eine Internet-Verbindung verfügen.
Für die Wahl eines Smartphones ist bei den potenziellen Kunden überwiegend die Funktionalität der Geräte ausschlaggebend (70 Prozent). Dabei achten die Nutzer vor allem darauf, welches Betriebssystem genutzt wird (8 Prozent). Der Preis des Smartphones spielt mit ebenfalls 8 Prozent dagegen eine vergleichsweise geringe Rolle. Die großen Anbieter bieten neben ihren Flaggschiffen, wie dem iPhone oder Samsung Galaxy, oftmals auch günstige Geräte für Einsteiger an.
Die Marke sowie die einfache Bedienung des Geräts geben lediglich jeweils sieben Prozent der Nutzer als wichtigstes Kriterium für eine Entscheidung an. Nur bei iPhone-Nutzern liegt die Verteilung etwas anders: Mit 77 Prozent ist den Nutzern die Funktionalität, zu der Nielsen auch das Betriebssystem rechnet, überproportional wichtig. Auch der Marke Apple wird mit 12 Prozent mehr Gewicht beigemessen.
Bei den Herstellern hat Samsung hat in Deutschland die Nase vorn. Den Ergebnissen zufolge entscheiden sich die meisten Nutzer (41 Prozent) für ein Gerät des südkoreanischen Herstellers. Der größte Konkurrent Apple kommt mit seinen iPhones auf einen Marktanteil von 21 Prozent und hält einen nahezu konstanten zweiten Platz. Zu den Schlusslichtern gehören Nokia (9 Prozent), Sony (8 Prozent) und LG (3 Prozent). Die größte Marken-Wahrnehmung vor einem Kauf erreichen Samsung (54 Prozent), Apple (35 Prozent) sowie Nokia und HTC mit jeweils 21 Prozent.
Unter den Betriebssystemen beherrscht Google mit Android und 61 Prozent den Markt deutlich. Darauf folgt Apple mit iOS und einem Marktanteil von 21 Prozent. Microsofts Windows Phone ist leicht abgeschlagen mit vier Prozent vertreten.
Mit 39 Prozent vertreibt die Telekom die meisten iPhones, gefolgt von Vodafone und O2 (jeweils 20 Prozent). Der Provider E-Plus verkauft mit 10 Prozent am wenigsten von Apples Smartphone. E-Plus ist jedoch mit 47 Prozent der größte Anbieter von Samsung-Smartphones. Insgesamt sind Vodafone und O2 in Deutschland mit 22 beziehungsweise 19 Prozent die am häufigsten genutzten Provider, T-Mobile kommt auf einen Marktanteil von 17 Prozent. 77 Prozent der Nutzer schließen für die Datennutzung einen Vertrag ab, nur 23 Prozent setzen auf die Prepaid-Card.
Die iPhone-Nutzer sind ihrer Marke am treusten. 93 Prozent wollen sich demnach wieder das Smartphone von Apple zulegen. Demgegenüber wollen sich 73 Prozent der Samsung-Nutzer auch beim nächsten Smartphone für ein Gerät des koreanischen Herstellers entscheiden. Im Hinblick auf die unterschiedlichen Betribessysteme klafft die Lücke etwas mehr auseinander. Während ebenfalls 93 Prozent der iPhone-Nutzer Apples Betriebssystem iOS treubleiben wollen, sind dies allerdings nur 62 Prozent der Nutzer von Android.
Was die Features der Smartphones betrifft erhält eine vergleichsweise altbackene Funktion eine hohe Priorität. Den Angaben von Nielsen zufolge bleibt die SMS auch auf den Smartphones das populärste Feature. Das Surfen im Web, E-Mails und der Zugriff auf Soziale Netzwerke hätten gegenüber früheren Studien deutlich zugelegt. Bei den Spielen verlören demnach die auf den Geräten vorinstallierten Spiele gegenüber den selbst heruntergeladenen Titeln sowie gegenüber Online-Spielen.
Zu der Kategorie der Smartphones zählte Nielsen Geräte sowohl mit Touchscreen (56 Prozent) als auch ohne (3 Prozent) sowie Hybrid-Smartphones (3 Prozent). In die Studie nicht mit eingerechnet wurden Multimedia-Phones, die zwar internetfähig sind, aber keines der gängigen Betriebssysteme wie Android oder iOS haben. Außen vor blieben auch so genannte Feature-Phones ohne Tastatur oder Touchscreen und ohne gängiges Betriebssytem. Nur sechs Prozent der 16- bis 64-Jährigen in Deutschland besitzen überhaupt kein Mobiltelefon.
06.08.2013, 14:37 Uhr | dpa
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