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Die Trends des Mobile World Congress

25.02.2014, 11:54 Uhr | dpa

Mobile World Congress . Auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress werden die Technik-Neuheiten vorgestellt. (Quelle: Sony)

Auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress werden die Technik-Neuheiten vorgestellt. (Quelle: Sony)

In der Welt der Technik heißt es wieder "höher, schneller, weiter": Auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona stehen zwar sonst neue Smartphone-Flaggschiffe im Mittelpunkt. Doch die edlen Smartphones, Tablets und auch die immer populärer werdenden Phablets bekommen Konkurrenz von Mittelklasse-Handys, smarten Uhren, Armbändern oder sogar Bluetooth-Zahnbürsten.

Größere Displays, höhere Auflösungen, dünnere Gehäuse und Prozessoren mit noch mehr Kernen. Ohne das "Höher, schneller, weiter" geht es auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona (noch bis 27. Februar) nicht. Smartphones, Tablets und selbst die immer populärer werdenden Phablets markieren in der vernetzten Welt aber längst nicht mehr das Ende der Fahnenstange. Sie werden immer öfter zu Steuerzentralen und Datensammelstellen für per Bluetooth oder WLAN angebundene Geräte.

Bisher seien die sogenannten Connected Devices - ob im Auto, für das Zuhause oder für unterwegs als Wearables - nur "Silberstreifen am Horizont" gewesen und hätten es meist nicht zu verbraucherfreundlichen Innovationen gebracht, sagt Jürgen Morath von der Unternehmensberatung Accenture. "Jetzt sehen wir, dass sich das massiv am Markt manifestiert, das setzt sich durch." >>

Das gelte besonders für Gesundheits- und Monitoring-Funktionen. "Wir haben ja schon die Armbänder mit Schrittzähler und Ermittlung des Kalorienverbrauchs", gibt der Technologie-Experte ein Beispiel. "Ich glaube, auf solchen Themen lässt sich aufbauen." Allerdings seien in der Vergangenheit viele Wearables einfach zu teuer gewesen.

Vielleicht sind Smartwatches im Gegensatz zu Sportarmbändern und anderen Fitnesstrackern à la Fitbit oder Withings auch deshalb noch keine Kassenschlager. Das hält aber etwa Samsung mit der Gear 2 nicht davon ab, es nach dem Vorbild von Sonys Smartwatch mit einem breiten App-Angebot weiter zu versuchen. Huawei setzt bei seinem SmartBand gleich auf günstigere Hardware. Für knapp unter 100 Euro gibt es eine Mischung aus Tracker und vom Armband ablösbarem Bluetooth-Headset. Eine gewisse Namensgleichheit ergibt sich mit Sonys ab März erhältlichem SmartBand SWR 10, das sich unter anderem zum Zählen von Schritten, zur Schlafüberwachung und als Musikplayer-Steuerung empfiehlt. >>

Bluetooth ist ohnehin die Schnittstelle, über die bei Wearables viele Connected-Konzepte realisiert werden. Sei es das von Bionym entwickelte Armband Nymi, das seinen Träger am Herzschlag erkennt und darüber etwa das Smartphone entsperren kann, oder der mit Sensoren und drahtloser Ladetechnik bestückte Basketball 94Fifty (300 US-Dollar, also 218 Euro), der mit der Hilfe einer Trainings-App Dribbling, Spin oder Beschleunigung anzeigen und auswerten kann.

Zahnpflege mit Bleutooth und App

Sogar elektrische Zahnbürsten mit Bluetooth, Lagesensoren und Putz-Auswertung per App - auch für den Zahnarzt - soll es bald zu kaufen geben, zum Beispiel von Oral-B. Mit Bluetooth Low Energy oder NFC arbeitet auch das Schweizer Start-up Quip, das auslesbare Tags zum Überwachen und Katalogisieren von Alltagsgegenständen wie Rad, Kopfhörer oder Kamera anbieten will. Bei den Smartphones gibt es schon seit einiger Zeit einen Trend zu Mini-Mittelklasse-Versionen der Flaggschiffe. Und Motorola hat mit dem Moto G vorgemacht, dass man auch mit einem reinen Mittelklasse-Konzept erfolgreich sein kann. "Die Randbereiche werden natürlich trotz alledem von allen Anbietern mit den Top-Geräten adressiert, aber für den Massenmarkt ist tatsächlicher eher der Durchschnitt gefragt", sagt Jürgen Morath. Dabei halten immer mehr einstige Oberklasse-Features Einzug in die Mittelklasse: Beim Archos 50c Oxygen (rund 200 Euro) schafft es sogar ein Achtkern-Prozessor in ein günstiges Smartphone. LG bietet den vier Zoll großen G2-Ableger G2 Mini auch mit LTE an, ebenso wie Sony seinen neuen Mittelklasse-Androiden Xperia M2 oder HTC das Desire 816. Und auch der US-Hersteller Yezz stattet sein Fünf-Zoll-Gerät Andy A5VP (250 Euro) mit dem neuen Mobilfunkstandard aus. Yezz ist nur einer von ungezählten neuen Marken, vor allem aus China und Europa, die die Mittelklasse ins Visier nehmen. "Ich denke, die haben schon eine Chance, auch einfach zu diesem Preispunkt", sagt Morath. "Klar ist aber natürlich auch, dass dieser Massenmarkt inzwischen von allen Anbietern mit günstigeren Geräten bedient wird, die inzwischen sehr viele Funktionen auf sich vereinigen."

Immer populärer werden auch Phablets, also Handys, die mit einer Displaygröße von deutlich über 5 und unter 7 Zoll irgendwo zwischen Smartphone und Tablets liegen. Dazu gehören etwa das 6 Zoll große Grand Memo II LTE von ZTE oder das bereits im Vorfeld des MWC vorgestellte LG G2 Pro (5,9 Zoll). Und auch das eigentlich als Tablet vermarktete 7 Zoll große Huawei Mediapad X1 könnte wegen seiner eingebauten Telefonfunktion und seines geringen Gewichts mit etwas gutem Willen noch dieser Kategorie zugeordnet werden.
"Der All-in-One-Trend, den wir schon beim Smartphone und beim Tablet hatten, findet über die Phablets schon eine gewisse Mitte", sagt Technologie-Experte Morath. "Ich kann damit Medien konsumieren, ich kann im Zweifel auch mal eine Office-Anwendung darauf starten und tatsächlich sinnvoll bedienen, aber ich kann es auch als Telefon benutzen." Einer Accenture-Umfrage zufolge denke jeder Zweite, der sich binnen Jahresfrist ein neues Smartphone zulegen möchte, über einen Phablet-Kauf nach. "Insofern ist das mit ziemlicher Sicherheit ein ernstzunehmender Markt."

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