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Smappee im Test: Stromverbrauch bis ins Detail messen für jedermann

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Stromfresser erkennen  

Strommessung für zu Hause im Test

18.11.2014, 10:17 Uhr |

Smappee im Test: Stromverbrauch bis ins Detail messen für jedermann. Smappee kann Stromfresser im Haushalt aufspüren. (Quelle: t-online.de)

Smappee kann Stromfresser im Haushalt aufspüren. (Quelle: t-online.de)

Der Fernseher, der Sat-Receiver oder der Computer verbrauchen Strom auch im Standby-Betrieb, das ist eine Binsenweisheit. Aber wie viel Geld lässt sich eigentlich sparen, wenn Geräte ausgeschaltet werden? Und lohnt es sich, alte Glühbirnen gegen LEDs auszutauschen oder gar einen neuen Kühlschrank zu kaufen? Um das herauszufinden und dauerhaft Strom zu sparen, gibt es einige Möglichkeiten. t-online.de hat eine davon ausführlich getestet: Den Strommesser Smappee, der alle Verbraucher in einem Haushalt erkennen und ihren Stromhunger messen kann.

Smappee ist ein kleines Messgerät, das zentral in die Hauptstromleitung im oder nach dem Sicherungskasten eingeklemmt wird. Einmal installiert, misst Smappee den gesamten Strom, der durch die Leitungen in die Wohnung oder das Haus fließt und dort verbraucht wird.

Auf der passenden App für Smartphone oder Tablet (iOS und Android) werdrn dann der gesamte Stromverbrauch, die Kosten und der Verbrauch der Geräte angezeigt. Stromfresser können so leicht erkannt werden.

Installation nur durch einen Fachmann

Soweit die Theorie des Herstellers. t-online.de hat getestet, wie es sich in der Praxis verhält. Die Installation des kleinen Messgerätes soll einfach sein. Und tatsächlich müssen keine Kabel zerschnitten oder Drähte an Klemmen oder Schrauben angeschlossen werden. Magnetische Induktionsfühler werden einfach um die jeweiligen Kabel geklemmt, wobei vorher natürlich der Strom abgeschaltet wird. Damit kann das Gerät auch in einer Mietwohnung eingesetzt werden, der Ausbau ist genau so leicht.

Dennoch sollte die Installation unbedingt einem Fachmann überlassen werden. Denn dazu muss der Sicherungskasten geöffnet und die Hauptleitung freigelegt werden. Wer sich nicht auskennt und im geöffneten Sicherungskasten an die falsche Stelle fasst, riskiert einen lebensgefährlichen Stromschlag. Die vom Stromversorger kommenden Leitungen stehen auch bei abgeschalteter Stromversorgung vor der Hauptsicherung unter Strom.

Ist Smappee korrekt installiert und die Stromversorgung wieder eingeschaltet, kann das Messgerät seinen Dienst beginnen. Um die Daten auch auf dem Smartphone oder der Smappee-Internetseite auslesen zu können, muss der Nutzer Smappee noch mit dem WLAN des heimischen Internet-Routers verbinden. Zeigt Smappee seinen grünen LED-Pulsschlag, hat alles geklappt. Smappee selbst zieht weniger als zwei Watt.

Lernphase erfordert Geduld

Laut Hersteller lernt Smappee in "ein paar Tagen" alle Verbraucher im Haus kennen und kann sie identifizieren. In unserem Testhaushalt dauerte es jedoch gute zweieinhalb Wochen, bis die meisten Geräte erkannt waren. Außerdem bleibt es dem Nutzer überlassen, sie zu identifizieren. Die Smappee-App zeigt nicht an, ob eine Kaffeemaschine oder ein Bügeleisen gerade Strom zieht, sondern listet lediglich "Gerät 1" bis "Gerät x" auf.

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Zu jedem erkannten Stromverbraucher werden Einschaltzeiten und -dauer sowie die verbrauchte Wattzahl angezeigt. Daher ist es nicht allzu schwer, Geräte zu erkennen. Der Nutzer muss lediglich in der App die Ansicht "Ereignisse" aufrufen und ein Gerät mehrfach ein und ausschalten. Spiegeln sich die Schaltvorgänge in der Ereignisliste wieder, kann dem bisher als "Gerät x" bezeichneten Verbraucher ein Name und ein passendes Symbol zugeordnet werden.

Manche Geräte sind kniffelig

Geräte die viel Strom benötigen, erkennt Smappee sehr schnell. Bügeleisen, Wäschetrockner oder Herd, die deutlich über 1000 Watt verbrauchen, tauchen oft schon nach ein oder zweimaligem Einschalten in der Geräteliste auf und können wie beschrieben identifiziert werden.

Kniffelig ist dabei allerdings der Herd: Elektroherde hängen am Drehstromanschluss, also an allen drei Stromphasen. Deshalb erkennt Smappee statt einem Herd zunächst mehrere unterschiedliche Geräte – je nachdem welche Kochplatten in welcher Kombination eingeschaltet werden. Es hat einige Experimente gebraucht, bis wir ermittelt hatten, hinter welchen Geräten sich jeweils der Herd versteckt. Dann lassen sich diese Geräte in der App aber zu einem zusammenfassen.

Sparsame Geräte dauern länger

Verbraucher, die nicht sehr viel Strom schlucken, erfordern zum Teil mehr Zeit bis Smappee sie erkennt. Recht zügig geht es bei Geräten, die häufig ein- und ausgeschaltet werden und immer die gleiche Wattzahl verbrauchen. Hier erkennt Smappee schnell ein Muster und führt die Geräte auf.

In unserem Testhaushalt erkannte das Messgerät nach etwas mehr als einem Tag die Beleuchtungen in den Hausfluren und die über Bewegungsmelder geschaltete Außenlampe der Haustür. Alle drei Lampen sind mit LED-Leuchtmitteln bestückt, die zwischen 15 und 50 Watt verbrauchen.

Andere Verbraucher mussten wir länger "jagen" bis sie identifiziert waren. Ein rätselhaftes Gerät mit einem Verbrauch von 37 Watt sowie gleich- und regelmäßigen, über den Tag verteilten Schaltzeiten entpuppte sich nach langem Probieren als Warmwasser-Zirkulationspumpe der Zentralheizung.

Kniffelig sind auch Verbraucher, die gemeinsam über eine Schaltsteckdose ein- und ausgeschaltet werden. Im Test hat Smappee deshalb einen HiFi-Verstärker, einen DVD-Player und einen Fernseher auch nach über zwei Wochen nicht separat erkannt.

Auswertung ist ausführlich

Nachdem ein Großteil der regelmäßig betriebenen Verbraucher im Haus erkannt waren, zeigte die Smappee-App sehr ausführliche und detaillierte Auswertungen an. So lässt sich das Potential zum Stromsparen schnell erkennen. Wo vier Halogenlampen im Badezimmer zuvor 80 Watt verbrauchten, kommen genau so helle LED-Strahler jetzt mit 12 Watt aus.

Schaltet sich beispielsweise die Außenbeleuchtung vor der Haustür durch einen Bewegungsmelder sehr oft ein, kann der Nutzer den Verbrauch aufsummiert bewerten und entscheiden, ob er die Glühbirne in der Außenlampe durch eine sparsame LED-Birne ersetzt oder aber die Schaltzeiten des Bewegungsmelders beschränkt, damit dieser nur im Dunklen schaltet oder die Lampe kürzer leuchtet.

Auch heimliche Standby-Verbraucher sind so schnell enttarnt und können beispielsweise über den mitgelieferten Funkstecker nach Bedarf automatisch oder über die App ein- und ausgeschaltet werden.

Interessant ist auch der "Abwesenheitsverbrauch". Wenn niemand zu Hause ist und alle üblichen Verbraucher ausgeschaltet sind, hat unser Testhaushalt einen durchschnittlichen Dauerverbrauch von 120 Watt. Der dürfte sich vor allem aus dem Kühlschrank und der gelegentlich anspringenden Zentralheizung speisen.

Ertrag der Solaranlage messen

Wer eine Solarstromanlage auf dem Dach hat, kann eine spezielle Variante von Smappee bestellen, die mit einem zweiten Sensor ausgestattet ist. Dieser Sensor wird in die Leitung eingeschleift, die den Strom von der Solaranlage liefert. So kann der Nutzer dann mit seiner App auch den Ertrag seiner Solaranlage messen, ohne dafür zu Hause im Keller oder auf dem Dachboden auf den Einspeise-Zähler schauen zu müssen.

Fazit

Das in Belgien hergestellte Messgerät Smappee lässt sich tatsächlich recht simpel installieren und in Betrieb nehmen und liefert dann mit einer einfach zu bedienenden App detaillierten Aufschluss über den Stromverbrauch und bei Bedarf auch über den Solarertrag. Die Erkennung von Verbrauchern funktioniert erstaunlich gut, auch wenn sie nicht ganz so automatisch läuft, wie die Internetseite glauben macht.

Die detaillierten Informationen über die einzelnen Verbraucher können dem Nutzer tatsächlich beim Strom sparen helfen. Laut Angaben des Herstellers kann die Stromrechnung um durchschnittlich zwölf Prozent gesenkt werden. Bei einem Vier-Personen-Haushalt könnten das bis zu 140 Euro sein.

Allerdings werden für das Strommessgerät Smappee inklusive Schaltstecker 199 Euro fällig. Die Version für einen Drei-Phasen-Anschluss mit zusätzlicher Messung des Solarertrages kostet 100 Euro mehr. Diese Kosten müssen wieder ausgeglichen werden. Da kommt es auf den jeweiligen Haushalt an, ob sich die Anschaffung lohnt.

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