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Google Glass wird nicht mehr verkauft, aber weiterentwickelt

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Datenbrille ausgemustert  

Verkauf von Google Glass wird vorerst eingestellt

17.01.2015, 09:00 Uhr | t-online.de, dpa

Google Glass wird nicht mehr verkauft, aber weiterentwickelt. Frau mit Computerbrille Google Glass (Quelle: dpa/Archiv-Bild)

Google wirft Google Glass aus dem Programm (Quelle: Archiv-Bild/dpa)

Google versucht einen Neustart mit Google Glass: Die erste Version der umstrittenen Computerbrille wird nicht mehr verkauft. Unter neuer Leitung soll sie das Entwicklerteam von Google Nest vielmehr für den Einsatz im Smart-Home-Bereich weiterentwickeln.

Das erste Serienmodell von Google Glass werde eingestampft, jedoch die Entwicklung der Datenbrille unter neuer Leitung fortgeführt, erklärte das Unternehmen. Die Aufsicht über die Weiterentwicklung soll der frühere Apple-Manager Tony Fadell bekommen, der sich damit noch stärker zum Hardware-Boss des Internetkonzerns entwickelt.

Google hatte die internetfähige Computerbrille mit Kamera und einem kleinen Bildschirm über dem rechten Auge im Frühjahr 2012 medienwirksam vorgestellt, voriges Jahr kam sie in den Handel. In der Öffentlichkeit stieß Google Glass vor allem aus Sorge um die Privatsphäre weltweit auf viel Ablehnung. Teilweise wurden Träger von Google Glass sogar Opfer von Gewalt. Zudem kämpfte die erste Version auch noch nach einer Modifizierung mit kurzen Batterielaufzeiten und wurde im Betrieb zu warm.

Führungswechsel bei Google Glass

Das Projekt war bisher beim Forschungslabor Google X angesiedelt, das viel Aufmerksamkeit von Mitgründer Sergey Brin bekommt. Er hatte die Brille auf der Entwicklermesse Google I/O im Juni 2012 vorgestellt und galt auch als eine zentrale treibende Kraft hinter Glass. Zuletzt zeichnete sich jedoch ab, dass das Interesse von Software-Entwicklern, Programme für die Datenbrille zu schreiben, mit dem ausbleibenden breiten Marktstart nachließ.

Im Zuge des nun auslaufenden "Explorer"-Programms haben schätzungsweise einige zehntausend Testnutzer vor allem in den USA die Brille für rund 1500 Dollar gekauft. Die Kooperationen mit Unternehmen und Software-Entwicklern sollen weitergehen, hieß es.

Ungewisse Zukunft

Google vermarktete Glass zuletzt stärker als Werkzeug für spezialisierte Aufgaben am Arbeitsplatz, in Deutschland laufen Projekte zum Beispiel in der Autobranche. Darüber hinaus wurden am Donnerstag zunächst keine konkreten Pläne zur Zukunft von Glass bekannt. Für dieses Jahr wird mit einer neuen Version gerechnet, Ankündigungen dazu gab es aber bisher nicht. Man werde zukünftige Varianten zu sehen bekommen, "wenn sie fertig sind", hieß es in einem Eintrag beim Online-Netzwerk Google Plus.

Fadell, der bei Apple unter anderem maßgeblich an der Entwicklung der iPods beteiligt war, kam zu Google vor einem Jahr mit dem Kauf des von ihm mitgegründeten Herstellers vernetzter Thermostate Nest für über drei Milliarden Dollar. Nest entwickelt sich mit Kooperationen und Übernahmen zum Mittelpunkt der Google-Pläne zur Vernetzung von Alltagstechnik.

Die bisherige Glass-Projektleiterin Ivy Ross solle die operative Führung der Sparte behalten, werde aber Fadell unterstehen, hieß es. Möglicherweise ist es eine Abkehr von der bisherigen Vorgehensweise, Test-Nutzern ein noch weitgehend unfertiges Produkt in die Hand zu geben, statt es erst intern zur Marktreife zu führen. Die ersten Versuche mit Glass hätten gezeigt, was für Verbraucher und Unternehmen wichtig sei, sagte Fadell dem Technologie-Blog "The Verge".

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