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Smarthome: Bluetooth erlebt eine wahre Renaissance

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Alte neue Smarthome-Technik  

Bluetooth erlebt Renaissance im Smarthome

08.05.2015, 13:49 Uhr |

Smarthome: Bluetooth erlebt eine wahre Renaissance. Ein Smartphone mit Bluetooth reicht aus, um das Smarthome zu steuern. (Quelle: imago/Westend61)

Ein Smartphone mit Bluetooth reicht aus, um das Smarthome zu steuern. (Quelle: Westend61/imago)

Bluetooth ist ein schon etwas in die Jahre gekommener Funkstandard, der vor allem von Freisprecheinrichtungen für Handys oder seit Kurzem auch von Fitness-Trackern bekannt ist. Die Nahfunk-Technik kann jedoch sehr viel mehr. Besonders spannend wird es, wenn zuhause neben dem WLAN ein eigenes Bluetooth-Netzwerk funkt.

Einst brachte der dänische König Harald Blauzahn verfeindete Dänen und Norweger zusammen, heute verbindet Bluetooth Smartphones mit Computern, Lautsprechern, schlauen Armbändern Lampen, Türschlössern und vielem mehr. Dennoch blieb das WLAN bisher die zentrale Technik, um verschiedene Geräte miteinander zu verbinden. Dabei bieten vor allem die neueren Bluetooth-Standards einige Vorteile.

Warum eigentlich Bluetooth?

Seit der Version Bluetooth 4.0 verfügt der Nahfunk über eine besonders stromsparende Komponente: Bluetooth Smart oder auch als Bluetooth 4.0 Low Energy (BTLE). Dank des sehr geringen Energiebedarfs halten damit ausgestattete Geräte wie Lichtschalter oder Lampen mit einer Akkuladung oder einer Knopf-Batterie Monate oder sogar Jahre lange durch.

Ein weiterer Vorteil: Die Anbindung von Bluetooth-Geräten an ein Smartphone – das sogenannte "Pairing" – ist sehr einfach und ohne großen Aufwand machbar. Einmal verbunden, erkennen sich Gerät und Smartphone automatisch, sobald sie sich in Reichweite befinden. Das macht im Vergleich zum traditionellen WLAN vieles leichter.

Kein zentraler Funk-Hub nötig

Jedes Smartphone hat Bluetooth an Bord, kann also direkt mit Geräten wie Lampen, Rollladenmotoren und dergleichen kommunizieren. Bisherige Smarthome-Lösungen setzen auf herstellereigene Funkstandards wie beispielsweise Z-Wave von Sigma Design oder ZigBee. Damit die entsprechend ausgestatteten Geräte in den eigenen vier Wänden gesteuert werden können, wird eine Art "Funkzentrale" benötigt.

Dieser Funk-Hub, auch "Bridge" genannt, ist mit dem WLAN des Hauses und mit dem Internet verbunden. Die entsprechende Smartphone-App sendet einen Schaltbefehl über WLAN an den Hub, der "übersetzt" den Befehl in den systemeigenen Funkstandard und schickt ihn an den entsprechenden Empfänger. Der Rückkanal funktioniert genauso: Das Heizkörperthermostat sendet die Ist-Temperatur an den Hub und der wiederrum an das Smartphone.

Ist der Bewohner unterwegs, kann er über das Internet dennoch daheim Schaltvorgänge auslösen oder Statusmeldungen wie die Raumtemperatur empfangen. Bei Bluetooth Smart entfällt der Hub, alle Smarthome-Geräte kommunizieren direkt mit Smartphone und App.

Bluetooth Smart: noch etwas vergesslich

Dieser Vorteil bringt aber zumindest bisher auch einen wesentlichen Nachteil mit sich: Der Funk-Hub dient nämlich nicht nur als reines Funkrelais. Die Hubs speichern auch Programmabläufe und Automatisierungen. Beispielsweise die Uhrzeit, zu der abends die Rollläden automatisch geschlossen werden sollen. Damit wird also eine autarke Steuerung möglich und das Smarthome führt vordefinierte Aktionen aus, auch wenn der Bewohner nicht daheim ist.

Fehlt der Hub im System, fehlt auch die Instanz, die solche Programmierungen speichern kann. Ist also der Bewohner nicht daheim, bleiben die Rollläden offen, um bei unserem Beispiel zu bleiben. Allerdings arbeitet die für die Standardisierung von Bluetooth zuständige Bluetooth Special-Interest-Group (Bluetooth SIG) bereits an Spezifikationen für sogenannte Gateways, die dann die gleiche Aufgabe haben sollen, wie die Funk-Hubs.

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Dann wäre auch ein auf Bluetooth Smart basierendes Smarthome mit dem Internet verbunden und könnte ebenfalls neben der Steuerung aus der Ferne auch Programmabläufe und Automatisierungen abarbeiten. Apple soll angeblich seine Settopbox Apple TV als zentrale Steuereinheit für sein Homekit-System vorsehen. Dann würde das als Funk-Hub zum Einsatz kommen und auch die Automatisierungen ermöglichen.

Ein Netzwerk aus Lampen

Es gibt aber noch einen weiteren Nachteil: Die Funkreichweite. Bluetooth Smart stößt gerade bei komplexen Gebäuden schnell an seine Grenzen. Ist ein zu schaltendes Gerät im Erdgeschoss und der Bewohner im Dachgeschoss, dann ist oft Sendeschluss. Eine Lösung dieses Problems wäre nur mit einem sogenannten "Mesh-Netz" zu schaffen.

Das englische Wort steht für Masche und ein Mesh-Netz würde dafür sorgen, dass alle im Netz eingebundenen Geräte auch gleich als Relaisfunkstelle dienen, also einen Funkbefehl durch die Maschen des Netzes weiterleiten, auch wenn dieser gar nicht für sie ist. Das Smartphone sendet dann beispielsweise "Licht an" an die Lampe im Keller und der Befehl wandert von der Funksteckdose im Dachgeschoss über die Rollladensteuerung im Erdgeschoss zur Lampe in den Keller. Diese meldet auf gleichem Wege zurück, dass sie nun eingeschaltet ist.

Hersteller stehen in den Startlöchern

Mehrere Hersteller von Geräten wie Lampen oder Garagentorantrieben haben bereits Produkte für den Bluetooth Smart-Standard entwickelt. Was dem Vortrieb leistet ist die Tatsache, das Apples Smarthome-Standard "Homekit" auf Bluetooth Smart und WLAN, nicht aber auf die erwähnten proprietäre Funkstandards setzt. Apple hat Homekit im Juni 2014 erstmals vorgestellt und im Sommer könnten erste Produkte auf den Markt kommen.

Proxi, ein Zusammenschluss des Systementwicklers Seed und mehrerer Geräteherstellern, hat bereits verschiedene Schaltlösungen fertig. Die Module nennen sich "Proxi Light", "Proxi Power" oder "Proxi Shade" und werden in herkömmliche Schalterdosen eingebaut und an die vorhandene Verkabelung angeschlossen. Dann können sie Lampen schalten und dimmen (Proxi Light), Geräte ein- und ausschalten (Proxi Power) oder Rollläden öffnen und schließen (Proxi Shade).

Mit dem "Proxi Plug" gibt es zudem einen Steckdosen-Adapter, sodass darin eingesteckte Geräte geschaltet werden können. Seed hat auf Fachmessen zudem seine "Seed Bulb" vorgeführt. Das ist eine LED-Glühbirne die weißes und farbiges Licht abstrahlen kann.

Dazu gibt es eine passende App, mit der alles gesteuert wird. Seed selbst entwickelt neben der App für Smartphones vor allem die dazugehörigen Geräte. Allerdings will Seed diese nicht selbst verkaufen, sondern über Partner vertreiben, die diese dann als eigene Produkte anbieten oder aber eigene Geräte mit der Funktechnik von Seed ausstatten.

Smartwatches als Fernsteuerung

Ein Aspekt könnte der Smarthome-Steuerung per Bluetooth-Smart zusätzlichen Schwung geben. Die meisten Smartwatches haben ebenfalls diesen Funkstandard an Bord. Zum einen, weil Bluetooth Smart den Akku der Uhr schont und zum anderen, um eben diverse Geräte und nicht zuletzt auch ein Smartphone anzubinden.

Elgato hat bereits eine farbige LED-Lampe im Angebot, die von einer entsprechenden App für die Apple Watch gesteuert werden kann. Die Smartwatches bieten dabei den Vorteil, dass der Nutzer nicht erst das Smartphone aus Hand- oder Hosentasche fummeln muss, um ein Gerät in seinem Smarthome anzusteuern.

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