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Die Zukunft des Fliegens und der Luftfahrt

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Die Zukunft des Fliegens

21.03.2016, 15:23 Uhr | Uwe Kauss

Die Zukunft des Fliegens und der Luftfahrt. Überschall-Privatjet oder Flugzeug mit Panorama-Dach: So könnten die Luftfahrt bald aussehen. (Quelle: Spike Aerospace)

Überschall-Privatjet oder Flugzeug mit Panorama-Dach: So könnten die Luftfahrt bald aussehen. (Quelle: Spike Aerospace)

Schon in einigen Jahren könnten völlig neue Flugzeuge die Luftfahrt in eine neue Dimension katapultieren: Die innovativen Jets sollen superschnell, extrem komfortabel und dazu umweltfreundlich werden. wanted.de zeigt, wohin die Reise geht.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Mit Überschallgeschwindigkeit dauert ein Flug von London nach New York nur noch rund drei Stunden statt acht. Die Passagiere sind nicht in enge, unbequeme Sitzreihen gequetscht, sondern strecken sich in bequemen Sofas und betrachten entspannt die Welt unter ihnen. Die Bilder aus den Kameras im Flugzeugrumpf werden live auf riesige Panoramascheiben im Innern der Kabine projiziert. Das alles ist keine wolkige Vision: Der Privatjet-Hersteller Spike Aerospace aus Boston (USA) arbeitet seit einigen Jahren am "Supersonic Jet S-512" und will bereits 2018 erste Testflüge absolvieren lassen.

Ein Flugzeug für Milliardäre

Doch Billigtickets gibt’s für Spikes neue Concorde-Generation wohl kaum: Etwa 100 Millionen Dollar soll eine Überschallmaschine mit viel Platz und Annehmlichkeiten für zwölf bis 18 Passagiere kosten. Sie wird laut Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von rund 1600 km/h erreichen – und ist innen so eingerichtet, dass sich Milliardäre und Oligarchen wohl fühlen.

Solche Geschwindigkeiten könnten das Fliegen der Zukunft bestimmen – je schneller ein Flugzeug ankommt, umso attraktiver ist die Buchung.

Problem: der Knall

Doch nicht nur das Entwickeln eines solchen Flugzeugs ist sehr teuer, aufwendig und komplex: Damit müssen die Piloten auch über die Kontinente fliegen können – und dürfen. "Derzeit halte ich das nicht für möglich", sagt Axel Raab, Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung in Langen. "Überschallmaschinen sind extrem laut, der Knall ist so heftig, dass schon die Concorde nur über unbewohntem Gebiet die Schallgrenze überschreiten durfte."

Die US-Weltraumbehörde NASA hat aber vor kurzem angekündigt, gemeinsam mit dem Hersteller Lockheed an Designkonzepten zu arbeiten, um den Überschallknall zu eliminieren oder zumindest deutlich zu reduzieren. Die NASA-Forscher und Flugzeugbauer sind sich sicher: Leise "Supersonic"-Jets könnten bereits ab etwa 2020 zum Test abheben. >>

Das Designkonzept D8 mit dem Spitznamen "Double Bubble" wird zudem derzeit für bis zu 5500 Kilometer lange Flüge mit 180 Passagieren und einer Geschwindigkeit von knapp 1000 km/h entwickelt.

Doch Axel Raab bremst den Optimismus: "Ich halte es für wenig wahrscheinlich, dass Flugzeuge in naher Zukunft so schnell unterwegs sind." Denn die Flugrouten seien schon heute so voll, dass neue Überwachungskonzepte noch mehr Flugzeuge sicher leiten müssen. Die superschnellen Flieger seien derzeit kaum sicher durch die ohnehin schon stark frequentierten Lufträume zu lotsen.

Fernsteuerung bei Passagiermaschinen? Doch in der Grundlagenforschung arbeitet die DFS mit Partnern, um Maschinen lückenlos von einem einzigen Fluglotsen auch über den Ozean leiten zu können. Heute ist das noch nicht möglich. Bei Notfällen könnte es sogar möglich werden, dass ein Pilot am Boden die Kontrolle wie bei einer Drohne übernimmt. Doch das sei "ein auf 15 bis 20 Jahre angelegtes Projekt", sagt Raab. Airbus und Boeing konkurrieren um Zukunftskonzepte

Doch auch weniger schnell ist innovativ und komfortabel: In der Konzeptstudie von Airbus für den Flieger der Zukunft sitzen die Passagiere auf geräumigen Sitzen in einer High-Tech-Kabine aus superleichtem und hochstabilem Material. Die Innenwände könnten sich demnach zu einer interaktiven Membran verwandeln, die etwa den Sternenhimmel über den Passagieren an die Kabinendecke projizieren. In speziell eingerichteten Räumen könnte mit eigens entwickelter Software sogar künftig der Golfabschlag gegen die Langeweile geübt werden. Konkurrent Boeing arbeitet derzeit an recht ähnlichen Konzepten.

Doch längst erfinden Wissenschaftler und Ingenieure das Reisen in der Luft komplett neu: Clip-Air heißt etwa ein Projekt der Polytechnischen Hochschule Lausanne in der Schweiz. Das Fliegen soll nach den Ideen der Forscher so komfortabel wie Zugfahren werden. Ihre Idee: Das Flugzeug wandelt sich zum reinen Transport-Vehikel mit Motor, Cockpit, Tragflächen, Triebwerken und einem Fahrgestell zur Landung. Daran sollen vor dem Start Passagier- oder Frachtmodule angekoppelt werden. Passagiere steigen wie in den Zug am Bahnsteig ein. Das Terminal könnte sogar an einem Bahnhof oder an der Autobahn gebaut werden. Eine Zugmaschine bringt das zigarrenähnliche Modul zum Flughafen, es wird angedockt und los geht’s.

Auch NASA und Raumfahrt forschen im Bereich Luftfahrt Doch am wahrscheinlichsten ist es, dass sich vielleicht schon bald die Form der Flugzeuge völlig verändert. Eine mögliche Variante ist für Luftfahrtexperten der "Blended Wing Body" (BWB) - ein Flugzeug, dessen Rumpf fließend in den Flügel übergeht. Diese Flugzeuge sollen künftig noch mehr Platz für Passagiere bieten, viel leichter sein und deutlich weniger Treibstoff verbrauchen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben kürzlich erstmals den Rumpf sowie eine Kabinengestaltung am Computer zusammengeführt und so eine theoretische Grundlage für den erweiterten integrierten Flugzeugentwurf geschaffen. Auch die NASA arbeitet intensiv an solchen Konzepten. Zulassungen dauern bis zu zehn Jahre

Zudem werden derzeit neue Designs für extrem leise Flugzeuge, umweltfreundliche Wasserstoff-Triebwerke und Mini-Flugzeuge, die das Auto ersetzen könnten, an Simulatoren und in Werkshallen erprobt. Neue Materialformen, Treibstoffkonzepte und intelligente Fertigungsmethoden werden Passagiere neu abheben lassen. Doch das faszinierende, schnelle und umweltfreundliche Flugzeug werden Passagiere in den nächsten Jahren wohl noch nicht betreten. Das liegt an den aufwendigen Zulassungsverfahren. Axel Raab kennt den Zeitrahmen: "Bis ein serienfertiges Flugzeug seine Zulassung zum weltweiten Luftverkehr erhält, dauert es durchschnittlich etwa zehn Jahre." Bis dahin: In die Schlange stellen, in den Sitz zwängen und nach der Landung: Nichts wie raus. 

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