Sie sind hier: Home > Digital > Smart Home >

Smart Home: Wie riskant ist das intelligente Zuhause?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Smart Home  

Das intelligente Zuhause birgt neue Risiken

06.12.2016, 12:09 Uhr | Renate Grimmin, dpa

Smart Home: Wie riskant ist das intelligente Zuhause?. Dieser Kühlschrank verschickt per eingebauter Kamera Fotos des Inhalts via App auf ein Tablet oder Smartphone. (Quelle: dpa/Archivbild)

Dieser Kühlschrank verschickt per eingebauter Kamera Fotos des Inhalts via App auf ein Tablet oder Smartphone. (Quelle: Archivbild/dpa)

Das intelligente Zuhause soll komfortabel und sicher sein: Die Rolläden fahren nach unten, wenn es dunkel wird, die Heizung wird wärmer, wenn man sich der Wohnung nähert. Das alles funktioniert, weil die Geräte Sensoren haben und miteinander vernetzt werden. Doch die Technik gerät zunehmend auch ins Visier von Cyber-Kriminellen.

Für das Smart Home gibt es inzwischen zahlreiche Anwendungszenarien. Doch bei aller Euphorie über den wachsenden Markt hat sich zuletzt Ernüchterung eingestellt: Öffnen die Anwendungen ein Scheunentor für Angreifer? Erst kürzlich legte eine weltweite Attacke auf Router die Internet-Verbindungen von 900.000 Kunden der Deutschen Telekom lahm.

Die Grundvoraussetzungen für ein smartes Zuhause sind in den größten europäischen Ländern gelegt. Wie die gfu im Sommer ermittelte, gibt es in drei von vier Haushalten einen Internet-Router, 84 Prozent der Menschen besitzen ein Smartphone. Erst knapp 3 Prozent der Haushalte nutzten laut der gfu-Studie aktuell etwa eine smarte Heizungssteuerung, doch 20 Prozent haben großes Interesse daran, weitere 27 Prozent stehen solchen Anwendungen eher positiv als negativ gegenüber. Bei der Lichtsteuerung sieht es ähnlich aus: Zwei Prozent nutzen eine entsprechende Anwendung, aber 45 Prozent sind daran interessiert.

UMFRAGE
Nutzen Sie bereits intelligente Technik, um beispielsweise Strom zu sparen, das Licht oder die Heizung zu steuern?

Sorge um Sicherheit beim Smart Home

Der Befragung von 5000 Haushalten in den größten europäischen Ländern zufolge sorgten sich jedoch 59 Prozent der Europäer und 61 Prozent der Menschen in Deutschland, dass Fremde von außen die Steuerung übernehmen könnten.

Dass diese Sorge durchaus berechtigt ist, zeigte jüngst die Attacke auf die Router der Telekom gezeigt. Bei dem weltweit angelegten Angriff hatte eine dem Mirai-Botnetz zugerechnete Schadsoftware bestimmte Router des Konzerns unter Dauerfeuer gesetzt. Anders als ursprünglich angenommen, konnte sich die Software zwar nicht in den Routern einnisten, doch der Beschuss ließ sie schließlich abstürzen.

Als der Angriff weitestgehend abgewehrt war, waren sich alle Experten einig: Es hätte auch weitaus schlimmer kommen können. Routern wurden bislang nicht allzu viel Aufmerksamkeit gezollt. Die kleinen Geräte mit Plastikgehäuse fristen in der Regel in irgendwelchen Ecken der Haushalte unbeobachtet ihr Dasein und stehen eher nicht als Hightech-Gadget im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Das tun allerdings auch Babyfones nicht. Inzwischen oft mit Kamera und WLAN-Anschluss ausgestattet, bieten auch sie potenziellen Eindringlingen oft ein leichtes Spiel. Erste Schreckensmeldungen gab es bereits aus den USA, wo sich Fremde offenbar Zugriff auf die Geräte in Kinderzimmern erschlichen. Die IT-Sicherheitsfirma Rapid7 untersuchte zuletzt sieben Babyfones verschiedener Hersteller – und stieß dabei bei allen Geräten auf Sicherheitslücken.

Viele Hersteller nehmen Sicherheit nicht Ernst

Beunruhigend sind nicht allein die Testergebnisse, die zahlreiche Schlupflöcher für Angreifer offenbarten. Es liege für die Hersteller weit ab von der Norm, sich überhaupt darum zu kümmern, entdeckte Sicherheitslücken zu schließen, kritisierten die Experten. Bei einigen Anbietern habe es nicht einmal die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme gegeben. Es sei zu hoffen, dass sich das ändern werde, schreiben die Sicherheitsforscher.

Die Dringlichkeit dürfte exponentiell mit dem Wachstum des Internet der Dinge zunehmen. Wie die letzten Cyberangriffe gezeigt haben, werden aktuell eher relativ "dumme" Geräte wie Babyfones, Webcams, vernetzte Heizungsthermostate, mit dem Netz verbundene Kühlschränke – oder eben Router – zum attraktiven Ziel von Kriminellen.

Smart-Home-Geräte werden für Botnetze missbraucht

Nicht nur, dass Smart-Home-Geräte, die mit Kamera oder Mikrofon ausgestattet sind, sich als Tür für Spione nutzen lassen. Sind sie einmal gekapert, lassen sie sich zu einem gigantischen Botnetz verbinden. Wie auch bei der Schadsoftware Mirai können diese Heerscharen von Geräten dann für einen verheerenden Angriff genutzt werden. Solche Attacken hatten zuletzt im Oktober auf den amerikanischen Verwalter von Domain Name Server, Dyn, gezielt – und prompt zahlreiche Websites in die Unerreichbarkeit geschossen.

Ähnliches dürften die Angreifer zuletzt auch mit ihrer Attacke bezweckt haben, die schließlich die fast eine Million Telekom-Router traf. Die Geräte wiesen zwar nicht die von den Angreifern erhoffte Sicherheitslücke auf, doch es gelang trotzdem, sie so zu irritieren, dass sie ihren Dienst einstellten.

Oft fehlen einfachste Sicherheitsmaßnahmen

Aber was ist mit WLAN-Druckern, Webcams, Babyfones, Internet-Kühlschränken, intelligenten Thermostaten oder Assistenten wie Amazons Echo? Bei vielen Produktgruppen des smarten Zuhauses, die das Internet der Dinge inzwischen bevölkern, stand das Thema Sicherheit bislang nicht gerade oben auf der Agenda. Oftmals kommen nicht einmal simple Sicherheitsvorkehrungen wie ein Passwort-Schutz zum Einsatz. Dabei zeigten Hacker immer wieder, wie zum Teil erschreckend einfach sich jemand von Außen Zugriff verschaffen kann.

Um der wachsenden Gefahr zu begegnen, haben unterdessen Sicherheitsexperten, darunter Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik BSI, eine Art Sicherheits-Gütesiegel für die Geräte gefordert. Auch Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, sieht hier Handlungsbedarf – und plädiert für einheitliche Standards. Die Anbieter müssten "hart daran arbeiten", die Lösungen so einfach wie möglich, "aber auch so sicher wie nur irgend möglich zu gestalten", um die Nutzer vom Smart Home zu überzeugen.

Weitere spannende Themen finden Sie auf unserer Digital-Startseite.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
Trendige Sofas und Couches für jeden Geschmack
reduzierte Angebote entdecken bei ROLLER.de
Shopping
Sichern Sie sich 20,- € Rabatt ab 60,- € Einkaufswert
nur für kurze Zeit bei TOM TAILOR
KlingelBabistabonprix.deESPRITStreet OneCECILMADELEINEdouglas.demyToys
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Smart Home

Anzeige
shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017