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Fotografieren mit fremden Kameras

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Blende, Belichtung Weißabgleich  

Diese Einstellungen müssen Sie kennen

22.09.2017, 08:12 Uhr | Julia Ruhnau, dpa

Fotografieren mit fremden Kameras. Die Grundprogramme sind bei den meisten System- und Spiegelreflexkameras die gleichen. Wer das weiß, findet sich auch mit fremden Kameras schnell zurecht.  (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)

Die Grundprogramme sind bei den meisten System- und Spiegelreflexkameras die gleichen. Wer das weiß, findet sich auch mit fremden Kameras schnell zurecht. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

"Willst du nicht ein paar Fotos machen?" Wer mit einer unbekannten Kamera hantiert, ist schnell überfordert. Wo stelle ich die Blende ein, welcher Knopf steuert die Belichtung? Dabei sind im Grunde alle Modelle ähnlich aufgebaut.

Wolfgang Elster, Fotograf und Vorstandsmitglied im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) erklärt: "Die grundlegenden Einstellungsmechanismen sind bei den verschiedenen Kameraherstellern gleich. Da gibt es bei der Bedienung nur bauartbedingte Unterschiede."

Belichtungsautomatiken P, S, M oder A

Neben dem Automatikmodus bieten viele komplexere Kameras die Möglichkeit, selbst Einstellungen vorzunehmen. Dafür haben Systemkameras, also Apparate mit Wechselobjektiv, genauso wie höherwertige Kompaktkameras oben am Gehäuse ein Einstellrädchen mit Buchstaben wie P, S, M oder A. Das sind die sogenannten Belichtungsautomatiken. Während in der Automatik-Einstellung die Kamera alles selbst bestimmt, können Fotografen hier kreativer sein.

Oh, fremde Kamera. Aber wer sich an die P-, S-, A- und M-Modi hält, kann eigentlich kaum etwas falsch machen. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)Oh, fremde Kamera. Aber wer sich an die P-, S-, A- und M-Modi hält, kann eigentlich kaum etwas falsch machen. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Normalerweise stehen Programmautomatik (P), Blendenautomatik (S, T, Tv), Zeitautomatik (A, Av) und der manuelle Modus (M) zur Verfügung. Über das Einstellrad kann man zwischen den Modi wechseln. "Der manuelle Modus ist meist identisch, Blenden- oder Zeitautomatik heißen manchmal unterschiedlich", sagt der Wuppertaler Fotograf Malte Reiter. So ist die Blendenautomatik bei einigen Modellen mit S für Shutter Speed, englisch für Verschlusszeit, bei anderen mit T oder Tv für Time gekennzeichnet. Die Zeitautomatik wird entweder durch A oder Av für Aperture (Blende) symbolisiert.

Fotografieren mit Blendenautomatik 

"Wenn Sie mit Blendenautomatik fotografieren, wird die Belichtungszeit vorgegeben", erklärt Fotograf Elster. Die Kamera stellt also die Blende automatisch ein, die Fotografen dann Dinge wie Verschlusszeit, Iso oder Fokuspunkt. Bei der Zeitautomatik (A, Av) ist es genau umgekehrt: Die Kamera berechnet die passende Belichtungs- beziehungsweise Verschlusszeit für die gewählte Blende.Zeitautomatik, Blendenautomatik, Programme oder alles von Hand? Diese Grundeinstellungen beherrscht eigentlich jede Systemkamera und auch viele Kompakte. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)Zeitautomatik, Blendenautomatik, Programme oder alles von Hand? Diese Grundeinstellungen beherrscht eigentlich jede Systemkamera und auch viele Kompakte. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

"Ich selbst fotografiere meist mit Zeitautomatik und gebe damit die Blende zur genauen Kontrolle des Schärfeverlaufs vor", sagt Elster. Damit sei vor allem eine gezielte Bildgestaltung mit Schärfe und Unschärfe möglich. Fotograf Reiter schätzt die Zeitautomatik in Situationen mit wechselnden Lichtbedingungen, wo es schnell gehen muss - zum Beispiel bei Hochzeiten. Die Blendenautomatik (S, T, Tv) sei dagegen für Mitzieh-Effekte das Richtige, "zum Beispiel, wenn man ein vorbeifahrendes Auto verwischt abbilden will".

Automatik- oder manueller Modus

Wer sich nicht viele Gedanken machen will, benutzt die Programmautomatik (P). Blende und Verschlusszeit macht die Kamera, der Fotograf kann im Gegensatz zum reinen Automatikmodus aber immerhin Fokuspunkt oder Weißabgleich einstellen oder eine Belichtungskorrektur vornehmen. Die Königsdisziplin ist der manuelle Modus (M): Hier muss man alles selbst einstellen. Das ist zum Beispiel bei Panorama-Aufnahmen sinnvoll, für die man mehrere Bilder macht, die beim Zusammensetzen wie eines aussehen sollen.

Der manuelle Modus einer Kamera ist die Königsdisziplin. Hier können Fotografen alle Parameter selbst einstellen. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)Der manuelle Modus einer Kamera ist die Königsdisziplin. Hier können Fotografen alle Parameter selbst einstellen. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Lichtempfindlichkeit und Helligkeit

Doch wie wählt man nun Dinge wie Blende, ISO (Lichtempfindlichkeit) oder Helligkeit? Dafür gibt es Rädchen und Knöpfe, die je nach Modell unterschiedlich belegt sind. "Systemkameras haben normalerweise zwei Räder, bei den Kompaktkameras muss man mehr über Tasten arbeiten", sagt Fabian Kastner, Kameraverkäufer aus Regensburg. "Für die Blende gibt es meistens vorne ein Einstellrad, das man mit dem Zeigefinger bedient, oder es ist ein Daumenrad hinten am Gehäuse." Manchmal liegen die Räder auch am Steuerkreuz oder am Objektiv.

Gibt es zwei Räder, kann man über eines zum Beispiel den Iso-Wert anpassen, über den anderen die Blende. Bei kleineren Gehäusen fehlt allerdings oft der Platz dafür. Dann ist das Rad doppelt belegt und man muss eine Taste drücken, um zwischen den Einstellmöglichkeiten zu wechseln. "Bei vielen Modellen kann man auch selbst die Tasten mit den Funktionen belegen, die man häufig braucht", erklärt Kastner.

Das gilt für andere Parameter genauso: Für die Belichtungskorrektur, also die Einstellung der Helligkeit, haben manche Kameras einen extra Knopf am Gehäuse, bei anderen muss man sie über das Menü anwählen. Ähnlich ist es beim Einstellen des ISO-Wertes.

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