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Die neue Apple Watch im Praxistest: Besser aber nicht perfekt

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Die neue Apple Watch im Praxistest  

Besser, aber noch lange nicht perfekt

28.09.2017, 20:28 Uhr | dpa

Die neue Apple Watch im Praxistest: Besser aber nicht perfekt. Die neue Apple Watch Series 3 LTE im Test. (Quelle: dpa/Alexander Heinl)

Die neue Apple Watch Series 3 LTE im Test. (Quelle: Alexander Heinl/dpa)

Die Apple Watch war bisher auf das iPhone in der Hosentasche angewiesen. Das neueste dritte Modell ist nun unabhängig und kann auch ohne Verbindung zum Smartphone kommunizieren. Das hat jedoch nicht nur Vorteile.

Als die Apple Watch vor dreieinhalb Jahren auf den Markt kam, bildeten sich an den ersten Tagen lange Schlangen vor den Apple Stores. Doch nach dem ersten Ansturm wurde es ruhiger, manche Beobachter stempelten die Computeruhr schon zum Mega-Flop. Mittlerweile verkauft sich die Apple Watch aber gut, und nun hat Apple die dritte Generation ("Series 3") vorgelegt. In ihr steckt ein neuer und schnellerer Prozessor, der interne Speicher wurde auf 16 Gigabyte verdoppelt. So passen deutlich mehr Songs auf die Uhr, die man unterwegs oder beim Joggen auf Bluetooth-Kopfhörer abspielen kann. Zudem wurde ein Mini-Barometer zur Höhenmeter-Ermittlung eingebaut.

Die wichtigste Neuerung ist aber ein optionales Mobilfunkmodul, das die Apple Watch mit den Netzen LTE und UMTS verbindet. Dadurch muss das iPhone nicht mehr in Reichweite sein, um Daten zu empfangen oder zu telefonieren. Die Verbindungsprobleme, von denen Tester der Apple Watch in den USA berichteten, tauchten im mehrtägigen Praxistest in Deutschland nicht auf.

Praktisch für Sportler

In Deutschland funkt die Apple Watch bislang exklusiv im Netz der Deutschen Telekom. Dabei kommt keine herkömmliche SIM-Karte zum Einsatz, sondern eine sogenannte eSIM, die mit einem eingescannten QR-Code über das iPhone aktiviert wird. Vodafone und O2 haben keine eSIM-Option für die Apple Watch im Programm. Telefónica begründete die Absage von O2 damit, das Apples eSIM-Technologie nicht mit dem Standard des Branchenverbandes GSMA kompatibel sei.

Beim Telefonieren und der Übertragung von Daten versucht die Apple Watch stets, den eigenen Akku zu schonen und greift auf das iPhone oder vorhandene WLAN-Netze zurück. Erst wenn diese Alternativen nicht vorhanden sind, wird die eigene Mobilfunkverbindung aktiviert. Von dieser neuen Freiheit werden vor allem Freizeitsportler profitieren, die beim Joggen, Paddeln und anderen Aktivitäten an der frischen Luft nicht mehr das Smartphone mit sich tragen müssen, um zu telefonieren, sich navigieren zu lassen, Siri zu befragen oder Apps zu nutzen.

Telefonieren ein Batteriefresser

Bei mehreren Testanrufen mit der Uhr konnten die Gesprächsteilnehmer kaum unterscheiden, ob man von einem herkömmlichen Smartphone oder von der Computeruhr aus anruft. Dabei musste man nicht einmal das Handgelenk direkt vor den Mund halten. Während des Telefonats sind allerdings keine anderen Aktionen mit der Uhr möglich.

Die neue mobile Freiheit funktioniert leider nur im Inland, da die Apple Watch kein Roaming unterstützt. Besitzer einer Apple Watch müssen sich auch darüber im Klaren sein, dass Telefonieren mit der Uhr den Akku leer saugt. Wenn man am Handgelenk eine Stunde lang telefoniert, bleibt gerade mal noch ein Drittel der Akkukapazität übrig - trotz des größeren Akkus als im Vorgängermodell.

18 bis 20 Stunden Durchhaltevermögen

Als Batteriefresser erwies sich auch das helle Display, wenn man dort die Taschenlampenfunktion aktiviert. Gerade mal 100 Minuten hält eine voll geladene Apple Watch als Ersatzlichtquelle durch. Im Praxistest machte die Uhr bei normaler Nutzung nach rund 20 Stunden schlapp. Apple verspricht im Schnitt eine Nutzung von 18 Stunden am Stück.

Von vielen Neuerungen der neuen Apple Watch Series 3 werden auch Besitzer älterer Modelle profitieren, denn sie sind Bestandteil des neuen watchOS 4, das nur auf dem ersten Modell von 2015 nicht läuft. Dazu gehört vor allem ein Siri-Zifferblatt, bei dem mit Hilfe künstlicher Intelligenz immer Informationen angezeigt werden sollen, die gerade relevant sind - also der Eintrag für den bevorstehenden Termin, die digitale Bordkarte für das Flugzeug, in das man einsteigen möchte, oder die Erinnerung an eine überfällige Aufgabe.

Die Mobilfunk-Variante der Apple Watch Series 3 erkennt man an einem roten Punkt auf der Krone, von dem Apple wohl hofft, dass er sich zu einem Statussymbol entwickelt. Der LTE-Aufpreis für das kleinste Modell mit Aluminiumgehäuse macht 80 Euro aus. Die Preise bewegen sich zwischen 369 bis 479 Euro, wobei die größere Variante im 42-mm-Gehäuse 30 Euro teurer ausfällt als die kleinere 38-mm-Version. Die Edelstahlbaureihe kostet 649 bis 899 Euro und hat stets Mobilfunk eingebaut. Eine Apple Watch im Keramik-Gehäuse gibt es ab 1399 Euro.

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