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Wolfram Alpha: Wissensmaschine ist online

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Google-Konkurrent  

Wissensmaschine Wolfram Alpha ist online

18.05.2009, 10:57 Uhr | dpa/t-online.de

Physiker Stephen Wolfram tritt mit 'WolframAlpha' gegen Google an. (Foto: stephenwolfram.com)Physiker Stephen Wolfram tritt mit 'WolframAlpha' gegen Google an. (Foto: stephenwolfram.com)Die neue Suchmaschine Wolfram Alpha ist online, jedermann kann das Projekt testen. Doch wer hier ein besseres Google erwartet, liegt ganz falsch. Mit Wolfram Alpha verfolgen die Macher den Traum von einer für jeden verfügbaren "Wissensmaschine". Die soll präzise Antworten auf jede Frage liefern können anstatt das Web einfach nur nach Treffern zu einem bestimmten Suchwort zu durchforsten. Doch taugt das Projekt zum Google-Killer?

Foto-Show Kuriose Antworten: Was "Wolfram-Alpha" alles weiß

Seit Freitag ist die "Antwortmaschine" Wolfram Alpha online, zumindest in der englischen Version. Sie soll Antworten aus den im Internet verfügbaren Informationen berechnen, statt wie andere Suchmaschinen nur auf die Quellen zu verweisen. Bisher hatte nur ein kleiner Kreis von Auserwählten die Suchmaschine testen dürfen, der Rest der Internet-Gemeinde wartete gespannt. Das enorme Interesse an Wolfram Alpha liegt jedoch nicht nur an dem revolutionären Konzept, sondern auch an dem Kopf dahinter: Dem Physiker Stephen Wolfram. Der 59-Jährige ist ein Überflieger. Er promovierte mit 20 Jahren in theoretischer Physik und machte danach mit spektakulären Veröffentlichungen auf sich aufmerksam.

Ganz anders als Google

Auf den ersten Blick sieht Wolfram Alpha aus wie Google und andere Suchmaschinen, doch auf den zweiten ist es ganz anders. Denn die klassischen Suchmaschinen beantworten keine Fragen, sondern nennen nur Websites, auf denen die Suchbegriffe vorkommen. Google sei wie ein "Bibliothekar" fürs Web, schreibt der amerikanische IT-Experte Nova Spivack. "Wolfram Alpha dagegen ist mehr wie ein gigantischer Taschenrechner, um Antworten auf alle möglichen Dinge zu berechnen, bei denen Zahlen eine Rolle spielen."

Perfekt für Zahlenspiele

Zwei Innovationen machen Wolfram Alpha besonders: Die Maschine interpretiert die Anfrage des Nutzers und sucht die passende Formel, um eine Antwort zu berechnen. Grundlage ist die Software Mathematica, weshalb die Spezialität von Wolfram Alpha zunächst einmal mathematische Probleme sind. Die Suche kann etwa berechnen, wie das Wetter in Düsseldorf oder Dallas war, als John F. Kennedy starb oder das Verhältnis von Ein- und Ausfuhren der Bundesrepublik. Bei Molekülen zeigt Wolfram Alpha ein Diagramm der Struktur angezeigt. Und gibt man zum Beispiel die Namen zweier Firmen ein, spuckt die Maschine ein Kurvendiagramm mit der Entwicklung der Aktienkurse aus, garniert mit wichtigen Finanzdaten. Google verweist dagegen auf Artikel, die beide Unternehmen erwähnen.

Bei politischen Themen überfragt

"Wir versuchen, sachbezogene Informationen abzudecken, nicht Meinungen", sagt Conrad Wolfram, Bruder des Firmengründers und Chef des Europageschäfts. Die Ergebnisse bereitet das Portal grafisch auf. "Es geht nicht nur um Daten, sondern auch darum, wie man mit ihnen umgeht." Doch die Datenbasis weist einige Lücken auf. Bei politischen Themen muss Wolfram Alpha oft ebenso passen wie bei Klatsch und Tratsch aus der Promiwelt. Klassische Suchmaschinen zeigen hier Tausende von Treffern. Bei vielen Resultaten verschweige Wolfram Alpha zudem die Quelle, kritisiert Marcus Schwarze, Internetexperte bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Da ist großes Vertrauen in die Betreiber nötig. "Immerhin nutzen sie nur Daten, die sie selbst für seriös halten", sagt Schwarze. Google liefere keine qualitative Einschätzung seiner Quellen.

Interessant aber kein Google-Killer

Die hohen Erwartungen der Experten erfüllt die Antwortmaschine bisher nicht – enttäuscht sie aber auch nicht komplett. "Wolfram Alpha ist kein Google-Killer, wird aber seinen Platz finden", urteilt Schwarze. Die Betreiber selbst sehen sich auch nicht als Rivale des Marktführers: "Wir sind eine Ergänzung zu Suchmaschinen", sagt Conrad Wolfram. Trotz dieser Nischenposition hofft der Manager darauf, dass sich das Investment bald auszahlt. Man rede über Partnerschaften etwa mit den Betreibern von Suchmaschinen und Medienunternehmen. Sponsoring sei ein Thema, eine kostenpflichtige Profiversion irgendwann auch.

Google bleibt argwöhnisch

Die Konkurrenz schaut sich Wolfram Alpha derweil genau an. Und obwohl Wolfram Alpha Google zunächst keine Konkurrenz machen dürfte, reagierte der Internet-Gigant umgehend auf den neuen Mitspieler. Kurz nach der Vorstellung von Wolfram Alpha kündigte Google einen eigenen Dienst an, der ebenfalls öffentlich verfügbare Daten auswertet und grafisch aufbereitet.

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