Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet > News und Tipps >

Google Buzz: Frontalangriff auf Facebook und Twitter

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Überraschungs-Coup mit Buzz  

Google plant Frontalangriff auf Facebook und Co.

10.02.2010, 09:49 Uhr

Google-Gründer Sergey Brin stellt Google Buzz als Twitter-Konkurrent vor. (Quelle: Reuters)Google-Gründer Sergey Brin stellt Google Buzz als Twitter-Konkurrent vor. (Quelle: Reuters)

wildert im Revier von und : Der Web-Gigant verkündet einen Relaunch von Google Mail, der den Post- zum Universaldienst macht und alles verbindet, was der Konzern zu bieten hat. Der Buzz-Dienst bietet Social-Networking in Echtzeit und bringt die Konkurrenz in Zugzwang.

Die Jungs von Google beherrschen eine seltene Kunst: Sie schaffen es, hemdsärmelig zu erscheinen, wenn sie in Wahrheit für die Schlacht gerüstet sind. Sie plaudern über Neuigkeiten - und teilen zwischen den Zeilen mit, dass sie gerade einen Frontalangriff auf die Konkurrenz starten, mit dem sie die Produkte der Wettbewerber schlicht ersetzen wollen.

Genau das haben Konzerngründer Sergey Brin und seine Mitstreiter am Dienstagabend bei der Vorstellungen von Google Buzz einmal mehr unter Beweis gestellt. Buzz, das vorab nicht groß angekündigte Update zu Googles Mail-Dienst, der in den USA und den meisten Ländern der Welt Gmail heißt, tritt an, die Funktionalitäten von Mailprogramm, Social-Network-Plattform, Twitter-Dienst, Fotoalbum, Videoplattform, Newsreader und mehr zu integrieren. Einen "One Stop Shop" nennen Amerikaner so etwas - einen einzelnen Laden, in dem es alles zu kaufen gibt.

Alles in Echtzeit

Die Google-Buzz-Präsentation wurde zur umfangreichsten und möglicherweise wichtigsten Produktvorstellung des Unternehmens seit Maps oder Google Earth. Google Mail wird aus der gewohnten Oberfläche heraus zahlreiche Social-Media-Funktionen bedienen und - ähnlich wie Facebook und Co. - automatisch ein Social-Network-Profil des Anwenders generieren.

Doch anders als die Konkurrenz schafft Google das alles in Echtzeit: Der Mail-Dienst ist seit langem schon Chat- und Videochat-Plattform. Jetzt kann man auch in Echtzeit kommentieren, annotieren ("Ich mag das") und sieht die Kommentare anderer Nutzer auf dem Schirm - und zwar so, wie sie gespeichert werden. Zahlreiche Funktionen sind teilautomatisiert. So gruppiert das Buzz-Programm die häufigsten Mail-Kontakte zu einer Follower-Auswahl, deren Beiträge man sehen kann, wenn man will.

Schnell, dynamisch, medial aufgepeppt

Ob das auch für eigene Postings gilt, setzt der Nutzer selbst fest: Er kann seine Informationen und Medien mit eingegrenzten Nutzergruppen oder mit der ganzen großen Web-Öffentlichkeit teilen. Er kann flickr-Alben integrieren (und im vollen Album-Modus ansehen, ohne das Programm zu verlassen). Buzz bindet YouTube-Videos ein, genau wie Picasa-Bilder und Alben oder Twitter-Nachrichten. Das alles ist nicht nur schnell und - glaubt man der Präsentation (siehe Video unten) - höchst einfach, sondern sogar dynamisch: Man sieht den Veränderungen der Seite zu, es gibt etwa bei der Kommentarfunktion keine klare Abgrenzung zwischen Blog-Kommentierung und Chat mehr. Das hat man so noch nicht gesehen.

Doch Google geht noch weiter und könnte damit einmal mehr in Konflikt mit Juristen geraten. Veröffentlicht man Links zu einer Web-Seite, saugt sich Buzz zur Illustration automatisch Bilder von der verlinkten Seite. Das ist schön für den Mail-Account-Inhaber, aber weniger gut für Urheber, die eine solche Form der Zweitveröffentlichung eventuell nicht ganz so prickelnd finden werden.

Sieht man dann noch, dass Google zeitgleich die Integration der Buzz-Funktionalitäten in seine Mobiltelefon-Services ankündigen konnte, bleibt eigentlich nur ein Fazit: In diesem Maße hat der Konzern seit langem nicht mehr seine Muskeln spielen lassen. Buzz führt Google-Produkte zusammen, die bisher isoliert standen. Mobil bindet der Dienst sogar noch die GPS-Daten von Handys ein.

Wie die Konkurrenz auf Buzz reagieren wird, ist noch völlig offen. Das Programm integriert deutlich mehr Features, als beispielsweise Facebook. Der Wettbewerber bastelt dem Vernehmen nach gerade selbst an einer Mail-Funktion. Jetzt könnte man Facebook fragen, wozu noch - oder den Anbieter zur Eile treiben. Denn noch ist Google im Social-Network-Bereich keine große Nummer. Und zumindest ein Alleinstellungsmerkmal scheint Facebook auf absehbare Zeit sicher: Auf Buzz kann man nicht spielen.

Großangriff auf Facebook und Twitter

Gegen Google Buzz spricht die bisherige Geschichte des Konzerns. Google war immer dann erfolgreich, wenn das Unternehmen reine, klar zu beschreibende Dienstleistungen bot. Versuche, auch im Social-Media-Bereich zu punkten, scheiterten bisher kläglich. Googles Facebook-Konkurrenz Orkut kennt kaum jemand - abgesehen von Nutzern in Brasilien, wo der Dienst aus unerfindlichen Gründen erfolgreich ist.

Google-Mitbegründer Sergey Brin aber will das nicht gelten lassen: Es sei zwar richtig, dass Google sich in solchen Feldern bisher schwer getan habe. Aber auch der Bereich der Social Networks habe eine Entwicklung durchlaufen.

Die vollzieht Google nun nach: Mit den generierten Profilseiten wird Google Buzz nach außen zu einem umfassenden Social Network. Wer sich auf Buzz einlässt, nimmt daran teil: Alles, was man unter Buzz veröffentlicht, ist zunächst einmal "public" und wird auch von den Crawlern der Suchmaschine Google indexiert. Wer Dinge nicht mit der Öffentlichkeit teilen will, muss sich dazu entscheiden. Auch darüber wird es Diskussionen geben. Aus Googles Perspektive ist so etwas wie immer eine Entscheidung des Einzelnen, Jugend- und Datenschützer sehen so etwas in der Regel etwas anders.

Was die Web-Gemeinde aber in den nächsten Tagen sehen wird, ist mit der sukzessiven Freischaltung der Buzz-Funktionen der größte Angriff auf Facebook und Co., den es bisher gegeben hat. Google Buzz hat das Potential, die Web-Szene auf ähnliche Weise umzukrempeln, wie zuletzt Twitter - wenn die Realität hält, was die Präsentation versprach. Die verschiedenen Features sollen nach und nach Online gehen, der ganze Ausbau wird wohl Wochen dauern.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Warme Strickmode für die kalte Jahreszeit
jetzt bei BONITA shoppen
Shopping
MagentaMobil Start L bereits für 14,95 €* pro 4 Wochen
zur Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet > News und Tipps

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017