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Verbraucherschutz: Bewertungsportale mit falschen Kommentaren

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Gekaufter Jubel  

Vorsicht vor falschem Lob in Bewertungsportalen

12.03.2010, 12:19 Uhr | Andreas Lerg

Verbraucherschutz: Bewertungsportale mit falschen Kommentaren. Gekaufte Bewertungen sind nichts wert. (Montage: t-online.de)

Gekaufte Bewertungen sind nichts wert. (Montage: t-online.de)

Bei Bewertungsportalen im Internet sind immer häufiger Fälscher am Werk. Nicht immer schreiben echte Verbraucher die euphorisch positiven Bewertungen. Mehr und mehr Hersteller und Firmen lassen oft gegen Honorar gefälschte wohlwollende Lesermeinungen gezielt in diesen Portalen platzieren. So verwandelt sich eine Hotel-Bruchbude schnell in das vermeintlich ideale Feriendomizil für die ganze Familie.

Erst mal schauen, was Andere zu einem Produkt oder einer Dienstleistung sagen. Eine vernünftige Strategie, gerade wenn es teuer wird und der Käufer vorher ein paar neutrale Meinungen zu einem Gerät oder vielleicht auch einer Ferienanlage haben möchte. Auf den zahlreichen Bewertungsportalen im Internet informieren sich viele Nutzer über die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen. Sie lesen, was andere Verbraucher über ihre Erfahrungen schreiben. Doch wie der SWR oder auch c't-TV aufgezeigt haben, stecken hinter positiven Bewertungen zunehmend unehrliche Nutzer. Viele Firmen und Dienstleister haben die Werbewirkung dieser Bewertungsportale erkannt und lassen sich ihre Produkte und Serviceleistungen meist gegen Geld schön schreiben.

Gute Meinung gegen Bezahlung

Für so manchen Blogger entwickelt sich die gekaufte Meinung zum guten Geschäft. Der SWR berichtete in seiner Sendung Marktcheck über einen Blogger, der gegen "überdurchschnittliches Gehalt" bis zu 20 solcher gefälschter Positivbewertungen und Kommentare pro Tag schreibt. Mal werden Handys bejubelt, mal Autos oder ordinäre Haushaltsgeräte. Wie der Blogger in der Sendung erzählte, arbeite mittlerweile ein Team von etwa 20 Autoren an diesen gefälschten Bewertungen und stellt im Durchschnitt 200 davon pro Tag ins Internet.

Reiseportale besonders anfällig

Wie c't-TV berichtet, ist die bezahlte Bewertung vor allem auf Reiseportalen verbreitet. Der Grund liegt auf der Hand. Wer sich für ein Urlaubsziel und vor allem ein Hotel interessiert, nutzt besonders gerne die Erfahrungsberichte derer, die bereits vor Ort waren. Daher kommt es vor allem bei Hotel-Bewertungen sehr oft zu bezahlten Schönfärbereien.

Hotelkette klagt auf Löschung aus den Bewertungsportalen

Laut einem Bericht des Hamburger Abendblattes bemüht sich derzeit die Hotelkette A&O vor Gericht, dass die Kette vollständig aus einem Reisebewertungsportal gelöscht wird. Der konkrete Vorwurf des Unternehmens lautet, ein Drittel der Bewertungen seien gefälscht. A&O-Geschäftsführer Oliver Winter erklärte gegenüber der Zeitung: "Wenn wir mit unserer Forderung durchkommen und aus dem Portal heraus genommen werden, wird jede andere Hotelkette nachziehen." Der Löschung könnte aber das Recht auf freie Meinungsäußerung entgegen stehen.

Rechtlich schwierig zu fassen

Die Praxis der gekauften Meinung in den Bewertungsportalen ist rechtlich schwierig zu fassen. Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärte gegenüber t-online.de: "Auf alle Fälle verstoßen die Autoren dieser gefälschten Bewertungsbeiträge gegen die Spielregeln der Betreiber der Portale." Sobald die Beiträge werblichen Charakter haben, verstoßen sie gegen Wettbewerbsrecht, denn Werbung muss als solche gekennzeichnet sein. Problematisch aber ist, dass diese Beiträge als private Käufermeinung gestaltet sind. Manchmal entlarven sich diese Beiträge aber durch sehr werbliche Formulierungen, die eher in einem Prospekt stehen und kaum von wirklichen Verbrauchern so formuliert würden.

Betreiber versuchen zu filtern

Die Betreiber der Bewertungsportale bemühen sich, die eingehenden Bewertungen zu prüfen und Fälschungen auszusortieren. So suchen automatische Filter beispielsweise nach werbetypischen Floskeln. Doch die Stiftung Warentest berichtete im Januar, dass Tester verschiedenen Plattformen mit fingierten Bewertungen und auch sinnlosem Blindtexten geprüft haben. Bei den meisten Bewertungsportalen gingen diese gefälschten Beiträge ungefiltert online.

Fälschungen entlarven ist schwierig

Verbraucherschützer Tryba beschrieb die Schwierigkeiten bei der Suche der Fälschungen: "Eine hundertprozentige Erkennung ist für den Nutzer kaum möglich. Da die Beiträge als private Meinung von Verbrauchern gestaltet sind, ist es mit unter schwer eine echte Bewertung von einer Fälschung zu unterscheiden. Manchmal ist ein zu perfektes Deutsch und Werbesprache verräterisch." Normale Verbraucher vertippen sich eher einmal oder nutzen Umgangssprache. Verdächtig sind auch Superlative wie "spitze", "perfekt" oder "supergünstig".

Mehrere Bewertungen und Plattformen vergleichen

Eine gute Strategie: Viele Bewertungen vergleichen. Gibt es auf einer Bewertungsseite sehr viele Kommentare, kann sich der Nutzer daraus ein brauchbares Bild machen. Ist der Tenor der Urteile beispielsweise eher kritisch, fallen einzelne übertriebene Lobhudeleien schnell auf. Besser noch ist der Vergleich der Bewertungen auf mehreren Plattformen. Wird ein Hotel beispielsweise auf einem Bewertungsportal sehr häufig über den grünen Klee gelobt, aber mehrere andere Seiten zeigen vor allem weniger positive oder gar kritische Kommentare, ist das ein Hinweis, dass auf der ersten Plattform manipulierte Beiträge vorkommen.

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