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Australien: Kein Internet ohne Virenscanner?

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Australien  

Kein Internetzugang ohne Virenscanner?

24.06.2010, 11:18 Uhr | Andreas Lerg

Australien: Kein Internet ohne Virenscanner?. Australien kämpft gegen Computerkriminalität: Internetnutzer sollen zum Einsatz eines Virenscanners verpflichtet werden. (Montage: t-online.de)

Australien kämpft gegen Computerkriminalität: Internetnutzer sollen zum Einsatz eines Virenscanners verpflichtet werden. (Montage: t-online.de)

Wer auf seinem Computer weder Virenscanner noch Firewall installiert hat, dem könnte in Australien bald der Internetzugang gesperrt werden. Diese drastische Maßnahme schlägt ein Komitee der australischen Regierung vor, um der Computerkriminalität Herr zu werden. Demnach sollen die Internet-Provider prüfen, ob ein Nutzer entsprechende Schutzsoftware installiert hat und hartnäckigen Verweigerern in letzter Konsequenz den Anschluss kappen.

Die Experten des australischen Standing Committee on Communications listen in ihrem 262 Seiten langen Bericht insgesamt 34 Empfehlungen zur Bekämpfung von Computerkriminalität auf. Besonders drastisch erscheint der Aufruf an die Internet-Provider, in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich Kunden mit Antivirensoftware und Firewall gegen die Gefahren aus dem Internet schützen. Fehlt dieser Schutz, solle der Provider drohen, den Internetanschluss abzuschalten. Spätestens wenn der Computer eines Nutzers mit Schädlingen infiziert sei, müsse die Trennung erfolgen und solange bestehen bleiben, bis der Rechner wieder virenfrei ist. Im Gegenzug sollen Internetnutzer entsprechende Schutzprogramme kostenlos erhalten.

Kampf gegen Computerkriminalität Frage der nationalen Sicherheit

Wie die Provider diese Kontrolle technisch umsetzen sollen, bleibt offen. Für die Vorsitzende des Komitees, Belinda Deal, ist der Kampf gegen die Computerkriminalität jedoch eine nationale Aufgabe von höchster Wichtigkeit. Man müsse "dasselbe Engagement, das wir in die nationale Sicherheit und in den Schutz wichtiger Infrastruktur investieren, auch gegen die Bedrohungen zeigen, die aus Computerkriminalität entstehen und die die Gesellschaft allgemein betreffen", sagte Deal gegenüber dem Branchenportal ZDnet.

Internet-Provider in die Pflicht nehmen

Der Bericht sieht einen Teil der Aufgaben und Verantwortung im Kampf gegen Online-Kriminalität bei den Internet-Providern, die den Zugang zum Internet bieten. Dazu sagte Belinda Neal: "Die ISP sollen natürlich nicht mit einem unverhältnismäßig großen Teil des Problems 'Computerkriminalität' belastet werden. Sie sind aber in einer besonders günstigen Position, um Verbraucher zu benachrichtigen, wenn deren Computer verseucht wurden". Deshalb sollen die Provider zum Einhalten eines Verhaltenskodex verpflichtet werden, der von der australischen Internet Industry Association im September 2009 entworfen wurde und dessen Annahme bisher auf Freiwilligkeit beruht.

Ministerium für Online-Sicherheit

Das Komittee schlägt vor, ein Ministerium für Online-Sicherheit einzurichten, dass Sicherheitsmaßnahmen und den Kampf gegen Online-Kriminalität in einer Behörde bündelt und koordiniert. Auch soll ein nationales Sicherheitsportal eingerichtet werden, das Meldungen von Computerkriminalität entgegennimmt, Nutzern Hilfe leistet und kostenlose Antivirensoftware bereit stellt. Die australische Regierung hat bereits beschlossen, ab 2011 Inhaltsfilter für das Internet einzuführen. Die Regierung will den vorgelegten Bericht nun prüfen und ermitteln, welche der empfohlenen Maßnahmen umgesetzt werden können.

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