Google-Konkurrent Ask.com gibt auf

10.11.2010, 14:25 Uhr | Christian Fenselau

Google-Konkurrent Ask.com gibt auf. Suchdienst Ask.com kapituliert vor Google

Suchdienst Ask.com kapituliert vor Google (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Der Suchmaschinen-Anbieter Ask.com kapituliert vor dem übermächtigen Konkurrenten Google und gibt seinen Suchdienst auf. Google hat damit zwar einen Mitbewerber weniger, aber fürchten musste Marktführer Google die einstige Konkurrenz nicht. Besonders erfolgreich war Ask.com zu keiner Zeit. Ask.com soll als nutzerbasierter Frage-Antwort-Dienst erhalten bleiben.

Der Konkurrent Google sei zu mächtig geworden, erklärte Ask.com-Präsident Doug Leeds der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. "Wir haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass man mit Google nicht direkt konkurrieren kann", so Barry Diller, der den Vorgänger Ask Jeeves 2005 gekauft hatte. Der Marktanteil des Suchdienstes Ask.com lag nach Zahlen der Nielsen-Marktforscher bei zuletzt unter zwei Prozent. Auch die Ask.com-Toolbar konnte da nicht mehr weiterhelfen – bei einigen Programmen wie Nero Lite, Bitdefender Anti-Phishing oder Glary Utilities wird sie mitinstalliert, wenn der Nutzer sie während der Installation nicht ausdrücklich abwählt.

Fragen und Antworten nach Kollektiv-Prinzip

Die Internetseite Ask.com soll bestehen bleiben. Das Suchfenster bleibt, die Technik dahinter wird künftig von einem anderen Anbieter stammen. Auf der Seite soll sich ein Frage-Antwort-Portal etablieren, bei dem das Kollektiv der Nutzer selbst die Antworten liefert. Der Erfolg eines derartigen Angebots ist von der Community abhängig, die dahinter steht. Wenn sich genügend Nutzer finden, die sich dort engagieren, steigt die Qualität der Antworten. Nach dem Kollektiv-Prinzip funktioniert beispielsweise die Online-Enzyklopädie Wikipedia.

Als Frage-Antwort-Portal trifft Ask.com auf die Konkurrenz von beispielsweise Quora oder Formspring, die ebenfalls einen Antwortdienst bieten. Wer eine Frage stellen will, kann das im Übrigen auch bei anderen Suchdienste wie Google oder Bing von Microsoft. Stimmt die Suchanfrage mit einer tatsächlich im Internet beantworteten Frage überein, können die Suchresultate äußerst brauchbar sein.

1,85 Mrd. Dollar für Ask.com

Die Suchmaschine Ask.com hieß ursprünglich Ask Jeeves. Hinter dem Dienst stand die Idee, anstatt einzelnen Suchwörtern ganze Fragen stellen zu können. Durchsetzen konnte sich dieses Prinzip nicht. 2005 kaufte der Internet-Unternehmer Barry Diller Ask Jeeves für rund 1,85 Milliarden Dollar und wollte ihn zur Google-Konkurrenz ausbauen. Nun zog er die Reißleine. 130 Software-Entwickler verlieren damit ihren Job.

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