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ARGE Baurecht: Google Earth hilft beim Aufspüren von Bausündern

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Anwälte warnen  

Google Earth hilft beim Aufspüren von Bausündern

13.12.2010, 15:51 Uhr | Christian Fenselau

ARGE Baurecht: Google Earth hilft beim Aufspüren von Bausündern. Mit Google Earth auf der Suche nach illegalen Pools? (Quelle: DigitalGlobe)

Mit Google Earth auf der Suche nach illegalen Pools? (Quelle: DigitalGlobe)

Deutsche Behörden spüren Bausünder auch mit den Luftaufnahmen von Google Earth auf. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin und warnt Immobilienbesitzer. Da Schwarzbauten dauerhaft illegal bleiben, kann die Bauaufsicht jederzeit eine Genehmigung nachfordern. Es drohen empfindliche Geldbußen, Nutzungsverbot oder Abriss.

Mit den Luftaufnahmen von Google Earth lassen sich ungenehmigt errichtete Gebäude entlarven, die sonst hinter hohen Hecken oder Hausfassaden verborgen sind. Behörden haben die Satellitenbilder für ihre Recherchen entdeckt, informiert die Anwaltsgemeinschaft. Da illegal errichtete Bauwerke keinen Bestandsschutz genießen, nützt es nichts, wenn Pool, Zweitgarage oder Anbau schon jahrzehntelang stehen. Die Behörde kann jederzeit eine nachträgliche Genehmigung verlangen. Viele Bauten sind möglicherweise schwarz gebaut worden, weil Behörden sie nie erlaubt hätten. Dann droht ein Nutzungsverbot oder gar der "Rückbau" – was soviel wie Abriss bedeutet. "Hausbesitzer sollten deshalb auf Schwarzbauten verzichten und sich alle Um- und Anbauten genehmigen lassen", raten die Anwälte der ARGE Baurecht.

Konkurrenz von Google Earth

Das Alter der Google-Aufnahmen dürfte allerdings ein Hindernis für die Behörden darstellen. Viele Bilder in Google Earth und Google Maps sind mehrere Jahre alt und zeigen etwa das frisch gebaute Schwimmbad noch nicht. Wann welche Aufnahme aktualisiert wird, gibt Google jedoch im voraus nicht bekannt. Wer überprüfen will, welche Aufnahmen von seinem Grundstück im Internet zu sehen sind, sollte auch beim Konkurrenzdienst Bing Maps nachsehen. Microsoft greift bei seinem Online-Dienst zum Teil auf anderes Bildmaterial zurück als Google. Bing Maps bietet sogar für einige größere deutsche Städte eine Vogelperspektive, auf der sich einzelne Gebäudeteile deutlich besser erkennen lassen als bei Google Earth.

Poolsuche mit Google Earth

Aus dem Ausland sind bereits ähnlich gelagerte Aktionen bekannt geworden. In der US-amerikanischen Stadt Riverhead spürten Bedienstete 250 illegal errichtete Swimmingpools mit Googles Hilfe auf. Nachdem der Fall für weltweite Schlagzeilen gesorgt hatte, machten die Beamten jedoch einen Rückzieher. Bereits im September 2008 wurde bekannt, dass immer mehr australische Bezirksverwaltungen die Bilder von Google Earth mit Bebauungsplänen abglichen und so Anbauten ohne Genehmigung aufspürten.

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