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Facebook durchleuchtet Nutzer-Chats

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Facebook durchleuchtet Privatgespräche der Mitglieder

16.07.2012, 17:48 Uhr | Christian Fenselau

Facebook durchleuchtet Nutzer-Chats. Facebook durchleuchtet Chat-Protokolle (Quelle: imago/Symbolbild)

Facebook durchleuchtet Chat-Protokolle (Quelle: Symbolbild/imago)

Facebook durchsucht automatisiert private Unterhaltungen seiner Nutzer auf Facebook. Wie Joe Sullivan, Sicherheitschef bei Facebook, der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, gehe es dem sozialen Netzwerk dabei nicht um bloßes Ausspionieren von Nutzern, sondern um das Vorbeugen krimineller Handlungen. Im Fokus stehen Gespräche zwischen Personen, die sich nach hoher Wahrscheinlichkeit nicht außerhalb von Facebook kennen.

Das Durchsuchen privater Facebook-Chats diene auch dem Jugendschutz, sagte Sullivan. Die Gespräche würden automatisiert nach Schlüsselbegriffen abgeklopft. Mithilfe verschiedener Indizien ermittle die Technologie selbstständig, ob und wie intensiv der weitere Gesprächsverlauf durchleuchtet werde. Dazu gehöre beispielsweise, wie die Beziehung der beiden Chat-Partner zueinander einzuschätzen sei – also beispielsweise, ob sich die Personen auch außerhalb von Facebook kennen würden.

Gespräche werden mit archivierten Chats abgeglichen

Laut Sullivan greift die Technologie bei der Untersuchung unter anderem auf archivierte Chats zurück, die sexuellen Übergriffen vorausgingen. Ergebe sich ein vergleichbarer Gesprächsverlauf, werde dies Facebook-Mitarbeitern angezeigt. Diese würden daraufhin entscheiden, ob sie den Fall der Polizei melden oder nicht.

Sexgespräch zwischen Mann und 13-jährigem Mädchen

Als Beispiel für eine gelungene Prävention nannte Sullivan einen Facebook-Chat zwischen einer 13-Jährigen und einem aus Florida stammenden Mann Anfang 30. Sie hätten sich via Facebook über Sex unterhalten und ein Treffen am darauffolgenden Tag vereinbart. Die Kontrollmechanismen schlugen an, die Polizei wurde verständigt und der Mann verhaftet.

Der Facebook-Sicherheitschef gab zu, dass dadurch nur ein Bruchteil krimineller Absichten entdeckt werden könne. Zudem sei es nicht im Interesse von Facebook, Menschen ungerechtfertigt zu beschuldigen. Die Kriterien des Abhörsystems seien daher nicht zu streng eingestellt.

Chatten oder posten?

Facebook-Nutzer haben mehrere Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren. Ein typischer Facebook-"Post" ist das Schreiben an die Pinnwand des anderen Nutzers. Dieser Eintrag bleibt sichtbar, je nach Einstellung auch für andere. Im Gegensatz dazu ist ein Chat flüchtig und kann im Nachhinein nicht mehr eingesehen werden. Wer kriminelle Absichten hat, dürfte dieses Terrain also durchaus bevorzugen.

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