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Facebook-Gesichtserkennung sorgt für Ärger mit Datenschützern

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Facebooks Gesichtserkennung sorgt für Ärger mit Datenschützern

16.08.2012, 17:35 Uhr | dpa, t-online, dpa

Facebook-Gesichtserkennung sorgt für Ärger mit Datenschützern. Facebooks Gesichtserkennung ärgert Datenschützer. (Quelle: imago)

Facebooks Gesichtserkennung ärgert Datenschützer. (Quelle: imago)

Datenschützer sind über Facebooks Gesichtserkennung empört. Seit der Einführung der Funktion habe Facebook in Sachen Datenschutz zwar nachgebessert, räumt der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar ein. Die automatische Gesichtserkennung von Facebook-Nutzern bleibe dennoch rechtswidrig. Die Hamburger Datenschutzaufsicht nahm ihr zuvor ruhende Verfahren gegen Facebook nun wieder auf.

Facebook habe zwar angekündigt, vorerst auf die Erstellung weiterer Gesichtsmodelle von neuen Nutzern zu verzichten, aber weitergehende Verpflichtungen abgelehnt, sagte der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar am Mittwoch zur Begründung. "Damit ist und bleibt die bestehende Datenbank biometrischer Muster, die ohne Einwilligung der Betroffenen angelegt wurde, rechtswidrig", betonte er.

"Gesichtsabdruck hat immenses Missbrauchspotential"

"Die bereits erhobenen Daten der Betroffenen sind zu löschen, oder es ist zumindest sicherzustellen, dass die Betroffenen einer weiteren Speicherung und Verwendung ihrer Gesichtsdaten nachträglich ausdrücklich zustimmen können", forderte Caspar. Eine Datenbank mit dem "Gesichtsabdruck" von Millionen Nutzern habe ein immenses Risiko- und Missbrauchspotenzial.

Facebook hält an Gesichtserkennung fest

Facebook betonte, das Online-Netzwerk sei der Auffassung, dass die Fotomarkierungs-Funktion vollkommen konform mit den europäischen Datenschutzbestimmungen sei. Bei den Kontakten mit der zuständigen Aufsichtsbehörde in Europa, dem Amt des irischen Datenschutzbeauftragten, sei vereinbart worden, die beste Lösung dafür zu entwickeln, um die Menschen auf Facebook über die Fotomarkierungs-Vorschläge zu informieren, erklärte das Netzwerk in einer Reaktion.

Datenschützer von Facebook enttäuscht

Caspar hatte das Verfahren im Juni ausgesetzt, nachdem Facebook mitgeteilt hatte, dass Verhandlungen mit der irischen Datenschutzbehörde zur automatischen Gesichtserkennung kurz vor einer rechtlich tragfähigen Einigung stünden. Die damalige Hoffnung, dass Facebook den datenschutzrechtlichen Forderungen auf dem Verhandlungswege nachkommen würde, habe sich aber nur zum Teil erfüllt, erklärte er jetzt.

Facebook hatte im vergangenen Jahr auch in Deutschland eine Funktion eingeführt, mit der Gesichter von Freunden automatisch in hochgeladenen Bildern erkannt werden. Die Datenschützer argumentieren, dafür sei eine ausdrückliche Zusage der Betroffenen notwendig – statt der von Facebook vorgesehenen Option, die Funktion zu deaktivieren. Diesen Sommer kaufte Facebook zudem das Start-up-Unternehmen Face.com, das auf Technologien zur Gesichtserkennung spezialisiert ist.

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