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Cent-Auktionen: Betrug oder Schnäppchen?

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Cent-Auktionen: Betrug oder Schnäppchen?

16.08.2013, 15:13 Uhr | jb (CF)

Cent-Auktionen: Betrug oder Schnäppchen?. Nicht immer handelt es sich bei Cent-Auktionen um Schnäppchen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht immer handelt es sich bei Cent-Auktionen um Schnäppchen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das sind wahre Schnäppchen: 30 Euro für ein Tablet-PC oder gar nur 14 Euro für ein Smartphone. Bei sogenannten Cent-Auktionen sollen solche Preise keine Seltenheit sein. Die Seriosität dieser Internetauktionen ist jedoch stark umstritten. So mancher wittert hier Betrug. Wie legal also sind diese Auktionen und bekommen Sie am Ende auch das, was Sie ersteigert haben?

Cent-Auktionen: Schnäppchen oder Betrug?

Lachend sitzen sie da, die Käufer der vermeintlichen Schnäppchen. Anbieter von Cent-Auktionen im Internet zeigen Bilder der Glücklichen, die Ihre ersteigerten Produkte stolz in die Kamera halten. Das soll Vertrauen vermitteln: Hier bekommt jeder das, was er zum Schnäppchenpreis ersteigert hat.

Die Auktions-Portale locken Kunden mit günstigen Preisen. Diese sollen beispielsweise für einen Flachbildschirm nur 10 Euro zahlen. Eigentlich ein guter Deal, doch hinter dem Preis-Schnäppchen verbergen sich weitere Kosten, die dem Bieter nicht sofort ins Auge fallen und Vorwürfe von Betrug aufkommen lassen. 

Zusätzliche Kosten der Cent-Auktionen

Unter den Anbietern solcher Cent-Auktionen befinden sich unter anderem „bidfun.de“, "swoggi.de" oder „centgebote.tv“. Die „Stiftung Warentest“ hat im Juni 2012 anhand der Plattform „bidfun.de“ einige dieser Cent-Auktionen getestet und kam zu einem ernüchternden Ergebnis. Sie müssen beispielsweise zahlen, um überhaupt ein Gebot abgeben zu können – anders als bei Auktions-Plattformen wie „eBay“, wo das Bieten an sich kostenlos ist. Die Gebühr dieser sogenannten Gebotspunkte liegt bei „bidfun.de“ zwischen 60 und 75 Cent.  

Für jedes weitere abgegebene Gebot wird ein Cent fällig. Wenn Sie am Ende aber nicht der Höchstbietende waren, sind die eingesetzten Gebotspunkte trotzdem verloren. Am Ende haben Sie Geld für eine Auktion ausgegeben, ohne etwas dafür zu erhalten. Obwohl die vermeintlich geringen Cent-Beträge den Geldbeutel auf den ersten Blick nicht schwer belasten, kann das auf die Dauer schnell ins Geld gehen. Auf vielen Portalen verlängert sich die Auktion zudem bei jedem neuen Gebot um 20 bis 30 Sekunden. Die Auktion wird somit in die Länge gezogen. Betrug ist in diesem Fall zwar nicht nachweisbar, aber dennoch hinterlassen diese Geschäftsmethoden einen faden Nachgeschmack.

Wahre Schnäppchen gibt es selten

Bei einem Beispiel der „Stiftung Warentest“ hat ein Bieter ein aktuelles Smartphone-Modell für 742 Gebotspunkte ersteigert. Bei der Punktegebühr von „bitfun.de“ hat der Käufer also alleine schon für das Bieten zwischen rund 445 und 556 Euro ausgegeben. Hinzu kommt noch die Auktionssumme in Höhe von 37,12 Euro, für die er das Gerät ersteigert hat. Am Ende zahlte der Käufer also insgesamt bis zu 593 Euro für das Smartphone. Für das Cent-Auktionshaus blieb ein satter Gewinn von über 2.200 Euro, den es durch die Einnahmen der Punktegebühren aller übrigen Bieter eingefahren hat. 

Im Falle des Smartphones hat der Käufer bei einem Marktpreis von ungefähr 650 Euro immerhin ein kleines Schnäppchen gemacht. Experten warnen jedoch: Oftmals geben die Betreiber die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) der Hersteller als Referenz an – die UVP liegt in der Regel aber deutlich über dem aktuellen Marktpreis.

Verdacht auf unerlaubtes Glücksspiel

Betrug lässt sich den Verantwortlichen allerdings nicht vorwerfen, denn die Preise stimmen – selbst wenn sie veraltet sind. Allerdings gibt Thorsten Reinhardt, Sachgebietsleiter beim Referat für Lotterie und Glücksspielrecht des Regierungspräsidiums Karlsruhe, gegenüber "Stiftung Warentest" zu bedenken: "Sofern der Teilnehmer der Auktion zuvor Gebotspunkte käuflich erwerben muss, um dann an der Auktion bieten zu können, und er durch die Auktion die Möglichkeit hat, den betreffenden Gegenstand deutlich unter Wert zu erwerben, dürfte es sich bei einer solchen Auktion um ein nicht erlaubnisfähiges Glücksspiel handeln."

Auch wenn Cent-Auktionen kein Betrug sind: Es ist Vorsicht geboten. Wenn Sie sich auf das vermeintliche „Glücksspiel“ mit den Cent-Auktionen einlassen möchten, sollten Sie beachten, dass Sie dabei schneller Geld verzocken als einsparen könnten.

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