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Facebook zwingt Norderney die "Facebox" ab

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Facebook zwingt Norderney in die Knie

23.10.2012, 12:26 Uhr | dpa, dpa

Facebook zwingt Norderney die "Facebox" ab . Facebox auf Norderney (Quelle: dpa)

Die Facebox auf Norderney geht Facebook gegen den Strich. (Quelle: dpa)

Der Internet-Riese Facebook mag keine Konkurrenz – auch nicht wenn es sich dabei um einen alten Badekarren in Ostfriesland handelt. Denn dort funktionierte der Kurort Norderney den Karren zu einem Aufnahmestudio um und gab ihm den Namen Facebox. Das Deutsche Patentamt entschied nun, dies sei zu viel des Guten.

"Norderney ist viel schöner als Deutschland", findet ein Inselbesucher. Und die 12-Jährige Nora grüßt digital den Rest der Welt: "Dies ist meine Lieblingsinsel, hier habe ich Fahrradfahren gelernt." Derartige Urlaubspost schickt das Touristenportal Facebox seit zwei Jahren auf der kleinen ostfriesischen Insel ins weltweite Netz. Doch nun muss ein neuer Name her: Der Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken, Facebook, mag die Namenskonkurrenz aus Ostfriesland nicht.

Video-Badekarren sorgt für Unmut

Der Stein des Anstoßes steht auf dem Kurplatz der Insel. Dort wurde vor zwei Jahren ein historischer Badekarren zu einem kleinen Aufnahmestudio umgerüstet: ein Tisch, eine Bank und eine Kamera, mehr nicht. Inselbesucher können seitdem kostenlos Videobotschaften aufnehmen, die bei YouTube und Facebook hochgeladen werden. "Wir treffen nur eine Auswahl und stellen das dann ins Netz", sagt Inga Devermann, die sich um neue Medien beim Marketing der Insel kümmert.

Facebox macht Norderney berühmt

Täglich hinterlassen im Schnitt 30 Insel-Fans überwiegend positive Urlaubseindrücke, geben Tipps oder bekennen ihre Liebe zur Insel. "Das ist kostenlose Werbung vom Feinsten und eigentlich unbezahlbar", freut sich Devermann. "Alles ist garantiert echt. Da wird gesungen, es gibt Witze, oder es quetscht sich auch mal eine ganze Familie vor die Kamera, um der Oma nach Hause zu winken." Doch der kleine Bäderkarren mit dem bekannten blauen Schriftzug und der Name Facebox bringt den Netzwerk-Riesen Facebook aus dem kalifornischen Palo Alto auf den Plan. Erst meldeten sich dessen Anwälte beim Staatsbad, dann wurde das Deutsche Patent- und Markenamt in München auf den Namensstreit aufmerksam.

Patentamt verbietet Facebox

Zu groß sei die Ähnlichkeit zwischen Original und Kopie, heißt es jetzt in einem 14-seitigen Schreiben der Behörde: Die Schriftzeichen stünden nicht weit genug auseinander. "Eine unmittelbare schriftbildliche Verwechslungsgefahr ist daher nicht auszuschließen." Diese Gefahr bestehe auch bei den "klanglich sehr stark ähnelnden, dunkel klingenden Vokalen o und u". Unter ungünstigen akustischen Bedingungen, etwa am Telefon, sei ein sicheres Auseinanderhalten nicht möglich. Daher müsse der Name Facebox geändert werden.

"Wir machen weiter wie bisher"

"Wir können damit leben, wir wollten Facebook ja nicht wehtun", gibt sich nun Norderneys stellvertretender Marketing-Geschäftsführer Hans Rass geschlagen. Im ungleichen Kampf David gegen Goliath sei die juristische Niederlage aber dennoch ein Werbe-Sieg: "Unsere Facebox-Kampagne hat uns bundesweite Aufmerksamkeit und große Sympathie beschert." Auch für Devermann hat sich der Ärger gelohnt: "Wir machen weiter wie bisher – nur mit einem neuen Namen."

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