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Smartphone: Spitzenköche wollen kein "Food Porn" mehr

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Internet-Trend "Food Porn"  

Spitzenköche wehren sich gegen Smartphones

18.02.2014, 18:55 Uhr | t-online.de

Smartphone: Spitzenköche wollen kein "Food Porn" mehr. Spitzenköche wollen kein "Food-Porn" mehr und wehren sich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Spitzenköche wollen kein "Food-Porn" mehr und wehren sich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Französische Spitzenköche machen mobil gegen Gäste, die ihr Essen fotografieren und die Bilder dann ins Internet stellen, was landläufig auch als "Food Porn" bezeichnet wird. Sie wollen ihre Restaurants zu Smartphone-freien Zonen machen und geben dafür mehrere Gründe an.

Gäste, die ihr Essen fotografieren und die Bilder in sozialen Netzwerken wie Facebook posten, sind nicht überall gern gesehen. Dabei macht der Fotograf für den Koch und die Küche kostenlose Werbung – sollte man meinen.

Gilles Goujon, der mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Koch aus dem südfranzösischen Dörfchen Fontjoncouse, sieht das anders. Er bemängelt die oft sehr schlechte Qualität der Fotos und betont im Gespräch mit der Zeitung La Voix du Nord: "Das vermittelt keinen guten Eindruck meiner Arbeit. Das ist ärgerlich." Zudem würde zukünftigen Gästen die Vorfreude auf ein gutes Essen verdorben.

Außerdem sieht er auch möglicherweise sein geistiges Eigentum gefährdet, da die im Internet gegen seinen Willen zur Schau gestellten Gerichte von anderen Köchen kopiert werden könnten.

Andere Gäste werden gestört

Eher pragmatische Gründe nennt Alexandre Gauthier vom Restaurant La Grenouillère in der Ortschaft La Madelaine-sous-Montreuil in der Normandie: "Wir sind ein Restaurant, indem es eher gedämpftes Licht gibt, so dass die Gäste blitzen müssen, wenn sie das Essen fotografieren." Das störe andere Gäste, die einfach in Ruhe genießen wollten.

Er hat nichts dagegen, dass Gäste vor dem Restaurantbesuch und auch danach twittern, aber eben nicht während dem Essen: "Sich zum Essen hinzusetzen, soll ein genussvoller Moment sein, den der Gast mit uns teilt und nicht mit einem sozialen Netzwerk."

Zudem werde das Essen kalt, wenn ein Gast mehrere Anläufe brauche, um ein gutes Foto zu machen. Gauthier wundert sich ohnehin, dass heutzutage Leute so erpicht darauf seien, ihr Essen zu fotografieren. Früher hätten Menschen noch ihre Familie fotografiert.

SPITZENKÖCHE GEGEN FOOD-PORN.
Fotografieren und posten Sie auch ihr Essen?

Dezente Hinweise in der Speisekarte

Um dem Treiben in ihren Restaurants Einhalt zu gebieten, greifen die Gastronomen zu unterschiedlichen Mitteln. Gilles Goujon sieht ein, dass sich die Gäste das kaum verbieten lassen. Er möchte mit einem Satz in der Speisekarte darum bitten, das Essen nicht zu fotografieren. Allerdings habe er noch keine adäquate Formulierung gefunden, die nicht zu abschreckend auf die Gäste wirkt.

Alexandre Gauthier hat seine Speisekarte mit einem Symbol ergänzt, das eine durchgestrichene Kamera zeigt. Dabei will er das Fotografieren nicht generell verbieten, aber die Gäste dazu bringen, um Erlaubnis zu fragen.

Koch bittet Kunden in die Küche

Nicht nur französische Köche nehmen Anstoß am zunehmenden Phänomen Food Porn. Die Tageszeitung New York Times berichtet über den Koch David Bouley, dem eine originelle Lösung einfiel, nachdem dieser in seinem Restaurant erlebte, dass Gäste sogar kleine Fotostative aufbauten oder einfach auf den Stuhl stiegen, um ein optimales Bild zu machen.

Anstatt das Fotografieren gänzlich zu verbieten, bittet er die Leute einfach in die Küche, wo sie das Essen in Ruhe fotografieren dürfen. "Wir locken mit der Marmoranrichte in der Küche als geeignetem Fotohintergrund", beschrieb der Koch der New York Times. Für den fotobegeisterten Gast würde das Ganze so zu einem kleinen Abenteuer und die anderen Gäste würden nicht gestört.

Meok bang – Food Porn für Voyeure

In Südkorea etabliert sich mittlerweile eine neue eher voyeuristische Form des Food Porn. Junge Koreaner filmen sich beim Essen und zeigen das als Live-Stream im Internet. Das Ganze nennt sich "Meok bang", was man mit "Essen live auf Sendung" übersetzen kann.

Park Seo-yeon ist laut einem Bericht des Online-Magazins jetzt.de der Star der Szene und soll damit pro Mahlzeit über 700 Euro verdienen. Die 34-Jährige aus Seoul bestreitet mittlerweile ihren Lebensunterhalt damit, dass Leute ihr beim Essen zuschauen und währenddessen mit ihr chatten.

Zusammen am virtuellen Tisch

Vor der jungen Frau stehen meist Unmengen von Speisen. Sie schmatzt beim Essen und spricht mit vollem Mund. Laut jetzt.de soll Meok bank so erfolgreich sein, weil viele Menschen einsam seien und so etwas Geselligkeit und Gemeinschaftsgefühl geschaffen werde. Man esse sozusagen mit der virtuellen Familie.

Park Seo-yeon selbst erklärt ihren Erfolg in einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Independent auch damit, dass Menschen, die beispielsweise eine Diät machen, es als "stellvertretenden Genuss" empfänden, ihr beim Essen zuzuschauen.

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