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Vorratsdatenspeicherung: Was die Metadaten über Menschen verraten

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Vorratsdatenspeicherung  

Was die Metadaten über Menschen verraten

08.04.2014, 19:47 Uhr | dpa

Vorratsdatenspeicherung: Was die Metadaten über Menschen verraten. Datenkabel (Quelle: imago/Jochen Tack)

Was Metadaten verraten (Quelle: Jochen Tack/imago)

Seit Jahren ist die Vorratsdatenspeicherung ein Zankapfel in Europa. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nun dem massenhaften Sammeln von Telefon- und Internetdaten einen Riegel vorgeschoben. Das EU-Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verstoße gegen Grundrechte und sei deshalb ungültig, urteilte der Gerichtshof am Dienstag. Dennoch werden die Staaten auf dieses Fahndungsinstrument nicht verzichten wollen und neue Regelungen ersinnen. Aber was genau sammeln und zeigen diese Metadaten eigentlich?

Bei der Vorratsdatenspeicherung werden nicht etwa Telefongespräche oder der Inhalt von E-Mails oder SMS-Botschaften aufgezeichnet und gespeichert. Es geht um reinen Verbindungsdaten, die auch Metadaten genannt werden.

Dabei handelt es sich konkret um die Informationen wer mit wem wie lange telefoniert hat beziehungsweise wer wem wann eine E-Mail oder eine SMS geschickt hat. Diese Daten sollten unter entsprechenden Richtlinien gesammelt werden, damit Ermittler später darauf zugreifen können.

VORRATSDATENSPEICHERUNG
Wie stehen Sie zur Vorratsdatenspeicherung (Speicherung von Metadaten)?

Vorratsdatenspeicherung verletzen die Privatsphäre

"Im Mobilfunk gibt es ungefähr 30 Datenfelder, die bei jeder Kommunikation ausgefüllt werden", sagt der Grünen-Politiker Malte Spitz. "Sobald ich eine E-Mail bekomme, sobald ich eine Textnachricht verschicke, sobald ich meine Frau anrufe, wird festgehalten, wann das war, von welchem Telefon, mit welcher SIM-Karte, wo ich war, wo die andere Person war, und und und."

Weil diese Metadaten ein so detailliertes Bild über die Menschen abgeben, erklärten die Richter des EuGH die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung für ungültig. Zu weitreichend lassen diese Daten Rückschlüsse auf die Gewohnheiten, Aufenthaltsorte und soziale Beziehungen der Menschen zu, urteilten die Richter am Dienstag.

Menschen werden umfangreich analysierbar

Die Analyse der Metadaten macht Menschen durchschaubar. Ruft jemand beispielweise immer zu gleichen Zeit die gleiche Person an, lässt sich ein Muster daraus ableiten. Bekommt eine Person beispielsweise häufig SMS-Nachrichten seiner Bank, so dürften das mTANs sein, mit denen die Person Online-Überweisungen autorisiert. Schickt jemand häufig E-Mails in ein Land, dass im Visier der Terrorismus-Fahnder steht, könnte das verdächtig sein.

Die Metadaten für Smartphones und Handys enthalten über die Positionsbestimmung der Geräte auch den jeweiligen Aufenthaltsort des Nutzers. So könnten auch Bewegungsprofile der Nutzer aus den Metadaten erstellt werden. Der Grünen-Politiker Malte Spitz machte seine Vorratsdaten im August 2009 öffentlich und die Onlineausgabe der Wochenzeitung Die Zeit zeigte seine Mobiltelefonstandorte auf einer Karte. "Da musste ich schon einige Male schlucken", sagt Spitz. Er lehnt die Speicherung auf Vorrat ab und plädiert dafür, Kommunikationsdaten nur bei Verdächtigen zu sammeln.

Forscher haben in einem Experiment gezeigt, dass Smartphone-Nutzer alleine anhand von Telefonnummern und weiteren Metadaten sehr genau charakterisiert werden können. Wer mit wem liiert ist, wer gesundheitliche Probleme hat oder gar Alkoholiker ist, lässt sich anhand der gespeicherten Verbindungsdaten mit sehr einfach Mitteln vorhersagen und herausfinden.

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