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Facebook-Studie empört Nutzer: "super verstörend" und "böse"

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Unfreiwillige Versuchskaninchen  

Empörung über geheimes Facebook-Experiment

30.06.2014, 18:07 Uhr | dpa, t-online.de, AFP

Facebook-Studie empört Nutzer: "super verstörend" und "böse". Jugendliche sitzt genervt vor einem Computer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Laut einer Studie lassen sich die Gefühle von Facebook-Nutzern gezielt beeinflussen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Veröffentlichung einer Studie, bei der Facebook-Nutzer zu unfreiwilligen Versuchskaninchen wurden, hat im Internet für Ärger gesorgt. Auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken wurde das Experiment als "super verstörend", "gruselig" und "böse" bezeichnet. Forscher hatten zuvor bekanntgegeben, mit Facebooks Unterstützung heimlich den Nachrichteneingang von fast 700.000 Nutzern manipuliert zu haben.

Für die Studie hatten Wissenschaftler aus New York und San Francisco im Januar 2012 eine Woche lang gesteuert, ob die Testpersonen überwiegend positive oder negative Einträge von Freunden auf ihrer Facebook-Startseite, dem sogenannten "News Feed", vorfanden. Die 689.003 betroffenen Nutzer wussten von dem Experiment über "emotionale Ansteckung durch soziale Netzwerke" allerdings nichts.

Mit dem Bekanntwerden der Studie entluden sich zahlreiche negative Gefühle in erster Linie auf Twitter. Die Reaktionen reichten von einfachen Kommentaren wie "erschreckend", "Facebook ist eine Waffe" oder "raus aus Facebook" bis hin zu diversen Verdächtigungen: "Könnte Zuckerberg so nicht auch Wahlen manipulieren?" und "Twitter und Google lassen solche Experimente garantiert ebenfalls zu."

FACEBOOK-EXPERIMENT
Was halten Sie von diesem Experiment mit fast 700.000 Facebook-Nutzern?

Facebook verteidigt das Emotions-Experiment

Facebook verteidigte die Studie in einer Stellungnahme in der Nacht zum Montag. Für das Online-Netzwerk sei es wichtig, zu verstehen, wie Mitglieder auf verschiedene Inhalte reagierten, erklärte Facebook in der Nacht zu Montag. "Wir überlegen sorgfältig, welche Forschung wir betreiben, und haben ein striktes internes Aufsichtsverfahren."

Universität räumt Unwohlsein ein

Die Manipulation der News Feeds war kein Verstoß gegen die Regeln, denen jeder Facebook-Nutzer bei seiner Registrierung zustimmen muss. Dennoch räumte Susan Fiske von der Universität Princeton, die die Veröffentlichung des Studienergebnisses redigierte, im Interview mit dem Online-Magazin The Atlantic ein Unwohlsein ein.

Sie habe daher die Studienautoren kontaktiert. Diese hätten darauf verwiesen, dass ihnen die Studie von den zuständigen Ethik-Kommission genehmigt worden sei, "da Facebook offenbar die News Feeds der Leute permanent manipuliert". "Es ist Zeit, den Facebook-Account zu schließen", kommentierte ein Nutzer auf Twitter.

Emotionale Ansteckung auf Facebook

Die Forscher fanden heraus, das diejenigen, die überwiegend positive Kommentare zu sehen bekamen, selbst ebenfalls häufiger positive Statusangaben veröffentlichen. Die gleiche Rückkopplung gab es bei der zweiten Gruppe der Probanden, die negative Inhalte zu sehen bekamen. Wurden sowohl die positiven als auch die negativen Postings der Freunde ausgefiltert, dann schrieben auch die Probanden weniger Statusupdates auf Facebook.

Facebook beeinflusst Gefühle

Die Ergebnisse bewiesen laut Meinung der Forscher, "dass die auf Facebook gezeigten Gefühle unsere eigenen Gefühle beeinflussen". Das belege experimentell eine "massive Sozialansteckung über soziale Netzwerke", schrieben die Autoren in den Proceedings of the National Academy of Sciences. Angesichts der enormen Zahl an Facebook-Nutzern – laut Konzernangaben liegt sie bei über 1,2 Milliarden – gewinne der an sich wenig spektakuläre Befund an Brisanz.

Der Facebook Edge-Rank

Facebook filtert bereits seit Langem die Nachrichten, die auf den Startseiten seiner Nutzer erscheinen, um die Anzahl der Statusmeldungen, Bilder und Kommentare in dem News Feed in Grenzen zu halten.

Facebook nennt diesen Filter "Edge-Rank". Das ist ein Algorithmus, mit dem ermittelt werden soll, was für den jeweiligen Facebook-Nutzer gerade am relevantesten und interessantesten ist. Facebook-Nachrichten mit einem hohen Edge-Rank-Wert werden dem Nutzer angezeigt, solche mit einem niedrigen Wert nicht. Wie genau der Edge-Rank berechnet wird, gibt Facebook zwar nicht preis. Er soll sich aber aus Faktoren wie "Affinität", "Gewichtung" und "Zeitablauf" zusammensetzen.

Affinität, Gewichtung und Zeitablauf

Bei der Affinität versucht Facebook zu ermitteln, wie intensiv die Beziehung zwischen dem Nutzer und der Facebook-Nachricht sein könnte. Eine Nachricht von einem Freund oder vielleicht sogar einem Familienmitglied hat eine höhere Affinität, als die Nachricht eines Unbekannten oder einer allgemeinen Institution oder Firma.

In die Gewichtung fließt unter anderem ein, wie viele Freunde des Nutzers den Beitrag ebenfalls gesehen und vor allem auf "Gefällt mir" geklickt haben. Je mehr Freunden der Beitrag gefällt, um so wahrscheinlicher ist es, dass ein Nutzer diesen Beitrag angezeigt bekommt. Der Zeitablauf bedeutet, dass ein Facebook-Beitrag an Wert verliert, je älter er wird. Google macht dasselbe mit seinem "Page Rank", der die für den Nutzer relevantesten Suchergebnisse liefern soll.

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