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Abmahn-Anwalt von Porno-Portal Redtube Urmann verliert Zulassung

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Abmahn-Anwalt Urmann verliert Zulassung

31.12.2014, 15:17 Uhr | Melanie Ulrich, t-online.de

Abmahn-Anwalt von Porno-Portal Redtube Urmann verliert Zulassung. Redtube-Abmahn-Anwalt Thomas Urmann verliert Lizenz. (Quelle: imago/Screenshot/Rüdiger Wölk)

Redtube-Abgemahnte zahlten 600.000 Euro (Quelle: Screenshot/Rüdiger Wölk/imago)

Rechtsanwalt Thomas Urmann, der mit Massenabmahnungen von Nutzern des Pornofilm-Portals Redtube Schlagzeilen machte, hat seine Zulassung als Anwalt verloren. Wie die "Mittelbayrische Zeitung" (MZ) berichtet, wurde der Ausschluss aus der Rechtsanwaltskammer Nürnberg bestätigt. Der Verlust der Zulassung steht vermutlich allerdings nicht im Zusammenhang mit den Redtube-Abmahnungen, sondern könnte Folge seiner Verurteilung wegen Betruges sein.

Auf Anfrage der Mittelbayrischen Zeitung teilte die Kanzlei Gulden & Röttger (GGR) in Mainz schriftlich mit: „Wir können Ihnen bestätigen, dass uns ein Schreiben der Rechtsanwaltskammer Nürnberg vorliegt, in dem uns mitgeteilt wird, dass der Ex-Kollege Thomas Urmann keine Zulassung zur Anwaltschaft mehr hat“. Die Kanzlei GGR in Mainz hatte Mandanten vertreten, die von Urmanns Kanzlei abgemahnt und mit Schadensersatzforderungen überzogen worden waren. Die Rechtsanwaltskammer Nürnberg war laut der Zeitung nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Laut Anwalt Tobias Röttger soll auch die Rechtsanwaltskanzlei Urmann & Collegen gelöscht worden sein, die offizielle Website der Kanzlei ist nicht mehr erreichbar. Allerdings hatte sich die Rechtsanwalts-GmbH im November umbenannt und ihren Geschäftssitz und -zweck geändert. Neuer Unternehmensgegenstand ist jetzt "Verwaltung eigenen Vermögens", neuer Standort ist Hamburg.

Urmann mehrfach verurteilt

Der aus Regensburg stammende Anwalt Urmann wurde im August vom Augsburger Schöffengericht zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Gericht gestand die Bewährung zu, weil Urmann geständig gewesen sei und sich schuldeinsichtig und reumütig gezeigt habe. Zusätzlich zur Bewährung wurde Urmann zur Zahlung von 80.000 Euro und zur Ableistung von 80 Sozialstunden verurteilt.

Auf das Strafmaß hatten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidigung geeinigt. Der Verlust der Zulassung könnte im Zusammenhang mit dieser Verurteilung stehen, denn sollte das Urteil rechtskräftig geworden sein, wäre Urmanns Zulassung als Anwalt damit automatisch erloschen.

Insolvenzverschleppung in Wurstfabrik

Die Verurteilung Urmanns steht nicht im Zusammenhang mit der Redtube-Abmahnwelle. Als Geschäftsführer einer Wurstwarenfabrik in Gundelfingen (Kreis Dillingen) hat sich Urmann der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht, berichtet die "MZ". Trotz Zahlungsunfähigkeit habe er Aufträge an Lieferanten vergeben. Zudem habe er Sozialversicherungsbeiträge für einen Teil der Angestellten nicht gezahlt. Der Schaden belaufe sich auf mehr als 390.000 Euro.

Urmann hatte im Jahr 2008 das schon damals insolvente Unternehmen übernommen und sich als deren Retter feiern lassen, wie die Tageszeitung "MZ" schreibt. Doch die Rettung misslang, die Firma war nach zwei Jahren am Ende.

Anfang Dezember verlor Urmann ein weiteres Verfahren vor Gericht, dieses Mal bereits in zweiter Instanz. Das Landgericht bestätigte ein Urteil des Amtsgerichts Regensburg, nachdem Urmann wegen "sittenwidrigen Vorgehens" und einer "besonders verwerflichen Gesinnung" im Zusammenhang mit Abmahnungen von Online-Shops verurteilt worden war.

Durch Porno-Abmahnungen bekannt

Bekannt war Urmann im Jahr 2013 geworden, als er im Auftrag von The Archive AG Zehntausende Abmahnungen an vermeintliche Nutzer des Pornovideo-Portals "Redtube" verschickt hatte. Viele der Betroffenen konnten sich erfolgreich zur Wehr setzen, da die Abmahnungen juristisch nicht korrekt waren. Zudem wurden Ungereimtheiten bei den veranschlagten Kosten festgestellt. Im März hatte ein Gericht die Abmahnungen schließlich für unrechtmäßig erklärt. Urmann legte sein Mandat nieder.

Urmann wollte Porno-Pranger einführen

Urmanns Kanzlei U+C sorgte bereits 2012 mit einem sogenannten "Porno-Pranger" für Aufregung. Die Kanzlei plante die Namen von abgemahnten Porno-Nutzern im Internet zu veröffentlichen, wenn sie die Zahlung der geforderten Abmahngebühren verweigerten. Ein Gericht schob diesem Ansinnen einen Riegel vor.

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