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Facebook zeigt geheime Richtlinen für Nachrichten-Feed

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Interne Richtlinien veröffentlicht  

Hat Facebook seine Nutzer politisch beeinflusst?

13.05.2016, 12:38 Uhr | dpa

Facebook zeigt geheime Richtlinen für Nachrichten-Feed. Angeblich ließ Facebook politisch unliebsame Nachrichten aus seinem Netzwerk verschwinden.  (Quelle: imago/Reporters)

Angeblich ließ Facebook politisch unliebsame Nachrichten aus seinem Netzwerk verschwinden. (Quelle: Reporters/imago)

Facebook hat seine Richtlinien zur Auswahl von Nachrichten-Trends veröffentlicht. Damit reagiert der Konzern auf einen Vorwurf ehemaliger Mitarbeiter. Diese sollten angeblich gezielt konservative Nachrichten aus dem News-Feed streichen.

Mitten im Präsidentschaftswahlkampf gerät Facebook mächtig unter Druck: Namentlich nicht genannte frühere Facebook-Mitarbeiter hatten dem amerikanischen Technik-Blog "Gizmodo" erzählt, sie seien angewiesen worden, Nachrichten mit konservativem Anstrich zu unterdrücken. Obwohl die Anschuldigungen wenig belastbar sind, machen die Aussagen Facebook schwer zu schaffen: Trotz Dementis von Facebook entfaltete sich eine Debatte über den Einfluss von Facebook als Nachrichtenmedium. Ein republikanischer Senator forderte zusätzliche Informationen vom weltgrößten Online-Netzwerk.

Software macht die Nachrichten

Nun wehrt sich Facebook mit Transparenz und veröffentlichte seine internen Richtlinien zur Auswahl von Nachrichten-Trends (PDF) in den USA. Daraus geht hervor, dass die News-Themen grundsätzlich von einer Software vorgeschlagen werden. Die Mitarbeiter, die die Themen prüfen, haben allerdings Einfluss darauf, mit welchen Bildern und zentralen Nachrichtenquellen sie präsentiert werden. Außerdem listen sie Doppelungen und Falschmeldungen aus.

Auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg schaltete sich in die Debatte ein und versprach eine vollständige Aufklärung der Vorwürfe. Facebook erlaube seinen Mitarbeitern nicht, Quellen irgendeiner politischen Ausrichtung zu diskriminieren. Bisher seien keine Belege dafür entdeckt worden, dass der "Gizmodo"-Bericht stimme. "Sollten wir etwas finden, was gegen unsere Prinzipien verstößt, haben Sie meine Zusage, dass wir zusätzliche Schritte unternehmen werden, um uns darum zu kümmern", schrieb Zuckerberg in einem Facebook-Eintrag. Das Online-Netzwerk wolle eine "Plattform für alle Ideen sein". Er werde sich demnächst für eine Diskussion mit führenden Konservativen und anderen Politikern treffen, kündigte der 31-Jährige an.

So funktionieren News auf Facebook

Der Kasten mit den Nachrichten-Trends ("Trending Topics") auf der Facebook-Website wird getrennt von der eigentlichen Timeline eines Nutzers bestückt und ist in Deutschland nicht verfügbar. Diverse deutsche Online-Medien werden dennoch mit ausgewertet, um die Nachrichten-Trends zu ermitteln.

Die News werden von der Wichtigkeit her in vier Kategorien unterteilt, von "Normal" bis "Nuklear" für besonders dramatische Ereignisse mit weltweitem Widerhall, wie aus der an einigen Stellen geschwärzten fast 30 Seiten langen Richtlinie hervorgeht. Dort heißt es auch, dass Mitarbeiter keine zusätzlichen Themen hinzufügen dürften, die nicht von Software gefunden wurden. Nach Informationen des "Wall Street Journal" wurden im vergangenen Jahr aber die Berichte über die Terroranschläge in Paris manuell in die Liste aufgenommen, bevor sie von dem Programm als Trend-Thema ausgemacht werden konnten.

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