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Google will keine E-Mails mehr mitlesen

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Umstrittene Praxis endet  

Google will keine E-Mails mehr ausspionieren

24.06.2017, 22:22 Uhr | dpa, t-online.de

Google will keine E-Mails mehr mitlesen. Google liest E-Mails der Nutzer nicht mehr mit (Quelle: Google)

Mitarbeiterin in der Google-Zentrale: Bisher durchforsteten Programme GMail-Nachrichten nach den Vorlieben der Nutzer. (Quelle: Google)

Ein E-Mail-Konto bei Google ist kostenlos. Bisher "bezahlten" Nutzer damit, dass sie dem IT-Konzern das Mitlesen der Mails gestatten. Das soll sich bald ändern.

Google wird künftig nicht länger die E-Mails der Nutzer seines Dienstes Gmail lesen. Am Freitag kündigte das Unternehmen an, sein seit 2004 angewandte Praxis zu beenden. Google hatte die Inhalte von E-Mails analysiert, um so die Interessen der Nutzer in Erfahrung zu bringen und die angezeigte Werbung darauf abzustimmen. Dies hatte Datenschützer besorgt und manche Nutzer verschreckt.

Werbung soll anders ausgewählt werden

Google wird zwar auch in Zukunft weiter Werbung bei Gmail anzeigen. Statt die E-Mails jedoch zu durchsuchen, sollen die Algorithmen des Unternehmens anderweitig bestimmen, welche Anzeigen am ehesten das Interesse der 1,2 Milliarden Gmail-Nutzer wecken könnten.

Das Unternehmen erklärte, das Mitlesen der E-Mails werde im Laufe des Jahres gestoppt. Hintergrund ist auch der Gmail-Dienst, den Google kostenpflichtig für Unternehmen anbietet. Bei diesem erscheinen keine Anzeigen und Nachrichten wurden auch nie entsprechend ausgewertet.

Google will Verwirrung beenden

Laut Google sorgte die unterschiedliche Handhabe aber für Verwirrung bei Unternehmen und Nutzern. Der Anbieter hofft nach eigenen Angaben, dass die Einstellung der Mitlese-Funktion nun helfen wird, die Situation zu klären und mehr Unternehmen für den kostenpflichtigen E-Mail-Dienst anzuziehen.

Gmail ist der größte E-Mail-Service weltweit. Microsoft und Apple haben den Konkurrenten Google wiederholt dafür kritisiert, Nachrichten von Nutzern für Anzeigen auszuwerten. Die Beliebtheit des Dienstes brach dadurch jedoch nicht ein.

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