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Digitale Währung: Was sind eigentlich Bitcoin?

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Was ist dran am boomenden Bitcoin?

25.11.2017, 11:48 Uhr | Enno Park, t-online.de

Was sind Bitcoins eigentlich? Bitcoin ist eine digitale Währung und auch die weltweit gebräuchlichste. Wir erklären, was das eigentlich ist. (Screenshot: Getty)
Was steckt hinter der digitalen Währung Bitcoin?

Was sind Bitcoins eigentlich? Bitcoin ist eine digitale Währung und auch die weltweit gebräuchlichste. Wir erklären, was das eigentlich ist.

Was steckt hinter der digitalen Währung Bitcoin? (Quelle: Bitprojects)


Der Bitcoin legte dieses Jahr eine beispiellose Rallye hin, sein Wert ist von 1000 auf 7000 Euro gestiegen. Aber wie funktioniert die digitale Währung eigentlich - und lohnt sich der Einstieg?

Alles begann 2008, als ein bis heute unbekannter Verschlüsselungsexperte unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eine Idee veröffentlichte, wie sich digitales Geld schaffen ließe, das sich nicht ohne weiteres kopieren oder fälschen lässt. Kernstück dieser Idee war die Blockchain, eine Art riesige, verteilte Buchhaltung, von der es zahllose Kopien gibt und in die alle jederzeit hineinsehen können.

Wird jede einzelne Überweisung in dieser Datenbank gespeichert, steht immer fest, wem wieviel Geld gehört. Versuche, die Blockchain zu manipulieren sind zwecklos, da ein Betrüger mehr als die Hälfte der weltweit existierenden Kopien der Blockchain verändern müsste. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Und obwohl jederzeit Einblick in die Blockchain genommen werden kann, ist Bitcoin völlig anonym. Wem wieviel gehört wird unter einer Bitcoin-Adresse gespeichert, ähnlich einem Schweizer Nummernkonto. Wer Adresse und zugehöriges Passwort kennt, kommt an das Geld.

2200 gibt es keine neuen Bitcoin mehr

Damit das System funktioniert, braucht es viele Freiwillige, die Kopien der Blockchain pflegen und Überweisungen nachtragen. Als Gegenleistung bekommen diese Freiwilligen, die „Miner“ genannt werden, einen Bitcoin gut geschrieben, wenn sie eine bestimmte Zahl von Transaktionen verarbeitet haben. Damit die Zahl der Bitcoins nicht zu schnell wächst, müssen sie mit ihrem Computer zusätzlich eine sehr komplexe Rechenaufgabe lösen. Die Schwierigkeit dieser Rechenaufgabe steigt von Zeit zu Zeit. Irgendwann um das Jahr 2200 wird es unmöglich werden, sie zu lösen und die Zahl der Bitcoins wird nicht weiter steigen.

Wer Bitcoin benutzen möchte, benötigt zunächst einmal eine Wallet. Das ist ein Programm für den PC oder eine App fürs Smartphone wie „Ledger“, „Trezor“ oder „Coinbase“. In dieser App legt man sich eine Bitcoin-Adresse an und wählt ein Passwort. Um an die ersten eigenen Bitcoins zu gelangen, kann man bei einem Bekannten bitten, einen kleinen Betrag an diese Adresse zu überweisen oder man kauft sich Bitcoins bei Brokern wie „bitcoin.de“ oder „Kraken“. Mit dieser App lassen sich dann Geldbeträge an andere Bitcoin-Adressen überweisen. Aber Vorsicht: Wird die App gelöscht oder geht das Telefon verloren, ist kein Zugriff aufs Geld mehr möglich. Man sollte also unbedingt eine Sicherheitskopie auf einem anderen Gerät anlegen.

Bitcoin-Münze: Droht nach dem Hype der Absturz? (Quelle: imago/Jaap Arriens)Bitcoin-Münze: Droht nach dem Hype der Absturz? (Quelle: Jaap Arriens/imago)

Keine Währung für den Alltag

Eigentlich war Bitcoin nur als Experiment gedacht, um zu beweisen, dass eine Digitalwährung möglich ist. In den Anfangsjahren, als eine Pizza 1000 Bitcoin kostete, interessierten sich nur Nerds, Informatiker und Idealisten dafür. Das hat sich inzwischen drastisch geändert, und das obwohl Bitcoin eigentlich nicht besonders gut als Währung für den Alltag geeignet ist. Theoretisch wäre es heute möglich, auf ein Bankkonto zu verzichten und nur mit Bitcoin zu leben. Denn man kann damit Pizza bestellen, Computer oder Kleidung online einkaufen und sogar in einigen Restaurants und Geschäften bezahlen.

An einigen Flughäfen gibt es mittlerweile Geldautomaten, die Bargeld gegen Bitcoin wechseln und über Börsen lässt sich das Digitalgeld in Dollar oder Euro tauschen. Allerdings dauert so eine Bitcoin-Transaktion mehrere Stunden. Kreditkarten, Paypal und ab 2018 sogar SEPA-Überweisungen sind da erheblich schneller. Und preiswerter, denn mittlerweile werden für Bitcoin-Transaktionen Gebühren verlangt, die deutlich höher liegen als bei einer Kreditkartenzahlung. Zugleich unterliegt der Bitcoin starken Kursschwankungen. Man weiß nie genau, wieviel das virtuelle Geld morgen wert sein wird, das man heute in seiner Bitcoin-Wallet hat.

Bitcoin ist heute also weniger Bargeld, sondern eher so etwas wie eine Geldanlage. Anders als bei Aktien, Fonds und Unternehmensbeteiligungen stecken keine echten Werte dahinter. Am ehesten ist Bitcoin deshalb mit Gold zu vergleichen, dem wir auch nur aus Tradition einen Wert zumessen. Deshalb kann man seine Bitcoin auch nicht „arbeiten“ lassen. Geld, das in Bitcoin umgetauscht wurde, ist dem Wirtschaftskreislauf zunächst einmal entzogen. Es liegt passiv herum wie Goldmünzen in der Schreibtischschublade. Ob es mal mehr wert sein wird, ist einzig eine Frage der Kursentwicklung. Derzeit sind Bitcoin ein reines Spekulationsobjekt: Ob sie im Wert steigen oder fallen ist reine Glückssache. Der massive Kursanstieg der letzten Wochen spricht eher dafür, dass der Bitcoin im Moment eine Spekulationsblase erlebt und es bald mit den Kursen wieder deutlich bergab geht.

Politikum und Klimakiller

Tatsächlich warnen zahlreiche Finanzexperten vor Bitcoin. Die echten Fans der Währung stört das allerdings nicht weiter. Sie sehen in Bitcoin keine Geldanlage sondern ein politisches Statement: Eine Währung, die graswurzelartig von vielen Menschen geschaffen wurde und keiner staatlichen Kontrolle unterliegt. Als beispielsweise im Zuge der Eurokrise zeitweise die Barabhebungen bei griechischen Banken eingeschränkt wurde, zog die Nachfrage nach Bitcoin dort deutlich an. Und als der Whistleblower-Plattform Wikileaks die Konten gesperrt wurden, konnte sie überleben, indem sie anfing, Spenden in Bitcoin anzunehmen.

Auch der Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen im Darknet wurde erst durch die Anonymität von Bitcoin so richtig in Schwung gebracht. Ob man das wünschenswert oder besorgniserregend findet, ist eher eine Frage der persönlichen politischen Einstellung. Allerdings hat Bitcoin noch ein anderes Problem: der immense Energiebedarf. Denn durch das „Minen“ wird enorm viel Rechenleistung und damit Strom verbraucht. Nach Berechnungen des Analysten Alex de Vries verbraucht eine Bitcoin-Überweisung derzeit ungefähr soviel Strom wie ein mittelgroßer Privathaushalt in einem ganzen Monat und belastet die Atmosphäre mit der entsprechenden Menge des Klimagases Kohlendioxid.

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