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Gesichtskontrolle  

Facebook-Nutzer sollen sich mit Selfie identifizieren

29.11.2017, 11:19 Uhr | str, t-online.de

Facebook-Nutzer sollen sich mit Selfie identifizieren. Ein Mann mit Bart und Sonnenbrille schießt ein Selfie.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/RossHelen)

Gesichtskontrolle: Facebook will Nutzer per Selfie identifizieren. (Quelle: RossHelen/Thinkstock by Getty-Images)

Facebook plant offenbar, die Identität seiner Nutzer mit Hilfe von Fotos zu überprüfen. Einige User wurden bereits dazu aufgefordert, mit Selfies zu belegen, dass sie echte Menschen sind. 

Das soziale Netzwerk arbeitet offenbar an einem neuen Sicherheitssystem, bei dem sich Nutzer mit einem Selfie identifizieren sollen. Damit will der Konzern angeblich gegen den Missbrauch seiner Plattform vorgehen. Das berichtet die Wired am Dienstag. 

Nutzer hatten berichtet, dass sie aus ihrem Konto ausgesperrt und von der App aufgefordert worden seien, ein Selfie zu schießen und hochzuladen. Facebook wolle das Foto überprüfen und anschließend das Konto wieder freischalten, heißt es in der Mitteilung, die auf Twitter die Runde macht:

Das Unternehmen versichert darin auch, dass die Selfies nur für den Sicherheitscheck verwendet und dann gelöscht würden. 

Ob die Funktion nur in den USA existiert oder auch in Europa, ist unklar. Auch hat sich Facebook noch nicht dazu geäußert, ob und wann sie fester Bestandteil der App werden soll. 

Facebook will die Technologie zum Schutz vor automatisierten Hackerangriffen einsetzen. Es soll überprüft werden, ob hier tatsächlich ein Mensch versucht, sich einzuloggen oder eine Datei hochzuladen und nicht etwa eine ferngesteuerte Software. 

Keine Gesichtserkennung - nur ein Captcha-Verfahren

Auch auf anderen Webseiten sind so genannte Captcha-Verfahren üblich. Meist müssen die Nutzer dazu Bilder- oder Zahlenrätsel lösen. Bei der Selfie-Methode hingegen prüft ein Algorithmus, ob das eingeschickte Selfie einzigartig ist. Dabei dürfte die gleiche Technologie zum Einsatz kommen, mit der Facebook seit kurzem in Australien gegen den Upload von Racheporno-Bildern vorgeht. 

Facebook sperrt Nutzerkonten aus Sicherheitsgründen, wenn "verdächtige Aktivitäten" entweder von anderen Nutzern gemeldet oder von eingebauten Sicherheitsmechanismen erkannt werden. Laut Wired würde Facebook es zum Beispiel als verdächtig einstufen, wenn jemand Fotos aus New York und kurz darauf aus Russland postet.

Ein Sprecher sagte gegenüber Wired, das neue System solle dabei helfen, verschiedene Formen von Missbrauch rechtzeitig zu entdecken. Dazu zählt zum Beispiel das Einrichten von Fake-Accounts oder Spam-Versuche, bei denen wahllos Freundschaftsanfragen verschickt werden. Auch bei den Bezahlvorgängen, die in den USA per Messenger vorgenommen werden können, und bei Anzeigen will Facebook künftig genauer hinsehen und im Zweifel die Selfie-Methode einsetzen. 

Gesichtserkennung wird zunehmend kritisch gesehen

Das neue Selfie-Sicherheitssystem kommt zu einer Zeit, in der hitzig über Gesichtserkennungstechnologien debattiert wird. Datenschützer wie Edward Snowden etwa kritisieren Unternehmen, die in Sicherheitsfragen zunehmend auf biometrische Daten setzen, da Nutzer diese nicht wechseln können wie Passwörter.

Apple zum Beispiel hat die Gesichtserkennung in sein neues iPhone X integriert und behauptet, durch die Face ID sei das Handy sicher vor unbefugten Zugriffen. Sicherheitsforscher aus Asien haben das jedoch bereits widerlegt: Sie konnten die Apple-Technologie mit einer Maske überlisten

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