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Hacker spioniert per Webcam 150 Kinderzimmer aus

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Online-Kriminalität  

Hacker beobachtet per Webcam unzählige Kinderzimmer

16.07.2010, 11:46 Uhr | Andreas Lerg mit Material von dpa, dpa, t-online.de

Hacker spioniert per Webcam 150 Kinderzimmer aus. Webcam mit menschlichem Auge. (Montage: t-online.de)

Hacker manipulierte Webcams hunderter Schülerinnen. (Montage: t-online.de) (Quelle: t-online.de)

Ein Hacker aus dem Rheinland hat sich in die Computer von mindestens 150 Mädchen gehackt und die Kinder über die am PC angeschlossene Webcam ausspioniert. Bei der Festnahme liefen auf mehreren Computern des Täters unzählige Videos aus Kinderzimmern. Aufgedeckt wurde der Fall von einem Mitarbeiter vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD).

Thomas Floß hält für den BvD an Schulen Vorträge, mit denen er Kinder und Jugendliche für Datenschutz sensibilisieren will. "Ich führe dort unter anderem ein Video vor, das zeigt, wie Kinder heimlich über eine Webcam beobachtet werden", sagte Floss im Gespräch mit t-online.de. Er wolle damit zeigen, wie gefährlich Webcams sein können, wenn sie von Hackern für ihre Zwecke eingesetzt werden. Als ab Februar plötzlich immer mehr Schülerinnen den Verdacht äußerten, dass genau dies bei ihnen passiere, wurde Floß stutzig. Über 50 Schülerinnen berichteten Floß, dass die Kontrolllampe der Webcams in ihren Computern nicht ausgingen. Schließlich stellte ihm eine Schülerin ihren Computer zur Verfügung. Der Computerexperte fand darauf einen Trojaner, der den Computer über das Internet fernsteuerte und unter anderem die Webcam einschaltete.

Täter in der Region Aachen festgenommen

Floß verfolgte die digitale Spur des Täters in die Region Aachen und erstattete bei der dortigen Staatsanwaltschaft Anzeige. Als die Polizei die Wohnung des 44-jährigen Mannes durchsuchte, fand sie auf dessen Computern unzählige Videos aus Kinderzimmern, wie das Westfalen-Blatt am Freitag berichtete. Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte die Ermittlungen, nicht aber die Zahl der Opfer. Der Täter soll in die Computer von mindestens 150 Mädchen eingedrungen sein, um die Kinder dann zu beobachten. Die Ermittlungen wurden unlängst so weit abgeschlossen, dass jetzt über den Fall berichtet werden kann. "Eine Person steht in Verdacht, unerlaubt Computer mit Schadprogrammen ausspioniert und Webcams manipuliert zu haben", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Angriff erfolgte über Chatdienste und Bildschirmschoner

Dem neugierigen Hacker gelang der Angriff über den Chatdienst ICQ. Zunächst hatte er dort das Nutzerkonto eines Schülers geknackt. Dann verschickte er über dieses Konto an die Mädchen Bilddateien, die mit dem Trojaner infiziert waren. Sobald das Bild geöffnet wurde, installierte sich der Trojaner unbemerkt auf dem Computer des Opfers und ermöglichte dem Hacker so Zugriff auf die Webcam. Informationen des Westfalen-Blatts zufolge habe der Verdächtige den Trojaner auch per E-Mail versandt. Die mit gefälschten Adressen verschickten Nachrichten sollen einen manipulierten Bildschirmschoner enthalten haben. "Viele Adressen hatte er sich durch das Knacken des Internetprofils eines Versmolder Gymnasiasten besorgt", sagt Floß der Zeitung. Über Foren habe der Täter sogar eine Vorauswahl getroffen, welchen Mädchen er den Trojaner-Bildschirmschoner unter falschem Namen zuschickte.

Experte empfiehlt Skepsis beim Chatten und bei E-Mails

Floß empfiehlt Jugendlichen vor allem Skepsis beim Chatten. "Nicht immer ist derjenige am anderen Ende auch wirklich der, der er zu sein vorgibt." Falls man von einem vermeintlich bekannten Absender unaufgefordert Dateien erhält, gelte der Tipp: Per SMS nachfragen, ob der Absender stimmt. "Die SMS ist ein neutraler Kommunikationskanal, den der Hacker nicht überwachen kann." Floß rät Eltern, mit ihren Kindern über die Problematik zu reden und nicht davor zurückzuschrecken, bei Verdacht die Polizei zu verständigen.

Schutz vor Viren und Trojanern

Zum Schutz gegen diese Gefahren sollte auf dem PC immer ein zuverlässiger Virenscanner und eine Firewall im Einsatz sein. Der Virenscanner sollte nach Möglichkeit täglich aktualisiert werden, damit die Software auch neue Schädlinge entlarven kann. Kostenlose als auch kostenpflichtige Schutzprogramme gibt es zum Beispiel bei Softwareload. Zudem sollten Sie regelmäßig das Betriebssystem und die installierte Software updaten, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Damit sollten Sie vor versteckten Viren auch auf seriösen Internetseiten geschützt sein. 

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