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USA: Hacker knacken Pentagon-Computer mit USB-Stick

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USB-Wurm infiziert Pentagon-Computer

26.08.2010, 08:49 Uhr | Sascha Plischke

USA: Hacker knacken Pentagon-Computer mit USB-Stick. Stellvertretender US-Verteidigungsminister William J. Lynn (Foto: defense.gov)

Stellvertretender US-Verteidigungsminister William J. Lynn (Foto: defense.gov)

Es war ein simpler USB-Stick, der zu einem der größten Sicherheitslecks in der Geschichte des amerikanisches Militärs geführt haben soll. Auf einer Basis im mittleren Osten soll das mit einem Wurm verseuchte Laufwerk schon 2008 an einen Computer mit Zugang zu sensiblen Netzwerken angeschlossen worden sein. Von diesem "digitalen Brückenkopf" habe der Wurm sich weiter verbreitet und seinem Urheber Zugang zu besonders geschützten Computer-Systemen verschafft, so ein Pentagon-Offizieller, der den Angriff nun öffentlich gemacht hat – darunter Rechner, über die wichtige Operationen im Irak und in Afghanistan geplant wurden. Das Militär vermutet hinter dem Angriff Spionage, für Sicherheitsexperten ist der verwendete Wurm jedoch ein alter Bekannter.

"Es war der schlimmste Alptraum eines Netzwerk-Administrators: Ein heimlich operierendes, verbrecherisches Programm, darauf aus, einem unbekannten Feind Operationspläne zuzuspielen." Das schreibt William J. Lynn in einem Beitrag für das außenpolitische Magazin Foreign Affairs. Lynn ist stellvertretender Verteidigungsminister der USA. Der Angriff, der 2008 von einem USB-Stick im mittleren Osten ausgegangen war, habe erst zu einem der größten Einbrüche in geheime Computer-Systeme in der Geschichte der Streitkräfte geführt und schließlich ein radikales Umdenken im Umgang mit IT-Sicherheit im Verteidigungsministerium eingeleitet.

Bisher größter Angriff auf Computer-Systeme des US-Militärs

Den Angriff hatte zuerst das auf Computersicherheit spezialisierten Blog Danger Room des renommierten Computer-Magazins Wired gemeldet. Nur kurze Zeit später widmete auch die Los Angeles Times dem Vorfall einen längeren Artikel. Damals wollte das Pentagon dazu keine Stellung nehmen. Nun verrät Lynn jedoch, dass man das Problem äußerst ernst genommen habe. Der damalige US-Präsident Bush sei umgehend über die Lage informiert worden. In einer Sofortmaßnahme habe das Militär die Nutzung von USB-Sticks komplett untersagt – in einer Armee, die im Operationsgebiet oft über unzuverlässige Netzwerkverbindungen verfügt und deshalb auf den Transfer wichtiger Daten per Speicher-Stick angewiesen ist, ein radikaler Schritt.

Die Affäre habe zu einem Umdenken in US-Militärkreisen geführt, schreibt Lynn. Hacker-Angriffe gehörten mittlerweile zu den ernstesten Bedrohungen, denen sich die amerikanischen Streitkräfte gegenübersähen. "Ein Dutzend entschlossener Computer-Programmierer ist in der Lage, wenn sie eine Schwachstelle ausmachen, die globalen Nachschubwege der Vereinigten Staaten zu bedrohen, ihre Operationspläne zu stehlen, ihre Geheimdienste zu blenden oder den zielgerichteten Einsatz von Waffen zu behindern", so Lynn in seinem Aufsatz. Der Angriff von 2008 sei bei Weitem nicht der einzige gewesen. Gegner hätten tausende Dateien aus US-Netzwerken und denen der amerikanischen Verbündeten und Industriepartnern gestohlen, darunter Baupläne für Waffen und Überwachungsdaten.

Zahl der Attacken auf Pentagon-Computer nimmt stetig zu

Tatsächlich wurden in der Vergangenheit immer wieder Fälle bekannt, in denen Hacker die USA und deren Streitkräfte düpiert hatten. So gelang es 2009 einer Hacker-Gruppe, Details zur Entwicklung des Kampfjet-Projekts Joint Strike Fighter zu stehlen. Mehrere Terabyte an Daten über das Design des Flugzeugs und dessen revolutionäre elektronische Systeme gelangten damals in falsche Hände. Das Pentagon vermutete China hinter dem Angriff. In Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst NSA (National Security Agency) habe das Pentagon nun neue Abwehrmaßnahmen gegen die ständig wachsende Zahl immer professionellerer Angriffe entwickelt, die automatisch und in Echtzeit auf die Angriffe reagieren sollen.

Auch im Fall des Wurmbefalls 2008 vermutet das Pentagon einen Spionageangriff, so Lynn. Tatsächlich handelt es sich bei dem damals in den Netzwerken gefundenen Computer-Schädlings jedoch um einen Wurm, der sich zu dieser Zeit auch in zivilen Netzwerken rasend schnell verbreitet hatte. Der Wurm mit dem Namen W32.SillyFDC war schon Anfang 2007 auf den Schirmen der Sicherheitsdienstleister Sophos und Symantec aufgetaucht. Der Schädling verbreitete sich über Netzwerkverbindungen, kopierte sich aber auch automatisch von befallenen Rechnern auf angeschlossene USB-Sticks. So kann es durchaus sein, dass der bisher größte Angriff auf Computer-Systeme des US-Militärs gar kein professioneller Spionageversuch war, sondern eher der Unachtsamkeit eines Soldaten zuzuschreiben ist, der den Speicher unbedacht an privaten und an dienstlichen Rechnern verwendet hatte. Das dürfte dem US-Militär besondere Kopfschmerzen bereiten.

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