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Russland: Milde Strafe für Millionen-Hacker

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Milde Strafe für Millionen-Hacker

09.09.2010, 09:14 Uhr | Sascha Plischke

Russland: Milde Strafe für Millionen-Hacker. Opfer der Hacker: Finanzdienstleister Royal Bank of Scotland (Foto: RBS)

Opfer der Hacker: Finanzdienstleister Royal Bank of Scotland (Foto: RBS)

Mit einer besonders milden Strafe ist in Russland ein Hacker davongekommen, der zusammen mit mehreren Komplizen insgesamt neun Millionen US-Dollar von den Konten eines amerikanischen Dienstleisters für die Abwicklung von Lohnzahlungen erbeutet hatte. Zu sechs Jahren auf Bewährung verurteilte das Gericht in St. Petersburg den 28-jährigen Viktor Pleshchuck, zusätzlich soll der Hacker seine Beute zurückzahlen. Die vergleichsweise milde Strafe begründeten die Richter mit der Bereitschaft des Angeklagten, Informationen über seine Komplizen zu liefern. US-Behörden hatten die Aktion der Bande als einen der größten Hacker-Coups aller Zeiten bezeichnet.

Millionen gestohlen und doch keine Gefängnisstrafe: Mit sechs Jahren Gefängnis auf Bewährung ist Viktor Pleshchuck in St. Petersburg mehr als glimpflich davon gekommen – auch wenn er danach eine Bewährungszeit von vier weiteren Jahren in Kauf nehmen und zusätzlich 275 Millionen Rubel Schadenersatz leisten. Die umgerechnet neun Millionen US-Dollar entsprechen der Summe, die Pleshchuck zusammen mit sieben anderen Hackern aus Russland und Osteuropa dem US-Finanzdienstleister RBS Worldpay gestohlen hatte. Die Tochter der Royal Bank of Scotland kümmert sich für große Unternehmen um die Auszahlung von Löhnen und Gehältern.

Kooperation mit der Polizei rettet Hacker vor Gefängnis

Einer Haftstrafe entging Pleshchuck nur, weil er nach seiner Festnahme Informationen über seine Komplizen geliefert hatte. "Es handelt sich hier nicht um ein übliches Verbrechen, sondern um Online-Kriminalität", sagte Pleshchucks Anwalt Jurij Novolodski. Sein Mandant habe deshalb nicht absehen können, welchen Schaden seine Taten anrichten würden. Auch aus diesem Grund habe er sich schuldig bekannt und mit den Ermittlungsbehörden kooperiert. US-Ankläger sind jedoch nach wie vor hinter Pleshchuck her. Sie werfen ihm vor, an einer der am besten organisierten Hacker-Attacke aller Zeiten mitgewirkt zu haben und eröffneten ein eigenes Verfahren gegen Pleshchuck.

Hacker-Bande war auf der Jagd nach Lohnzahlungen

In der Tat erforderte der Angriff auf RBS Worldpay eine besonders ausgefeilte Strategie. In einem ersten Angriff verschaffte sich die Hacker-Gruppe Zugang zu den von RBS verwalteten Personaldaten zahlreicher Unternehmen. Insgesamt 1,5 Millionen Datensätze gelangten so in die Hände der Bande, scheinbar das einzige Ziel der Attacke. Tatsächlich waren die Hacker hinter den Daten so genannter Debit Cards her. Diese Karten dienen in den USA zahlreichen Unternehmen als moderne Alternative für den Lohnscheck: Das Geld wird auf einer Magnetkarte gutgeschrieben, das der Angestellte dann an Bankautomaten abheben kann. RBS World Pay ist einer der größten Dienstleister für diese Art des Zahlungsverkehrs. Bei ihrem Einbruch in die Computersysteme des Unternehmens gelang es den Hackern, an Kontoinformationen und Kartendaten zu knapp einhundert dieser Debit Cards zu stehlen. Damit stellten die Kriminellen Kopien dieser Karten her.

Spektakulärer Coup von Moskau bis Atlanta

Damit jedoch nicht genug: Zusätzlich hoben die Hacker das Auszahlungslimit für die gestohlenen Karten auf. Dies nutzte die Gruppe um Pleshchuck am 8. November 2008 für den zweiten und entscheidenden Teil ihres weltweiten Coups: Schlag Mitternacht amerikanischer Ostküstenzeit hoben Komplizen der Bande an 130 Geldautomaten von Moskau bis Atlanta nacheinander die Maximalsumme ab. Insgesamt neun Millionen US-Dollar erbeutete die Bande so.

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