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Online-Banking: LKA sprengt internationale Hacker-Bande

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Polizei sprengt internationale Hacker-Bande

29.10.2010, 15:01 Uhr | t-online.de, t-online.de

Online-Banking: LKA sprengt internationale Hacker-Bande. Die Landeskriminalämter NRW und BW sprengen internationalen Hackerring (Symbolbild: dpa)

Die Landeskriminalämter NRW und BW sprengen internationalen Hackerring (Symbolbild: dpa) (Quelle: dpa)

Der Polizei ist eine internationale Bande Online-Krimineller ins Netz gegangen. Zwei Deutsche, ein Brite und fünf Esten sollen insgesamt 1,65 Millionen Euro von fremden Konten geplündert haben. Bei sieben der Verdächtigen klickten bereits die Handschellen, ein achter befindet sich noch auf der Flucht. Wie die Landeskriminalämter von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in einer gemeinsamen Aussendung erklärten, ist es in Zusammenarbeit mit verschiedenen Banken zudem gelungen, einen weiteren Schaden von 1,2 Millionen Euro abzuwenden. Die Tatwaffe der Gangster: ein Trojaner.

Mit Hilfe des Trojaners manipulierten die vermeintlichen Täter im großen Stil Finanz-Transaktionen beim Online-Banking und leiteten Überweisungen um. Das Geld lief über die Konten zahlreicher "Finanzagenten". Diese waren im Auftrag der Hauptverdächtigen aktiv. Etwa 470 dieser Zwischenhändler konnten inzwischen ermittelt werden. Gegen sie läuft bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Strafverfahren wegen Verdachts der Geldwäsche. Den Vermutungen nach stammen die Agenten ebenfalls aus Deutschland, England und Estland.

"Opfer hatten kaum eine Chance"

Die Kriminellen schafften es, insgesamt 2,5 Millionen Computer zu infizieren, davon allein in Deutschland 400.000. Die Schadsoftware kommt als so genannter "Drive-by-Download" auf den PC. Dabei reicht es aus, mit einem nicht aktuell gehaltenem Browser eine infizierte Internet-Seite zu besuchen. Oft verstecken die Kriminellen ihre Spionageprogramme auf Seiten, die kostenlose Bildschirmschoner oder Wallpaper anbieten. Ein anderer Infektionsweg sind manipulierte PDF-Dateien, die per E-Mail ihren Weg auf den PC finden. Der Trojaner aktivierte sich bei jeder Online-Banking-Sitzung selbsttätig. Er veränderte für die Opfer unsichtbar kurz vor der TAN-Eingabe die Formulardaten wie Verwendungszweck, Empfänger und Betrag. Die Umleitung der Gelder gelang auch, wenn das Opfer nummerierte iTANs verwendete. "Gegen diese Methode der Hacker hatten die betroffenen Bankkunden kaum eine Chance", erklärte der Präsident des LKA Baden-Württemberg Klaus Hiller.

So können Sie sich schützen

Ein regelmäßig aktualisierter Virenscanner schützt am zuverlässigsten vor Schädlingen. Darum muss sich der Nutzer nicht jedes mal selbst bemühen, die Anti-Viren-Programme lassen sich so einstellen, dass sie automatisch neue Signaturen herunterladen. Ohne derartige Aktualisierungen steigt schon nach wenigen Tagen die Gefahr, dass der Scanner neue Eindringlinge nicht mehr erkennt. Um den PC richtig abzusichern, gehört auch, Windows regelmäßig zu aktualisieren. Am einfachsten gelingt das über die automatischen Updates. Auch die einzelnen Programme, über die häufig Schadsoftware verbreitet wird, sollten immer aktuell sein. In diesem Fall verbreitete sich der Schädling über den Adobe Reader und den Internet-Browser.

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