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Filmreife Betrugsmasche: Dreiste Computer-Betrüger zocken Millionär ab

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Unglaubliche Betrugsmasche kostet Komponisten Millionen

11.11.2010, 08:43 Uhr | Sascha Plischke

Filmreife Betrugsmasche: Dreiste Computer-Betrüger zocken Millionär ab. Rotzfreche Betrugsmasche: Vickram B. und Helga I. (Foto: Westchester County District Attorney)

Rotzfreche Betrugsmasche: Vickram B. und Helga I. (Foto: Westchester County District Attorney)

Mit einer geradezu unglaublichen Masche haben zwei Computer-Experten einen Pianisten aus New York um Millionen Dollar betrogen. Eigentlich wollte der wohlhabende Musiker nur einen Computer-Virus von seinem Computer entfernen lassen. Das war jedoch nur der Beginn einer Betrugsmasche, in der die beiden Täter ihr leichtgläubiges Opfer mit abenteuerlichen Geschichten zu immer neuen Zahlungen bewegten. Man trachte ihm und seiner Familie nach dem Leben und nur angebliche Kontakte der beiden Täter zum Geheimdienst CIA könnten die Gefahr abwenden. Am Ende, nach Geschichten über Opus Dei und gefährliche Viren aus Mittelamerika, hatten die Betrüger insgesamt sechs Millionen US-Dollar erbeutet.

Eigentlich war es ein ganz normaler Auftrag für Vickram B. und seine Partnerin Helga I., als 2004 ein Herr in mittlerem Alter die beiden IT-Experten um Hilfe bat. Der Kunde vermutete einen Virus auf seinem Computer und hatte Angst, die Infektion könnte ihn die darauf gespeicherten, selbst eingespielten und komponierten Musikstücke kosten. Eines war jedoch anders: Der Kunde, ein Komponist aus dem ländlichen Teil des US-Bundesstaats New York, war ein später Nachkomme der Gründer des auf Ölförderung spezialisierten Unternehmens Schlumberger und daher durchaus wohlhabend. Vor allem kannte der 58-Jährige sich kaum mit Computern aus und vertraute den beiden Experten blind.

Millionen Dollar mit schamloser Räuberpistole abgezockt

Das nutzten die Betreiber eines Computer-Shops nach Erkenntnissen der zuständigen Staatsanwaltschaft schamlos aus und tischten ihrem Kunden eine Räuberpistole auf, die es in sich hatte. Nach und nach entwickelten die beiden eine Geschichte, nach der eine internationale Verschwörung hinter dem Virus steckte. Die bedrohe nicht nur die Daten auf dem Computer, sondern auch das Leben des Pianisten und seiner Familie. Ursprung des Computer-Angriffs sei ein mysteriöser Server in dem mittelamerikanischen Staat Honduras, hinter der Verschwörung steckten polnische Priester der katholischen Organisation Opus Dei. Die hätten es nicht nur auf den Komponisten abgesehen, sondern wollten auch gleich die Regierung der Vereinigten Staaten unterwandern.

Zum Glück verfüge B. jedoch über exzellente Kontakte zu internationalen Sicherheitskreisen. Also begann das Opfer, zu zahlen. Er zahlte für die technische Entfernung des Computer-Virus. Er zahlte dafür, seinen Fall in eine größere Operation des CIA einzubinden, mit der B. im Kampf gegen die Unterwanderungsversuche von Opus Dei zusammenarbeite. Er zahlte sogar noch, als B. angeblich seinen Onkel beauftragte, die Festplatte mit lebenswichtigen Daten aus dem Server in Honduras zu beschaffen. Der Onkel sei Angehöriger des indischen Militärs und könne in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Datenträger bergen. Am Ende hatte der Komponist sechs Millionen Dollar gezahlt – stets in dem Glauben, es ginge um sein Leben und die nationale Sicherheit der USA.

Bankenstreit führt Ermittler auf die Spur der Betrüger

Die Sache flog erst auf, als Ermittler in einer ganz anderen Sache auf die beiden Betrüger aufmerksam wurden. Die beiden hatten sich in eine zivilrechtliche Auseinandersetzung um einen Banken-Fonds verstrickt, in deren Verlauf sich die Prozessgegner über ein betrügerisches Vorgehen der beiden beschwerten. Die dann folgende Ermittlung führte die Staatsanwaltschaft schließlich auch zu dem ungewöhnlichen Geschäftsverhältnis mit dem nichts ahnenden Komponisten. Die Polizei konnte die beiden schließlich in deren gemeinsamen Haus festnehmen – die beiden waren da schon drauf und dran, nach Island zu fliehen.

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