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Online-Kriminalität  

Computer-Viren: Zahl wächst explosionsartig

13.12.2010, 11:48 Uhr | Andreas Lerg

Computerviren: Zahl wächst explosionsartig. Anzahl gefährlicher Viren wächst explosionsartig (Foto: imago) (Quelle: Imago)

Virenattacken und Phishing-Versuche: Gamer geraten in den Fokus von Cyberkriminellen (Quelle: Imago)

Die Zahl der Computerviren wächst explosionsartig. Im laufenden Jahr haben Sicherheitsexperten von Symantec fast 340.000 neue Viren identifiziert. Das sind 100 Mal mehr als noch im Vorjahr. Zudem prophezeien die Experten, dass Viren in Zukunft deutlich öfter in Bildern und Musikdateien eingebettet werden, da diese Daten am häufigsten gerade über soziale Netzwerke verbreitet werden.

Die Sicherheitsexperten von Symantec führen das explosionsartige Wachstum bei den Computer-Schädlingen auf sogenannte polymorphe Viren zurück. Dabei nutzen Online-Kriminelle Programmierbaukästen, um aus einem vorhandenen Virus eine weitere Version mit neue Schadfunktionen zu bauen. Viren werden nicht mehr neu programmiert, sondern mutiert. Das ist einfacher und geht schneller. Symantec veröffentlich zum Jahresende einen Jahresbericht über Viren und andere Gefahren im Internet.

Sehr gezielte Attacken nehmen zu

Symantec beobachtete vor allem eine Zunahme gezielter Attacken auf einzelne Rechenzentren oder Organisationen. Erste Angriffe dieser Art kamen vor fünf Jahren auf und fanden etwa einmal pro Woche statt, mittlerweile gibt es etwa 60 solcher Angriffe täglich. Vorwiegend setzen Online-Kriminellen dabei auf Bot-Netze. Spezialisierte Viren wie Stuxnet können dabei auf bestimmte Ziele maßgeschneidert werden.

Viren bald in Musik und Bildern eingebettet

Die Virenforscher sehen weitere Gefahren in den neuen Tarnmethoden, mit denen Online-Kriminelle Viren und andere Schädlinge verpacken und verbreiten. Über steganografischen Methoden betten Angreifer schädlichen Code in Bild- und Musikdateien ein. Öffnet ein Empfänger das Bild oder hört er sich die Musik an, infiziert er seinen Computer. Die Online-Kriminellen haben dabei laut Symantec vor allem soziale Netzwerke wie Facebook und ähnliche Nachrichtensysteme wie Twitter im Visier, über die solche Dateien gerne geteilt und damit verbreitet werden. Klassische Sicherheitsvorkehrungen der Internet-Provider werden damit umgangen, warnt das Sicherheitsunternehmen.

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