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No-Name Crew: Zwei weitere Verdächtige nach Zoll-Hack festgenommen

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Zwei weitere Verdächtige nach Zoll-Hack festgenommen

19.07.2011, 14:05 Uhr | Andreas Lerg / dpa, dpa

No-Name Crew: Zwei weitere Verdächtige nach Zoll-Hack festgenommen. Zoll-Hacker wieder auf freiem Fuß. (Symbolfoto: imago)

Zoll-Hacker wieder auf freiem Fuß. (Symbolfoto: imago)

Während der am Sonntag verhaftete Zoll-Hacker ein umfassendes Geständnis ablegte, hat die Polizei am Montagmorgen einen zweiten Verdächtigen in der Nähe von Würzburg festgenommen. Spiegel online berichtet von einem dritten Verdächtigen, den die Polizei in Kaiserslautern verhaftet hat. Allen wird zur Last gelegt, an dem Hacker-Angriff der No-Name Crew auf das GPS-Fahndungssystem Patras des Zolls beteiligt gewesen zu sein. Der erste Verhaftete wurde am Montagabend gegen Auflagen wieder frei gelassen.

Am Montagmorgen klickten in der Nähe von Würzburg die Handschellen, als der zweite Verdächtige im Zoll-Hacker-Fall festgenommen wurde. Das meldet das Bundeskriminalamt in einer Pressemeldung. Bereits am Sonntagabend hatten Sonderermittler einen 23-Jährigen im nordrhein-westfälischen Rheine festgenommen, der in Hacker-Kreisen unter dem Pseudonym Darkhammer bekannt sei. Gegen ihn erließ die Staatsanwaltschaft am Montagabend einen Haftbefehl wegen Computersabotage in einem besonders schweren Fall. Die Ermittler konnten ihm die Mittäterschaft bei dem Hacker-Angriff auf das Peil- und Ortungssystem Patras der Zollfahndung nachweisen. Auch der Verdächtige aus der Nähe von Würzburg ist laut dem BKA geständig.

Nach Geständnis entlassen

Der junge Mann aus Rheine, der wegen räuberischer Erpressung vorbestraft ist, legte ein umfassendes Geständnis ab und kooperierte mit der Justiz. Daher blieb er nicht in Haft, sondern wurde gegen Auflagen wieder freigelassen. Das teilte das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen am Montagabend mit. Unter dessen meldet Spiegel online das im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern am Montagnachmittag ein dritter Tatverdächtiger verhaftet wurde. Der jedoch bestritt, dass er mit der Hacker-Gruppe No-Name Crew in Verbindung stehe.

Hacker stehlen Geo-Fahndungsdaten

In der Nacht auf Freitag, 7. Juli, war die Hacker-Gruppe No-Name Crew in ein spezielles Computersystem des Zollfahndungsdienstes eingedrungen. Die sensible Daten des Patras-GPS-Fahndungssystems veröffentlichten sie im Internet. Mit Patras verfolgen die Ermittler verdächtige Personen und Fahrzeuge sowie gestohlene Waren. Die Hacker erklärten, dass sie mit der Aktion gegen den "Überwachungsstaat" und die von der Polizei begangene Verletzung der Grundrechte und Privatsphäre kämpften. Laut dem Landeskriminalamt NRW war die Funktionsfähigkeit der Spezialeinheiten der Polizei des Landes NRW auch nach dem notwendigen Abschalten der Patras-Systems zu keiner Zeit gefährdet. Unmittelbar nach dem Hackerangriff nahm eine eilends eingerichtete 10-köpfige Task Force aus IT-Spezialisten und Ermittlern beim Landeskriminalamt Düsseldorf die Ermittlungen auf.

No-Name Crew droht weitere Angriffe an

Die No-Name Crew kündigte indes am Montag auf ihrer Internetseite weitere Angriffe auf Bundesinstitutionen an. Zudem behaupteten die Hacker, bereits etwa ein Jahr lang jeglichen Datenverkehr in den Netzwerken des BKA, der Bundespolizei und des Zoll ausgespäht zu haben. Die dabei erbeuteten Datei werde öffentlich zugänglich gemacht, sobald "der Fall der Fälle" eintrete und ein führendes Mitglied der Gruppe verhaftet werde. Bis dato haben die Hacker ihre Drohung jedoch noch nicht wahr gemacht. Statt dessen ist deren Internetseite seit Montagmittag sogar offline.

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