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Facebook: Spam-König Wallace stellt sich dem FBI

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Spam-König Wallace stellt sich dem FBI

05.08.2011, 15:04 Uhr | Andreas Lerg

Facebook: Spam-König Wallace stellt sich dem FBI. Spam-König stellt sich dem FBI. (Foto: FBI)

Spam-König stellt sich dem FBI. (Foto: FBI)

Über 27 Millionen Spam-Nachrichten und 500 Millionen Euro Strafe: Der selbsternannte Spam-König hat sich dem FBI gestellt. Zwischen 2008 und 2009 hatte der Amerikaner Sanford Wallace Facebook-Nutzer mit mehreren Millionen Spamnachrichten überzogen. Jetzt drohen dem Spam-König mehrere Jahre Haft, denn erstmals wird strafrechtlich gegen ihn ermittelt.

Sanford Wallace, der sich selbst gerne als Spam-König bezeichnet, hat sich der US-Bundespolizei FBI gestellt. Wallace hatte 2008 und 2009 auf Facebook tausenden Nutzern insgesamt über 27 Millionen Spamnachrichten geschickt. Um diese Nachrichten zu versenden knackte Wallace über Phishing-Mails zahlreiche Facebook-Konten und missbrauchte diese für den Versand der unerwünschten Nachrichten. Mitte 2009 erreichte das soziale Netzwerk eine einstweilige Verfügung, die Wallace das untersagt.

Spam-König verstößt gegen richterliche Verfügung

Weil der Spam-König diese Verfügung ignorierte und weiter Spam- und Phishing-Nachrichten verschickte, droht dem 43-Jährigen eine Gefängnisstrafe von bis zu 16 Jahren, denn erstmals wird strafrechtlich gegen Wallace ermittelt. Bereits am 6. Juli erhob ein Gericht im kalifornischen San Jose gegen Wallace auf Betreiben von Facebook eine entsprechende Anklage wegen vielfachen Betruges und Platzierens unerwünschter Meldungen auf Pinnwänden von Facebook-Nutzern. Schon im Oktober 2009 sprach das Gericht dem sozialen Netzwerk einen Schadenersatz von umgerechnet über 500 Millionen Euro zu. Das Unternehmen hoffte damals auf eine abschreckende Wirkung dieses Urteils. Wallace sitzt derzeit aber nicht in Untersuchungshaft, sondern wurde gegen Kaution von 100.000 US-Dollar unter Auflagen entlassen.

Spam-Erfahrung seit 1991

1995 gründete Wallace die Firma Cyber Promotion, die sich auf den massenhaften Versand unerwünschter Werbemails spezialisierte. Seit 1997 nennt Wallace sich selbst Spam-König – nicht zu Unrecht. Der heute 43-Jährige ersann in den Folgejahren immer neue Methoden, um Spamfilter zu umgehen und auszuhebeln. So nutzte seine Firma gezielt falsche Absenderadressen, um Spamfilter zu unterlaufen und seine Werbemails zuzustellen. Bevor er milliardenfach Werbemails verschickte, kam Wallace bereits seit 1991 mit dem Versand unerwünschter Werbefaxe zu zweifelhaftem Ruhm. Neben dem Versand von Spammails nutzte Wallace Popup-Werbung und war an der Entwicklung der Spyware SmartBot beteiligt. Sanford Wallace gilt als der meist gehasste Spammer im Internet, sein Vorname wird deshalb oft mit Spamford verunglimpft.

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