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Abofallen im Internet: Prozess gegen Abzocker-Bande unterbrochen

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Prozess gegen Abo-Abzocker-Bande unterbrochen

31.10.2011, 17:00 Uhr | dpa, afp, dapd, t-online.de, t-online.de, AFP, dapd, dpa

Abofallen im Internet: Prozess gegen Abzocker-Bande unterbrochen. Die Angeklagten sollen mit Abofallen im Internet etwa 5,3 Millionen Euro erbeutet haben. (Quelle: dapd)

Die Angeklagten sollen mit Abofallen im Internet etwa 5,3 Millionen Euro erbeutet haben. (Quelle: dapd)

Der wohl wegweisende Prozess gegen Betreiber von Abofallen im Internet ist kurz nach Beginn unterbrochen worden. Ein Angeklagter war vor dem Landgericht Hamburg nicht erschienen. Die achtköpfige Bande soll mit fingierten Downloadportalen fast 70.000 Internetnutzer betrogen haben. Der Schaden geht in die Millionen.

Der Hamburger Prozess um Abofallen im Internet ist kurz nach Beginn am Montag vertagt worden. Ein 33 Jahre alter Angeklagter war zum Auftakt vor dem Landgericht nicht erschienen. Die Vorsitzende Richterin ordnete daraufhin eine sofortige polizeiliche Vorführung an. Sein Anwalt konnte den Angeklagten am Montagvormittag telefonisch erreichen. Er habe die Ladung zur Gerichtsverhandlung nicht bekommen, weil er gerade auf Norderney arbeite und die Post dorthin nicht weitergeleitet werde, habe der 33-jährige erklärt. "Er ist aus allen Wolken gefallen", sagte sein Anwalt. Der Prozess soll am Mittwoch (2. November, 9.30 Uhr) mit der Verlesung der Anklageschrift fortgesetzt werden. Der 33-jährige Angeklagte wolle dann anwesend sein.

Kostenlose Software gegen Geld angeboten

Vor Gericht muss er sich für eine Internet-Abzocke im großen Stil verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den insgesamt acht Angeklagten – sieben Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 36 Jahren – banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor. Sie sollen zwischen Juli 2007 bis Februar 2010 über Scheinfirmen mehrere Download-Portale eingerichtet haben, auf denen sie scheinbar kostenlose Software anboten und dabei Nutzern kostenpflichtige Abonnements unterschoben. "Hierzu nutzten sie ausgefeilte Techniken, um die Geschädigten, die nach einer kostenlosen Downloadmöglichkeit etwa für das Programm Adobe Reader suchten, auf von ihnen zuvor präparierte Webseiten zu leiten", erklärte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. Der US-Softwarekonzern Adobe Systems tritt als Nebenkläger auf.

Abofallen erbeuten 5,3 Millionen Euro

Laut Anklage fielen etwa 68.850 Internetnutzer aus Deutschland, Österreich und Schweiz der Masche zum Opfer und bezahlten für die untergeschobenen Aboverträge zu Unrecht insgesamt 5,3 Millionen Euro. Ein 31 Jahre alter Angeklagter räumte die Taten im Vorfeld bereits ein. Bis auf einen 28-Jährigen, der als Kopf der Bande gilt und in Untersuchungshaft sitzt, sind die Angeklagten auf freiem Fuß. Für den Prozess wurden zunächst Termine bis Ende Januar 2012 angesetzt. Den Beschuldigten drohen Geld- oder Haftstrafen. Eine Verurteilung könnte im Kampf gegen Abofallen eine wegweisende Wirkung haben.

Abonnements im Nachhinein untergeschoben

Die Masche der Angeklagten war trickreich: Nutzer der Seiten mussten vor dem Herunterladen der Programme ihre Daten hinterlassen und bekamen später Rechnungen aus angeblich abgeschlossenen Abo-Verträgen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers soll mit technischen Tricks gearbeitet worden sein, sodass die Nutzer erst nach dem Eingeben ihrer Daten auf ihre vorgeblichen Zahlungspflichten hingewiesen wurden. Nach der Registrierung bekamen ihre Opfer per E-Mail eine Bestätigung für einen zwölfmonatigen Abo-Vertrag zugeschickt. In dieser Mail wurde auf eine Webseite verlinkt, auf der sich die Kunden angeblich angemeldet hatten, und auf der die Kosten tatsächlich standen. Um den Druck auf die Betrugsopfer zu erhöhen, ließen sie durch einen mitangeklagten Rechtsanwalt auch Zahlungsaufforderungen verschicken.

Abofallen sind ein "Dauerproblem"

Abofallen im Internet sind aus Sicht von Verbraucherschützern ein Dauerproblem. "Die Fallen lauern hinter den verschiedensten Themen", sagte Jutta Gurkmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. "Die Bandbreite reicht von Kochrezepten über Mode-Outlets bis hin zu Routenplanern." Daher seien auch nicht nur alte Menschen oder Kinder von dem Problem betroffen, sondern alle Bevölkerungsschichten und Bildungsstufen. Eine genaue Zahl der Fälle sei allerdings nur schwer zu ermitteln. Die Verbraucherschützer hoffen auf neue gesetzliche Regelungen. Die Bundesregierung hatte im August einen Gesetzentwurf beschlossen, der Internet-Anbieter verpflichtet, ihre Nutzer mit einem deutlichen Hinweis über den genauen Preis zu informieren. Erst nach einem Mausklick auf eine entsprechende Schaltfläche ("Button") mit der Bestätigung der Zahlungsinformation gehen die Verbraucher eine Zahlungsverpflichtung ein.

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