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Nigeria-Connection: E-Mail-Betrüger entführen Südkoreaner

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Online-Gangster entführen Mann und dessen Tochter

17.01.2012, 11:59 Uhr | t-online.de

Nigeria-Connection: E-Mail-Betrüger entführen Südkoreaner. Südafrikanische Polizei rettete Geiseln aus den Fängen von Online-Betrügern. (Quelle: imago)

Südafrikanische Polizei rettete Geiseln aus den Fängen von Online-Betrügern. (Quelle: imago)

Internet-Betrüger greifen zu immer drastischeren Mitteln, um an Geld zu kommen. Die neueste Masche: Opfer kidnappen und Lösegeld in Millionenhöhe erpressen, wie unlängst geschehen. Zwei Südkoreaner waren einem altbekannten E-Mail-Betrug der Nigeria-Connection aufgesessen und in der Hoffnung auf einen Lottogewinn nach Südafrika gereist – direkt in die Hände ihrer Kidnapper.

Ein E-Mail-Betrug epischen Ausmaßes hat einen Vater und seine Tochter in die Gefangenschaft von Online-Gangstern geführt. Die Kriminellen versprachen ihren beiden südkoreanischen Opfer per E-Mail Lotteriegewinne in Millionenhöhe und lockten sie so nach Südafrika, berichtete die britische Tageszeitung The Guardian. Die südafrikanische Polizei rettete die Geiseln aus den Fängen ihrer Entführer.

Internet-Betrüger fordern 10 Millionen Dollar Lösegeld

Mit der Aussicht bald um etliche Millionen reicher zu sein, flogen der 65-jährige Mann und seine 30 Jahre alte Tochter nach Südafrika. Laut der südafrikanischen Polizei ließen die Gangster ihre Opfer von einem Taxifahrer am Flughafen abholen. Anschließend entführten die Kriminellen sowohl die beiden Südkoreaner als auch den Taxifahrer nach Soweto – ein Viertel der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg. Die in Südkorea zurückgebliebenen Mutter sollte zunächst zehn Millionen US-Dollar Lösegeld zahlen, damit die Geiseln freigelassen werden. Später ließen sich die Gangster jedoch auf 120.000 US-Dollar (etwa 95.000 Euro) herunterhandeln.

Taxifahrer alarmiert Polizei

Wie Polizeisprecherin Col McIntosh Polela berichtete, flüchtete der Taxifahrer und informierte die Sicherheitskräfte. So konnten Ermittler die Geiseln noch vor einer Übergabe des Lösegelds befreien, die über die südkoreanische Botschaft in Südafrika laufen sollte. Bei dem Einsatz nahmen die Beamten fünf Nigerianer und einen Südafrikaner fest. Vater und Tochter kehrten umgehend nach Südkorea zurück. "Sie lehnten eine Zeugenaussage ab, weil sie traumatisiert waren", sagte Polela. "Zudem war es ihnen peinlich, dass sie sich nach Südafrika locken ließen".

Afrikanische Prinzen und verhinderte Millionäre

Seit vielen Jahren ködert die Nigeria-Connection ihre Opfer mit betrügerischen E-Mails. In diesen Nachrichten geben sich die Ganoven oft als afrikanische Prinzen, Lottogewinner oder Millionäre aus und bieten Geld in Millionenhöhe an, das außer Land geschafft werden muss. Die Betrüger bewegen in der Regel ihre Opfer lediglich dazu, Geld zu überweisen, um vermeintliche Kosten für den Geldtransfer zu decken. Hin und wieder locken Scammer ihre Opfer auch ins Ausland, um sie dort nach Strich und Faden auszunehmen. Ein E-Mail-Betrug, der in einer Geiselnahme endet, ist allerdings eine neue Qualität des Internet-Verbrechens.

Gesunder Menschenverstand gegen blinde Gier

Die beiden Südkoreaner sind auch bei Weitem nicht die ersten Gutgläubigen, die in der Hoffnung auf eine hohe Summe der Nigeria-Connection zu Opfer fielen. Im April 2011 beispielsweise nahm die Polizei in Bremen einen 48-jährigen Nigerianer fest, der mindestens sieben Opfer mit angeblichen Erbschaften und Lotteriegewinnen um insgesamt 350.000 Euro erleichtert hatte. Schützen können sich potentielle Opfer nur selbst. Gesunder Menschenverstand sollte die meisten Betrugsversuche vereiteln können. Google verschenkt nicht einfach Geld, afrikanische Prinzen verschieben ihr Millionenvermögen nicht mit Hilfe Wildfremder, und steinreiche, angebliche Verwandte vererben nicht plötzlich riesige Summen an weit entfernte Familienmitglieder.

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