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Hacker veröffentlichen FBI-Gespräch mit Scotland Yard

03.02.2012, 18:56 Uhr | Spiegel online, Spiegel Online

Hacker veröffentlichen FBI-Gespräch mit Scotland Yard. Hacker veröffentlichen FBI-Gespräch mit Scotland Yard  (Quelle: t-online.de)

Hacker veröffentlichen FBI-Gespräch mit Scotland Yard (Quelle: t-online.de)

Die Web-Guerilla Anonymous hat den Mitschnitt einer Telefonkonferenz von FBI und Scotland Yard ins Netz gestellt. Auch die E-Mail-Adressen Dutzender Ermittler wurden veröffentlicht. Auf Twitter machen sich Hacker-Sympathisanten über die Fahnder lustig.

Anhänger von Anonymous haben den Mitschnitt einer vertraulichen Telefonkonferenz der US-Bundespolizei FBI mit Kollegen von Scotland Yard in Großbritannien auf YouTube veröffentlicht. In dem rund 17-minütigen Telefonat geht es unter anderem um Ermittlungen zu der Hacker-Gruppe LulzSec und der Web-Guerilla Anonymous selbst. Das FBI bestätigte am Freitag die Echtheit des Mitschnitts.

Zuvor hatte "Sabu", der mutmaßliche Anführer der mittlerweile aufgelösten Gruppe LulzSec, auf Twitter mitgeteilt, dass ein Gerichtstermin verschoben sei, zu dem einer der in Haft sitzenden Verdächtigen LulzSec-Mitglieder hätte erscheinen sollen. Diese Information diskutieren die Ermittler in der mitgeschnittenen Telefonkonferenz. Die Aufnahme stammt offenbar vom 17. Januar dieses Jahres.

Nicht nur Small Talk

In dem Mitschnitt, in dem auch viel Small Talk zu hören ist, geht es darum, dass FBI-Beamte zu Verhören von Verdächtigen in Großbritannien hinzugezogen werden möchten. Die Briten antworten, so etwas werde normalerweise nicht gemacht, man wolle aber prüfen, was sich machen lässt und später noch einmal darauf zurückkommen.

Außerdem sprechen die Ermittler darüber, dass die Auftritte zweier Verdächtiger vor Gericht in Großbritannien verschoben werden. Dabei handelt es sich um zwei angebliche Mitglieder der Gruppe LulzSec. In diesem Zusammenhang wurde offenbar die erneute Verhaftung zweier weiterer mutmaßlicher Mitglieder der Gruppe, "Kayla" und "T-Flow", verschoben.

Auch die E-Mail-Adresse eines deutschen Fahnders wurde veröffentlicht

Ebenso stellten die Anonymous-Anhänger eine E-Mail ins Web, in der offenbar ein FBI-Mitarbeiter die Telefonnummer für die Konferenz und eine Pin-Nummer mitteilt. Denkbar ist, dass die Angreifer Zugriff auf den E-Mail-Account eines Ermittlers haben, so an die E-Mail gelangten und sich schlicht in die Konferenz eingewählt haben.

Mit der E-Mail wurden auch die Namen und E-Mailadressen von 44 Ermittlern in den USA, Schweden, Frankreich, Irland und Großbritannien veröffentlicht, die offenbar mit Anonymous-Ermittlungen betraut sind. Auch ein Mitarbeiter des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) und zwei Mitarbeiter der europäischen Polizeibehörde Europol befinden sich darunter.

Anonymous und LulzSec legen Wert auf Abgrenzung

Die Ermittler machen zwischen LulzSec und Anonymous keinen großen Unterschied, dabei legen beide Gruppen Wert auf Abgrenzung. Die einst wohl weniger als ein Dutzend Mitglieder zählende Gruppe LulzSec war im Mai und Juni des vergangenen Jahres aktiv und veröffentlichte massenhaft persönliche Daten im Web, die sie aus weniger gut gesicherten Datenbanken illegal kopieren konnte.

Anonymous hingegen versteht sich als Kollektiv und verzichtet weitgehend auf Anführer. Den regelrechten Personenkult, dem sich LulzSec hingab, lehnen sie ab. Der mutmaßliche LulzSec-Anführer "Sabu" unterhält bis heute seine Twitter-Follower, während mehrere einstige Mitstreiter in Großbritannien ins Gefängnis kamen und nun auf ihren Prozess warten.

"Wir halten Wort"

Am Freitag hieß es auf Twitter unter anderem: "Wir sind natürlich noch nicht fertig für heute. Wir haben Euch einen langen Tag versprochen, und wie Ihr vielleicht wisst, halten wir unser Wort." Auf anderen Anonymous-Accounts wurde die Veröffentlichung gefeiert. "Spaß am Freitag, seht zu und lernt", schreibt zum Beispiel @YourAnonNews.

Die Veröffentlichung des Mitschnitts an einem Freitag ist kein Zufall: Diesen Wochentag rufen LulzSec- und Anonymous-Anhänger regelmäßig zum "Fuck FBI Friday" aus. Die Beute der digitalen Raubzüge - in der Vergangenheit oft nicht weiter aufbereitete, eher zufällig gefundene Daten - wird dabei im Web veröffentlicht. Die "Operation AntiSec" wurde von LulzSec und Anonymous gemeinsam ausgerufen und im Juni 2011 gestartet.

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