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Megaupload: Abmahn-Welle von Abzock-Anwälten

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Abmahn-Betrüger zocken mit Megaupload ab

20.03.2012, 09:57 Uhr | Andreas Lerg

Megaupload: Abmahn-Welle von Abzock-Anwälten. Megaupload wird für Betrug benutzt. (Quelle: imago)

Megaupload wird für Betrug benutzt. (Quelle: imago)

Online-Kriminelle nutzen die Schließung des Dateihosters Megaupload aus, um Internet-Nutzer mit falschen Abmahnungen zu betrügen. Seit dem Wochenende werden diese im großen Stil als E-Mail verschickt. Mit dem Vorwurf, urheberrechtsgeschützte Inhalte widerrechtlich bei Megaupload herunter geladen zu haben, werden die Empfänger zur Zahlung von knapp 150 Euro aufgefordert.

Wie der Berliner Sicherheitsdienstleister eleven meldet, werden seit dem Wochenende massenhaft betrügerische Abmahnungen per E-Mail verschickt. Die Mails kommen scheinbar von der Münchner Rechtanwaltskanzlei Kroner & Kollegen und haben die Betreffzeile: “Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung – Filesharing“. Dem Empfänger wird in der E-Mail vorgeworfen, urheberrechtlich geschütztes Material illegal bei dem Dateihoster Megaupload herunter geladen zu haben. Durch die Vergleichs-Zahlung von 146,95 Euro könne einer deutlich höheren Strafzahlung von knapp 900 Euro abgewendet werden. Der Streitwert wird in dem Schreiben mit 10.000 Euro angegeben.

E-Mail wirkt auf den ersten Blick authentisch

Auf den ersten Blick wirkt die E-Mail und das angehängte PDF-Dokument authentisch. Es werden zahlreiche Paragraphen beispielsweise aus dem Telemediengesetz zitiert. Auch werden Uhrzeiten und IP-Adressen aufgelistet, unter denen der Nutzer zum Tatzeitpunkt angeblich mit dem Internet verbunden war. Die Kanzlei gibt an, zahlreiche Branchenriesen der Unterhaltungsindustrie zu vertreten – darunter Sony BMG oder die Warner Music Group.

E-Mail ist auf den zweiten Blick als Betrug zu entlarven

Dennoch kann die E-Mail als Betrugsversuch enttarnt werden. Zunächst ist die Internetadresse www.kroner-kollegen.de ohne Inhalt und liefert derzeit nur eine leere Seite. Inhaber der Internetadresse ist eine Person namens Istvan Nagy aus Wien. Außerdem soll der Empfänger das Geld an ein Konto in der Slowakei überweisen. Eine deutsche Kanzlei würde ein deutsches Konto angeben. Als Kontakt wird lediglich eine Mobilfunknummer angegeben, weitere Adressangaben fehlen, sind für eine Anwaltskanzlei jedoch verpflichtend. Auch das Mitgliederverzeichnis der Rechtsanwaltskammer München kennt keine Kanzlei mit dem Namen Kroner & Kollegen.

In allen Mails steht immer das selbe Aktenzeichen und auch die selben Uhrzeiten und IP-Adressen. Doch die müssten bei jedem Empfänger unterschiedlich sein. Außerdem werden die Dateien und urheberrechtlich geschützten Werke, die der Empfänger herunter geladen haben soll, nicht benannt. Eine echte Kanzlei würde nicht nur diese Beweise liefern, sondern den Empfänger auch zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung auffordern. Hier aber wird nur Geld verlangt.

Abmahn-E-Mail soll Empfänger einschüchtern

Die E-Mail weist auch weitere Elemente einer typischen Abmahnfalle auf. Zu dem unbewiesenen Vorwurf des illegalen Downloads wird eine Drohkulisse aufgebaut. Zunächst soll der Empfänger durch den angegebenen Streitwert von 10.000 eingeschüchtert werden. Dazu folgen Drohungen wie eine Meldung bei der Schufa und weitere Konsequenzen. Schließlich wird dem Empfänger eine preisgünstige Lösung angeboten, mit der er die Sache auf der Welt schaffen könne.

Wer eine solche Mail bekommt, sollte auf keinen Fall bezahlen und die Mail ungelesen löschen. Sollte eine weitere E-Mail oder Mahnung kommen und der Empfänger eventuell tatsächlich Nutzer von Megaupload sein, sollte er einen Anwalt konsultieren.

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