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Zeus-Botnetz: Microsoft gelingt Schlag gegen Internet-Kriminalität

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Microsoft legt Zeus-Botnetz lahm

26.03.2012, 15:10 Uhr | Andreas Lerg

Zeus-Botnetz: Microsoft gelingt Schlag gegen Internet-Kriminalität. Zeus besiegt viele Virenscanner. (Quelle: imago)

Zeus besiegt viele Virenscanner. (Quelle: imago)

Microsoft ist ein Schlag gegen organisierte Online-Kriminalität gelungen: Mit Partnern aus der Finanz- und Sicherheitsindustrie hat der Software-Riese zwei Server-Farmen des Zeus-Botnetzes in einer Razzia beschlagnahmen und abschalten lassen. Das Zeus-Botnetz wird weltweit für 100 Millionen Dollar Schaden verantwortlich gemacht.

Am Freitag drangen Mitarbeiter von Microsoft zusammen mit US-Marshalls in Rechenzentren in Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania und Lombard in Illinois ein. Dort wurden mittels eines Gerichtsbeschluss, den Microsoft für diese Aktion zuvor über eine Klage beim US-Bezirksgericht New York erwirkt hatte, die dort gehosteten Kommando- und Kontrollserver für zwei große Zeus-Botnetze samt der darauf gespeicherten Daten beschlagnahmt. Die Server wurden vom Netz genommen und damit die Infrastruktur des Botnetzes lahm gelegt. Microsoft überwacht aktuell rund 800 Domains, die ihm Rahmen der Razzia ermittelt wurden. Das Ziel dabei ist, hundertausende von Privat-PC zu identifizieren, auf denen der Zeus-Trojaner aktiv ist.

Abschalten, abschalten, abschalten

Richard Domingues Boscovich, Anwalt in der Fachabteilung für die Bekämpfung von digitaler Kriminalität bei Microsoft, erklärte zu der Aktion im Microsoft-eigenen Blog: "Wir glauben nicht, dass damit das gesamte Zeus-Botnetz weltweit eliminiert wurde. Aber wir haben die gefährlichsten Botnetze abgeschaltet." Boscovich droht den Kriminellen, das man sie beobachte und weiter am Ball bleibe und noch weitere Botnetze abschalten werde: "Unsere Devise ist: abschalten, abschalten, abschalten!"

Microsoft wollte nicht mehr warten, bis die Justiz selbst einschreitet und kooperiert für diese Aktion mit den Finanzdienstleistern Information Sharing and Analysis Center (FS-ISAC), der Electronic Payments Association (NACHA). Außerdem mit dem IT-Sicherheitsspezialisten Kyrus, der eine umfassende Analyse der Trojaner und des Zeus-Botnetzes geliefert hat.

Zeus-Botnetz verursacht Millionenschaden

Die Programmierer des gefährlichen Zeus-Trojaner bieten den Schädling in Untergrund-Foren zum Kauf an. Für Preise zwischen umgerechnet 500 und 11.500 Euro werden spezielle Versionen dieses Trojaners an Online-Kriminelle geliefert, die damit vor allem Zugangsdaten für Online-Bankkonten stehlen, um dann Geld von den Konten der Opfer abzuräumen. Seit 2007, so hat Microsoft ermittelt, wurden 13 Millionen Computer mit dem Trojaner infiziert und den Opfern wurden in der Zeit über 100 Millionen Dollar, umgerechnet über 75 Millionen Euro gestohlen. Der Zeus-Trojaner wird dabei auf dem Computer des Opfers eingeschleust der dann Teil und dann über das Botnetz gesteuert. Über dieses liefert der Schädling auch die erbeuteten Daten an die Betreiber des Netzes. Hier lesen Sie, wie der Zeus-Trojaner genau funktioniert.

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