Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit >

NSA sammelt Millionen von privaten Kontaktdaten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Spionage-Affäre  

NSA sammelt Millionen von privaten Kontaktdaten

15.10.2013, 12:31 Uhr | dpa

NSA sammelt Millionen von privaten Kontaktdaten. Rechenzentrum der NSA in Utah (Quelle: nsa.gov1.info)

Das neue Rechenzentrum der NSA in Utah bietet gigantische Speicherkapazitäten. (Quelle: nsa.gov1.info)

Der Datenhunger des US-Geheimdienst NSA ist laut einem Bericht der US-Tageszeitung Washington Post unersättlich. Demnach sammelt und speichert die Behörde weltweit hunderte Millionen von Kontaktlisten aus E-Mail- und Messaging-Diensten. Die Zeitung beruft sich auf hochrangige Geheimdienstmitarbeiter und streng geheime Dokumente, die der Informant Edward Snowden an die Öffentlichkeit gebracht hat.

An einem einzigen Tag im vergangenen Jahr habe die NSA mehr als 444.000 E-Mail-Adressbücher bei Yahoo, mehr als 100.000 bei Hotmail, über 82.000 bei Facebook, gut 33.000 bei Gmail und fast 23.000 bei anderen nicht näher genannten Dienstleistern gesammelt.

Das gehe aus einer Präsentation der NSA hervor. Es sei die übliche Ausbeute eines Tages, heißt es im Bericht der Washington Post. Das wären hochgerechnet mehr als 250 Millionen E-Mail-Adressbücher im Jahr.

Speicherkapazität überlastet

Die Sammlung an Kontakten sei so umfangreich, dass gelegentlich eine Überlastung der NSA-Server gedroht habe, heißt es in der US-Tageszeitung weiter. Im US-Bundesstaat Utah hat die NSA ein neues Rechenzentrum mit einer gigantischen Speicherkapazität gebaut. Allerdings kämpfte die Behörde noch im September 2013 bereits über ein Jahr lang mit technischen Problemen bei der Inbetriebnahme.

Datensammlung in den USA ungesetzlich

Ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter habe erklärt, das Sammeln der Daten wäre ungesetzlich, wenn das innerhalb der USA geschehe. Die NSA sei weder vom Kongress noch von einem speziell für Geheimdienste zuständigen Gericht ermächtigt worden, Kontaktlisten in großen Mengen zu durchforsten. Der Geheimdienst arbeite deshalb von Standorten in aller Welt aus, um sich diese Daten außerhalb der USA anzueignen.

Verborgene Verbindungen sind das Ziel

Die NSA sei dabei aber auf geheime Vereinbarungen mit ausländischen Telefongesellschaften oder befreundeten Geheimdiensten angewiesen. Die Analyse dieser Informationen erlaube es dem Geheimdienst dann unter anderem, nach verborgenen Verbindungen zu suchen.

Auch wenn die Datensammlung außerhalb der USA geschehe, bestätigten zwei hohe US-Geheimdienstbeamte laut der Washington Post, dass auch Kontakte zahlreicher Amerikaner ins Netz gehen würden. Nach Schätzungen könnten mehrere Millionen US-Bürger betroffen sein, da alle Datensätze, die außerhalb der USA über das Internet verschickt werden beziehungsweise die Landesgrenzen überschreiten, den Datensammler füttern.

NSA ist nicht an persönlichen Informationen interessiert

Ein Sprecher des Büros des Nationalen Geheimdienstdirektors erklärte der Zeitung, dass die NSA in diesen Datensätzen Hinweise auf Terroristen, Menschenhändler und Drogenschmuggler suche: "Wir sind nicht an persönlichen Informationen von normalen Amerikaner interessiert."

Kontaktdaten sind ergiebige Quellen

Online gespeicherte Kontaktlisten seien ergiebigere Datenquellen als Telefonaufzeichnungen. Adressbücher enthielten nicht nur Namen und E-Mail-Adressen, sondern auch Telefonnummern, Anschriften und weitere Informationen über Familien und Geschäftsbeziehungen.

Spam-Mails mindern die Qualität der Daten

Spam-Mails seien dabei ein bedeutendes Problem für die NSA, da sie Datenspeicher mit wertlosen Informationen verstopften. Der größte Teil der gesammelten E-Mails ist laut einem NSA-Dokument Spam von falschen Adressen.

IT-Konzerne leisten keine Hilfe

Unternehmenssprecher von Google, Microsoft und Facebook erklärten der Washington Post, sie leisteten keine Hilfe für die staatliche Datensammlung. Bei Yahoo hieß es, das Unternehmen würde ab Januar 2014 alle E-Mail-Verbindungen seiner Kunden verschlüsseln.

Google hatte als erstes der Unternehmen bereits 2010 alle E-Mail-Verbindungen gesichert. Nach Angaben von Insidern sollte damit teilweise die Sammlung von Benutzer-Informationen in großem Umfang durch die NSA und durch andere Geheimdienste durchkreuzt werden.

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von t-online.de Digital.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Neu: MagentaMobil Start L mit 100 Minuten Allnet
zur Telekom
KlingelBabistabonprix.deLidl.deStreet OneCECILMADELEINEdouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017