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Kann die NSA jedes Handy verfolgen?

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Spion in der Tasche  

Wie die NSA auf der ganzen Welt Handys ortet

05.12.2013, 17:13 Uhr | dpa

Kann die NSA jedes Handy verfolgen?. Smartphone NSA (Quelle: imago/Christian Ohde)

NSA sammelt Ortsdaten von Milliarden Handys. (Quelle: Christian Ohde/imago)

Jeder Handy- und Smartphone-Besitzer trägt einen Spion mit sich herum, denn Mobiltelefone sind für die NSA ein perfektes Überwachungsgerät, wie die jüngsten Berichte der US-Tageszeitung Washington Post belegen. Demnach folgt die NSA dem Aufenthaltsort Hunderter Millionen Mobiltelefone, erstellt präzise Bewegungsprofile und analysiert die Kontakte der Nutzer.

Aus den gespeicherten Langzeit-Daten lassen sich Bewegungs- und Verhaltensmuster ableiten – und auch Kontakte, wenn die selben Telefone häufiger zusammen am gleichen Ort auftauchen.

Fünf Milliarden Datensätze am Tag

Es geht dabei nicht etwa um die punktuelle Überwachung einiger Terrorverdächtiger. Der Washington Post zufolge saugt die NSA so viele Informationen auf, wie sie verarbeiten und speichern kann, rund fünf Milliarden Datensätze pro Tag, Dies wäre eine atemberaubende Dimension – schließlich leben auf der Welt gerade einmal gut sieben Milliarden Menschen und die Zahl der Mobilfunk-Anschlüsse insgesamt wird auf rund sechs Milliarden geschätzt.

Bei wie vielen davon genau die NSA den Aufenthaltsort verfolgt, bleibt unklar. Es gehe um "mindestens mehrere hundert Millionen Geräte", schrieb die Zeitung unter Berufung auf Unterlagen des Informanten Edward Snowden und Gespräche mit Regierungsbeamten.

Kompletter Tagesablauf überwacht

Die NSA sucht offenbar möglichst viele Anhaltspunkte, damit die Muster in den Bewegungsprofilen erkennbar werden. Die NSA-Analysten könnten demnach von ihrem Schreibtisch aus den kompletten Tagesablauf von Überwachten nachverfolgen.

Wann sie zur Arbeit gehen, wann sie zu Hause sind, wann sie Cafés, Ärzte, Geliebte oder Hotels besuchen. Handys von Politikern können ebenso wertvolle Informationen liefern oder sie erpressbar machen. Nimmt man Telefone von Konzernchefs ins Visier, könnte man zum Beispiel frühzeitig Hinweise auf sich anbahnende Fusion bekommen. Sechs Monate nach dem Ausbruch des NSA-Skandals würde auch so ein Szenario niemanden mehr wundern.

Privatsphäre tendiert gegen Null

Diese Dimension der Standort-Überwachung hebelt die gängigen Bemühungen zum Schutz der Privatsphäre von vornherein aus. "Der einzige Weg, seinen Standort geheim zu halten, ist sich von unserem modernen Kommunikationssystem abzukoppeln und in einer Höhle zu leben", brachte es Chris Soghoian von der US-Bürgerrechtsunion ACLU in der Washington Post auf den Punkt.

Zugleich lässt der Bericht viele Fragen offen. Eine zentrale davon ist, wo genau die Informationen herkommen?

Kabel angezapft und abgehört

Man bekomme jede Menge an Daten aus Kabeln, die die weltweiten Mobilfunk-Netze miteinander verbinden, erklärte ein Geheimdienstler der Washington Post. Die Netzbetreiber kennen stets den Aufenthaltsort von Handys, weil sie die Daten zum Beispiel für die Abrechnung von Roaming-Gebühren brauchen.

Unklar bleibt in dem Bericht, inwieweit die NSA mit oder ohne Wissen der zahlreichen Telekom-Provider auf die Informationen zugreift. Und die anonymen Beamten waren nicht gerade erpicht darauf, diese Informationslücken zu schließen.

Der "Mitreisende" analysiert die Daten

Laut einer NSA-Präsentation gibt es zehn große Quellen, aus denen das Überwachungssystem Co-Traveller (Mitreisender) die Daten zieht, schrieb die Zeitung. Eine davon heiße zum Beispiel Stormbrew und bekomme Informationen von zwei Firmen, die nur mit den Code-Namen Artifice und Wolfpoint genannt würden.

Die Unternehmen unterhielten die nötige Infrastruktur. Stormbrew erfasse Daten aus 27 Schnittstellen zwischen Mobilfunk-Netzen verschiedener Anbieter. Darunter seien auch Standort-Informationen. Beispielsweise in welcher Funkzelle ein Handy gerade eingebucht war.

Wer nur kurz telefoniert ist verdächtig

Die NSA-Systeme sind dabei ziemlich intelligent. Wenn jemand zum Beispiel ein Telefon nur zum Telefonieren einschaltet und danach wieder ausschaltet, werde das als verdächtiges Verhalten gewertet und Co-Traveller schlage Alarm.

Ebenso errege es Verdacht, wenn ein Handy eingeschaltet wird, nachdem ein anderes kurz davor in der gleichen Gegend ausgemacht wurde. Andere Computer-Werkzeuge berechneten Geschwindigkeit und Richtung bei einer "großen Anzahl" mobiler Geräte in Bewegung – zum Beispiel um zu erkennen, wo sich ihre Wege überschnitten haben könnten.

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