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"Optic Nerve": Geheimdienst GCHQ spionierte Yahoo-Webcam-Chats aus

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1,8 Mio. Internetnutzer betroffen  

Geheimdienst spionierte private Webcams aus

28.02.2014, 11:33 Uhr | dpa

"Optic Nerve": Geheimdienst GCHQ spionierte Yahoo-Webcam-Chats aus. Webcam mit Frauenmund im Hintergrund (Quelle: imago/JuNIART, CHROMORANGE/Montage)

Der britische Geheimdienst spionierte 1,8 Millionen Internetnutzer per Webcam aus. (Quelle: JuNIART, CHROMORANGE/Montage/imago)

Der britische Geheimdienst GCHQ hat über mehrere Jahre hinweg Bilder von privaten Webcams abgegriffen. Dies meldete der britische Guardian am Donnerstag. Das Programm mit dem Code-Namen Optic Nerve habe von 2008 bis 2010 Standbilder aus den Webcam-Chats des Internet-Konzerns Yahoo gespeichert. Dabei stießen die Agenten offensichtlich auf überraschend viele Nacktbilder.

Es seien ohne Verdacht Millionen Nutzer betroffen gewesen. Quelle des Berichts sind Unterlagen aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden. Yahoo habe wütend auf die Informationen reagiert und jegliches Wissen von dem Programm dementiert.

Allein in einem Zeitraum von sechs Monaten im Jahr 2008 habe der GCHQ Bilder von 1,8 Millionen Yahoo-Nutzern eingesammelt, hieß es. Darunter seien auch "eine Vielzahl sexuell expliziter Aufnahmen" gewesen. Laut einem internen Wiki sei Optic Nerve auch 2012 noch aktiv gewesen.

Identifikation durch Gesichtserkennung

Der Guardian veröffentlichte einen Auszug aus einem geheimen Bericht des GCHQ. Danach hat der Geheimdienst versucht, die Personen auf den abgefangenen Bildern durch eine automatische Gesichtserkennung zu identifizieren. Dabei sei es darum gegangen, Personen aus einer existierenden Liste zu erkennen und neue "Ziele" auszumachen.

Bei den Aufzeichnungen wurde dem Bericht zufolge nicht der Videostream komplett abgespeichert, sondern alle fünf Minuten ein Standbild (Screenshot) aufgenommen. Damit habe der GCHQ rechtliche Beschränkungen einhalten, aber auch die Kapazität der Server schonen wollen.

Zu viel nackte Haut für Spione

Bei der Auswahl der belauschten Chats sei der Geheimdienst quasi wahllos vorgegangen und habe sich nicht auf einzelne Zielpersonen fokussiert. Der Zugriff auf die Bilder innerhalb des Geheimdienstes wurde dem Bericht zufolge jedoch eingeschränkt, so dass nicht alle GCHQ-Agenten Zugriff auf die Fotos hatten. Die Suchfunktion sei auf die Metadaten – also beispielsweise Personenname, Ort oder ähnliches – begrenzt worden.

Laut dem veröffentlichten Dokument "nutzt eine überraschend große Anzahl von Leuten Webcam-Chats, um intime Bereiche ihres Körpers zu zeigen". Das erschwerte die Arbeit der Agenten offensichtlich, da diese an Gesichtern interessiert waren.

Auch eine Art Pornofilter, der Bilder mit einer gewissen Anteil nackter Haut zensierte, konnte das Problem offensichtlich nicht lösen. Denn der Filter habe auch zahlreiche Gesichter als Pornografie klassifiziert.

Enge Zusammenarbeit mit der NSA

Bei der Überwachung der Videochats fand dem Guardian zufolge eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Dienst NSA statt. Das Programm Optic Nerve habe die Informationen aus dem großen Netzwerk der Briten zur Überwachung der transatlantischen Internet-Kabel gezogen, das zuvor schon Gegenstand von Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Snowden war.

Gesammelte Daten in XKeyscore eingespeist

Die Daten seien dann von der NSA verarbeitet und in die NSA-Datenbank XKeyscore eingespeist worden. Von der NSA stamme auch das Know-how, in den gigantischen Datenströmen aus den Kabeln die Webcam-Übertragungen bei Yahoo zu identifizieren.

Grafik zur Funktionsweise von "Optic Nerve" (Quelle: dpa)Mit dem Programm "Optic Nerve" soll der britische Geheimdienst Millionen Webcam-Nutzer ausspioniert haben. (Quelle: dpa)

Der GCHQ wertete dem Guardian zufolge die Aktivitäten als "notwendig und angemessen". Sie stünden im Einklang mit den Gesetzen in Großbritannien. In einem internen Dokument sei als "Risiko" der Aktion aufgelistet worden, dass bei der Überwachung der Videochats das Gros der Daten aus "Pornografie, Werbung, Film-Ausschnitten und Familienvideos" bestehe, die für eine geheimdienstliche Nutzung unerheblich sei.

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