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NSA speichert im Spionage-Programm "Mystic" alle Telefonate eines Landes

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Abhören auf Vorrat  

NSA speicherte alle Telefonate eines Landes

19.03.2014, 10:28 Uhr | dpa

NSA speichert im Spionage-Programm "Mystic" alle Telefonate eines Landes. Smartphone mit NSA-Logo (Quelle: imago/Christian Ohde)

Ein Land erregte bei der NSA offenbar höchste Aufmerksamkeit. (Quelle: Christian Ohde/imago)

Der amerikanische US-Geheimdienst NSA hat offenbar die komplette Sprachkommunikation eines bisher nicht genannten Landes aufgesaugt. Wie die US-Zeitung Washington Post berichtet, speichert der Geheimdienst die Telefongespräche angeblich für mindestens 30 Tage. Auf diese Weise ließen sich auch Personen abhören, die zum Zeitpunkt eines bestimmten Gespräches noch nicht verdächtig waren.

Bisher war nur bekannt, dass die NSA Verbindungsdaten im großen Stil sammelt. Das sind Informationen darüber, wer wann mit wem telefoniert oder eine E-Mail schreibt. Diese Informationen werden auch Metadaten genannt. Dass die NSA auch die Gesprächsinhalte eines ganzen Landes abgreift und abspeichert, ist dagegen neu.

Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Washington Post, setzt die NSA ein Programm namens "Mystic" (mystisch) ein, um die Telefonate in einer riesigen Datenbank zu speichern. "Mystic" werde bereits seit 2011 gegen mindestens ein Land eingesetzt. Um welches Land es sich dabei handelt, schrieb die Zeitung nicht.

Kurztrip in die Vergangenheit

Die Telefonate würden für 30 Tage gespeichert. Die Mitarbeiter der NSA könnten sie in dieser Zeit anhören und Gesprächsschnipsel auch für eine längere Zeit abspeichern. So ließen sich im Nachhinein Telefonate von Menschen abhören, die zum Zeitpunkt der Gespräche nicht verdächtig waren.

Zum Durchsuchen der aufgezeichneten Gespräche diene ein Computerprogramm namens "Retro". In Unterlagen fänden sich Beispiele für Fälle, in denen damit wichtige Hinweise gewonnen worden seien, schreibt die Washington Post.

Wie der Geheimdienst an die Daten kommt, geht aus dem Artikel nicht hervor. Die Washington Post beruft sich in ihrem Bericht auf Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden und Gespräche mit nicht namentlich genannten amerikanischen Offiziellen.

NSA wollte "Mystic"-Programm ausweiten

Als Symbol für das "Mystic"-Programm habe die NSA einen Zauberer mit lilafarbener Robe gewählt, der einen Zauberstab hält. Auf der Spitze des Zauberstabs sitzt ein Handy.

Das Programm sollte offenbar auf weitere Länder ausgedehnt werden oder wurde das möglicherweise schon. Im Haushaltsplan von 2013 sei von fünf weiteren Ländern die Rede, in denen Gespräche gesammelt würden. Ein weiteres Land sollte bis Ende vergangenen Jahres hinzukommen.

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