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NSA: ICReach macht Spionage so einfach wie bei Google-Suchmaschine

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ICReach  

US-Geheimdienst betreibt eigene Suchmaschine

26.08.2014, 19:35 Uhr | t-online.de

NSA: ICReach macht Spionage so einfach wie bei Google-Suchmaschine. NSA-Zentrale (Quelle: dpa)

ICReach: NSA betreibt eine eigene Suchmaschine mit 850 Milliarden Datensätzen. (Quelle: dpa)

Der riesige Datenschatz der NSA könnte für den US-Geheimdienst zu groß sein, um aus dem Gesammelten in kurzer Zeit verwertbare Informationen zu ziehen, legte frühere Enthüllungen aus Snowden-Dokumenten nahe. Einem Bericht zufolge hat die aber bereits vor Jahren eine eigene Suchmaschine namens ICReach entwickelt, die auf mehr als 850 Milliarden Datensätze zugreifen kann. Die "Google"-Version der Spione stand angeblich 23 Behörden offen.

ICReach soll Mitarbeiter mehrerer US-Geheimdienste und Ermittlungsbehörden eine "Google-ähnliche" Suche ermöglichen, berichtet die Enthüllungsplattform "The Intercept" und beruft sich dabei auf Unterlagen von Edward Snowden. Sie könnten NSA-Daten über E-Mail-Kommunikation, SMS, Chat-Nachrichten und Aufenthaltsorte bis hin zu Bewegungsprofilen recherchieren. Die Suchmaschine erlaube es Analysten, mehrere NSA-Datenbanken zu durchsuchen und zudem die Datensätze ausländischer Geheimdienste miteinander zu verknüpfen.

ICReach soll Handlungen vorhersehbar machen

Mit der Verknüpfung verschiedener Informationen ist es möglich, Metadaten zu generieren, die mehr aussagen können als die nackten Datensätze. Es soll dadurch möglich sein, Handlungen von Zielpersonen zu vorauszusehen und zu erfahren, welcher Religion sie nahestehen oder welche politische Meinung sie vertreten.

Allerdings würden die Nutzer von ICReach nicht direkt im Datenbestand der NSA suchen, schreibt "The Intercept". Demnach muss es sich um gesonderte Datenbanken handeln. Auch der Nutzerkreis würde sich unterscheiden: Insgesamt 23 US-Behörden könnten auf die ICReach-Daten zugreifen, etwa andere Geheimdienste und nationale Behörden wie die Drogenfahndung DEA – insgesamt mehr als 1000 Personen. Dagegen seien die direkten NSA-Daten nur wenigen NSA-Mitgliedern zugänglich, die gegen Terroristen ermitteln.

Ein bis zwei Milliarden neue Daten pro Tag

"The Intercept" beruft sich bei der Anzahl der Personen auf ein Papier aus dem Jahre 2010. Die derzeitige Zahl kann möglicherweise deutlich davon abweichen. Das betrifft auch die Anzahl der Datensätze: Laut interner Planungen (PDF, Stand: 2007) sollte die Datenbank täglich um ein bis zwei Milliarden Datensätze wachsen.

Informationsaustausch soll gefördert werden

Ein Sprecher der Geheimdienste erklärte, mit der Suchmaschine solle der Informationsaustausch zwischen den Behörden befördert werden. Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 war der schlechte Kommunikationsfluss zwischen den verschiedenen Diensten ein großer Kritikpunkt gewesen.

Dennoch werden in den USA auch kritische Stimmen gegen ICReach laut. Die Metadaten, die nur eine abstrakte Menge an Daten seien, verbergen, dass sich hier ein gewaltiger Schatz an sensiblen Informationen über Kommunikation verbirgt, die tatsächlich stattgefunden habe, erklärte Elizabeth Goitein von der Universität New York. Brian Owsley, Richter von 2005 bis 2013, zeigte sich alarmiert, dass traditionelle Institutionen wie die US-Bundespolizei FBI und die Drogenfahndungsbehörde DEA mit der NSA gemeinsame Sache machten. "Das ist nicht irgendwas, von dem ich denke, dass die Regierung es tun sollte", so Owsley.

NSA fährt "mit dem Truck durch Gesetzeslücken"

ICReach soll auch in Datenbanken suchen, dessen Erlaubnis aus einer präsidialen Befugnis der Reagan-Ära stammt. Dies geschehe weitgehend ohne juristische Aufsicht und unter minimaler Kontrolle des US-Parlaments. Davon sind vor allem Nicht-Amerikaner betroffen, also auch Deutsche. Diese Verfügung aus dem Analog-Zeitalter lässt sich mit modernen Mitteln für eine weltweite Totalüberwachung ausnutzen. Goitein erklärte, es habe den Anschein, die US-Regierung sei "mit einem Truck" durch Gesetzeslücken gefahren.

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